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Streit um Ski-Terrassen geht weiter
Aus Tagesschau vom 19.02.2021.
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Machtkampf mit Kantonen Der Terrassenstreit gefährdet die Glaubwürdigkeit des Bundesrats

Die Terrassen in Skigebieten sind zu einem Zankapfel geworden. Zu einem Machtkampf zwischen einigen Kantonen und dem Bundesrat. Zu den widerspenstigen Kantonen gehören Uri, Schwyz, Ob- und Nidwalden und Graubünden. Sie lassen ihre Terrassen offen, obwohl sie damit klar gegen die «Verordnung über Massnahmen in der besonderen Lage zur Bekämpfung der Covid-19-Epidemie» verstossen. Auch ein Brief der BAG-Direktorin Anne Lévy brachte weder Umdenken noch Einlenken.

Terrassen als Vorwand?

Beim Bund nimmt man die Situation ernst und macht nun hinter den Kulissen Druck auf die Kantone. Pikantes Detail: gleich zwei Präsidenten von kantonalen Konferenzen kommen aus widerspenstigen Kantonen. Der Bündner Christian Rathgeb ist Präsident der Konferenz der Kantonsregierungen und Urban Camenzind aus Uri präsidiert die kantonalen Volkswirtschaftsdirektoren.

Es stellt sich die Frage, ob es den Kantonen wirklich um ihre Terrassen geht oder ob sie vielmehr Druck auf den Bundesrat aufbauen wollen. Druck im Hinblick auf die Öffnungen, die die Regierung nächsten Mittwoch beschliessen wird. Im Moment läuft die Vernehmlassung, die Kantone können sich zu den Plänen des Bundesrats äussern. Diese sehen im Moment vor, Restaurantterrassen frühestens Anfang April zu öffnen.

Bundesrat könnte nachgeben

Dieser Druck, die Terrassen früher zu öffnen, wird nicht spurlos am Bundesrat vorbeigehen. Es ist nicht auszuschliessen, dass er bei dieser Forderung nachgeben wird. Die Regierung könnte argumentieren, dass in der Vernehmlassung der Wunsch nach offenen Terrassen in Skigebieten häufig geäussert wurde. So würden weder der Bundesrat noch die Kantone ihr Gesicht verlieren. Zudem sind die Sportferien in den meisten Kantonen bald zu Ende und somit auch die Hauptsaison für die meisten Wintersportorte.

Der Widerstand der Kantone trifft den Bundesrat in einer schwierigen Zeit. Vielleicht in der schwierigsten Phase seit Ausbruch der Pandemie. Bei jeder Entscheidung müssen sich die Regierungsmitglieder die Frage stellen, was trägt die Bevölkerung noch mit?

Untergraben nun einige Kantone mit ihrem Ungehorsam die Glaubwürdigkeit des Bundesrats, wird dessen Situation und die Bekämpfung der Pandemie noch schwieriger. Denn es könnte nun Menschen geben, welche die renitenten Kantone als Vorbild nehmen; und sich in Zukunft fragen, ob sie Regeln, die in ihren Augen unsinnig sind, noch befolgen wollen.

Mirjam Spreiter

Mirjam Spreiter

Bundeshauskorrespondentin SRF

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Mirjam Spreiter ist Bundeshauskorrespondentin bei SRF. Zuvor war sie Korrespondentin in den Regionen Bern und Freiburg sowie Redaktorin und Reporterin der Tagesschau.

Tagesschau vom 19.02.2021, 19.30 Uhr

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86 Kommentare

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  • Kommentar von Conny Hasler  (conhas)
    liebes SRF
    jetzt wird hier seit Dezember/Januar regelmässig rund ums Thema Skifahren/Skigebiete geschrieben.Können Sie bitte nicht mal über andere Themen schreiben?es gibt viele Menschen in unserem Land ,die nicht einfach so mal am Weekend,Ferien sich im Skigebiet tummeln können (Finanzen,Krankheit,etc.).Anhand dieser vielen Artikel über dieses Thema,habe ich das Gefühl,dass ca. 80 oder noch mehr unserer Bevölkerung sich in unserem Land aktuell auf der Skipiste befindet.Vielen Dank
  • Kommentar von markus ellenberger  (ELAL)
    „ Der Terrassenstreit gefährdet die Glaubwürdigkeit des Bundesrats“ die frage ist hat die Bevölkerung noch den Glauben an den Bundesrat. Wenn nicht alle gleich behandelt werden (überall Masken Pflicht wenn Abstand nicht eingehalten. Z. B. Spitzensport) ist die Glaubwürdigkeit weg. Der Bundesrat sollte auch einmal definieren was Gesundheit in seinen Augen ist. Aber trotzdem sterben heute auch wieder 8640 Kinder unter fünf Jahren an Hunger.
    1. Antwort von Esther Jordi  (ejejej)
      Es ist traurig, dass täglich Kinder und auch Erwachsene an Hunger sterben. Das war leider auch schon vor der Coronaepidemie so. Was es allerdings mit der Glaubwürdigkeit des Bundesrates bezüglich der Coronamassnahmen zu tun hat, verstehe ich nicht.
  • Kommentar von Martin Wiedmer  (Dacosta)
    Nein, liebe Mirjam Spreiter, nicht die Glaubwürdigkeit des Bundesrates, sondern diejenige der eigenmächtig handelnden Kantonsregierungen ist gefährdet!