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Kleine Kulturbetriebe hoffen auf baldige Wiedereröffnung
Aus 10 vor 10 vom 16.03.2021.
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Lockerungen und Teilöffnungen Hoffnung bei kleinen Bühnen – Ernüchterung bei den grossen Events

Die aktuelle Frage in der Pandemie lautet: Noch mehr öffnen oder nicht noch mehr öffnen? Einige Kantone wollen vor allem betreffend Lockerungen im Kulturbereich weiter gehen als der Bundesrat, der am Freitag entscheidet.

Aber die geplanten Öffnungen sind selbst bei den Kulturveranstaltern umstritten: Während sich vor allem kleine Bühnen über ein kleines Publikum freuen, sind Grossveranstalter von den Öffnungsabsichten wenig begeistert.

50 Besucher in der Postremise Chur

Hinsichtlich einer möglichen Wiedereröffnung bereiten sich Kulturbetriebe schon mal vor, wie etwa die Postremise in Chur. «Ovid-19» heisst das Stück, das auf die Bühne gebracht werden soll. Das Wortspiel passt zum kreativen Umgang, mit dem man die Covid-19-Pandemie überstehen will.

Die musikalische Performance «Ovid-19» zu Texten des antiken römischen Dichters Ovid und des Zukunftsforschers Matthias Horx kommt zwar nicht vor Ende Jahr auf die Bühne. Doch eine Wiedereröffnung der Postremise soll keine Zukunftsmusik sein. Das Programm steht und ab dem 6. April soll sich das ehemalige Postkutschen-Parkhaus wieder mit kulturellem Leben und Publikum füllen.

Schauspieler Nikolaus Schmid sitzt auch im Leitungsteam der Postremise und sagt: «Für uns wäre es attraktiv, wenn Kulturlokale ab dem 22. März wieder öffnen könnten. Wir haben 120 Plätze. Mit einer 50er-Regel könnten wir gut umgehen. Damit haben wir schon in der letzten Öffnungsphase gearbeitet.»

Für Grossveranstalter lohnt der Aufwand nicht

Aber viel weniger attraktiv ist die vom Bundesrat vorgeschlagene 50-Personen-Regel für grosse Kulturveranstalter. Im Musiksaal des Stadtcasinos Basel mit 1400 Plätzen würde man nach einer Sanierung im vergangenen Jahr eigentlich gerne wieder Besucher empfangen. Aber: «Bis auf Weiteres finden leider keine Konzerte statt», heisst es in der Programmvorschau über der Liste der durchgestrichenen und verschobenen Konzerte.

Für 50 Personen lohne sich der ganze Aufwand schlichtweg nicht, um als komplett privat finanzierter Veranstalter rentabel zu arbeiten, sagt Thomas Dürr, Geschäftsführer von Act Entertainment, der im Stadtcasino Konzerte veranstaltet.

Auch wenn der Bundesrat damit ein positives Signal aussende und es ein Schritt in die richtige Richtung wäre – Dürr vermisst bei den Massnahmen die Verhältnismässigkeit: «Ein Flugzeug kann zu 100 Prozent gefüllt werden mit 200 bis 300 Leuten. Und hier in einem Konzertsaal, wo 1300 Leute reingehen, lässt man nur 50 zu.»

Unverständnis in der Kulturszene

Anfang Jahr haben mehrere Kulturinstitutionen aus Basel in einem Konzept gefordert, man solle sich bei der Grösse des zugelassenen Publikums an der Grösse und an der technischen Infrastruktur der Veranstaltungsorte orientieren. Dass man beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) bisher kein Gehör dafür gefunden hat, stösst in der Kulturszene auf Unverständnis.

Auch ausserhalb von Basel wehrt sich beispielsweise Sandra Künzi von der Arbeitsgruppe Task Force Culture gegen starre Grenzen wie die 50-Personen-Regel: «Es gibt so viele verschiedene Arten und Orte von Veranstaltungen, dass es dynamische Lösungen braucht.»

Die Sehnsucht nach Auftritten und Publikum ist gross bei den Schweizer Kulturlokalen. Realistisch sein dürfte das vorerst aber nur bei den kleinen Bühnen – falls sich der Bundesrat zu Öffnungen ab dem 22. März durchringt.

10vor10, 16.03.2021, 21:50 Uhr;

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Ringo Noki  (Rinok)
    Mit Grossveranstaltungen liess sich viel Geld machen bis vor Corona. Dabei ging es vielen Veranstaltern weniger um die Kultur als um das Business. Dass sich solches mit beschränkten Besucherzahlen nicht rechnet, liegt auf der Hand. Das gibt kulturschaffenden Gelegenheit, neue Formen entstehen zu lassen. Kultur wird einen Weg finden, Kultur kommt und geht, Business auch. Kulturell Wertvolles ist selten eine Frage von Grösse. Vielleicht löst eine Phase von mehr Sensitivität die Sensation ab.
    1. Antwort von Christian Rubin  (Christian Rubin)
      Danke-Harte aber faire Worte-ja die Kultur wird sich weiterentwickeln und einen Weg finden-mancher Grossveranstalter könnte in Zukunft ein grösseres Risiko haben-aber bei Grossveranstaltungen hatten auch in den letzten Jahrzehnten die kleinen Zulieferer (Techniker,F&B-Zulieferer. usw.)immer ein grösseres Risiko zu tragen-da wurden auch nicht immer faire Preise bezahlt-die Grossen haben die Preise def. diktiert-Gewinnoptimierung! Karma ?In däm Fall-Löt nech nüt la gfallä - nie nie nie
  • Kommentar von jean-claude albert heusser  (jeani)
    Liebe Event Branche und Openairveranstalter, ihr solltet endlich zur Einsicht kommen, dass die Art von "Massen auf engstem Raum" Geschichte ist und der Vergangenheit angehört, weil der Corona Virus eben nicht so einfach verschwindet!
    1. Antwort von Alfred Käser  (Freka)
      Es gibt grindsätzlich zwei Meinungen, respektive Gruppen:
      Die Einen, welche zusehen müssen wie sich alles was sie in den vergangenen Jahren aufgebaut haben, sich in Luft auflöst.
      Die Anderen, wo sich auch bei Hagelschlag,Hochwasser,Erdbeben und Weltuntergang das Konto ende Monat auffüllt.