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Impfung nur für Risikogruppen
Aus HeuteMorgen vom 28.10.2020.
abspielen. Laufzeit 02:17 Minuten.
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Mangel trotz Aufruf Mehr Grippe-Impfstoff kommt erst im Dezember

Die Grippeimpfung soll helfen, das Gesundheitssystem zu entlasten. Doch schon jetzt gehen die Impfdosen zur Neige.

Im Kanton Tessin können sich derzeit nur Menschen gegen Grippe impfen lassen, die zu den Risikogruppen gehören. Dennoch ist die erste Impfstoff-Ladung bereits aufgebraucht. «Wir hoffen jetzt, dass wir es schaffen, tausende weitere Impfdosen zu beschaffen», sagt der Tessiner Kantonsapotheker Giovan Maria Zanini.

Bestellung «schlicht vergessen»

Doch nicht nur im Südkanton – auch im Norden ist der Grippe-Impfstoff teils bereits knapp geworden. So zum Beispiel im Kanton Basel-Stadt. Enea Martinelli, Spitalapotheker und Spezialist für nicht lieferbare Medikamente, führt den Mangel einerseits auf den steigenden Bedarf zurück.

«Es ist allerdings auch so, dass man den Bedarf bis im März/April anmelden und beim Lieferanten bestellen muss», weiss Martinelli. «Dort haben einige eben nicht mehr bestellt als sonst. Und wegen der Coronakrise haben manche es schlicht vergessen.»

Der Engpass ist also auch selbstverschuldet. Diejenigen, denen der Impfstoff ausgeht, hoffen jetzt auf Nachschub vom Bund. Beim Bundesamt für Gesundheit BAG ist Stefan Kuster, Abteilungsleiter übertragbare Krankheiten, trotzdem nicht beunruhigt.

Dieses Jahr werden die Grippe-Impfdosen gestaffelt und über einen längeren Zeitraum ausgeliefert.
Autor: Stefan KusterBundesamt für Gesundheit

«Es kann durchaus Unterschiede geben bei der Anzahl der Dosen, die in den verschiedenen Kantonen vorhanden sind», sagt er. «Dieses Jahr werden die Grippe-Impfdosen gestaffelt und über einen längeren Zeitraum ausgeliefert.»

Nachschub im Dezember

Das bedeute, dass mancherorts die ersten gelieferten Dosen bereits aufgebraucht seien. Weitere kämen aber im Dezember dazu. «Auch dann wäre eine Impfung immer noch rechtzeitig», erklärt Kuster weiter.

Im Dezember werden weitere 550'000 Dosen geliefert. Doch klar ist: Mit diesen gesamthaft 1,75 Millionen Impfdosen werden bei weitem nicht alle Risikopatienten geimpft werden können.

Eine Erkenntnis dieser Coronakrise sei, dass die Grippe-Impfung in der Schweiz mehr nachgefragt werden müsse. Und zwar bei den Mitarbeitern des Gesundheitswesens und bei den Bürgerinnen. «Es wäre wünschenswert, wenn sich in der Schweiz möglichst viele Personen grundsätzlich und jedes Jahr gegen die Grippe impfen lassen würden», so BAG-Experte Kuster.

Denn nur wo eine grosse Nachfrage bestehe, könne längerfristig auch mehr geliefert werden.

SR4 News, Heute Morgen, 28.10.2020, 06:00 Uhr

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Helga Vögeli  (Kikki21)
    Soso, zu wenig Grippeimpfstoff.
    Aber immer noch genug um eine 99jährige Frau zu impfen, die zum Arzt ging um die Ohren zu spülen.
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  • Kommentar von Roger Pfändler  (Roger Pfändler)
    Wir waren ja so schlau und verscherbelten 2006 die Schweizer Impfdosenherstellerin Berna Biotech an's Ausland um noch ein paar Fränkli mehr zu verdienen, da wir so etwas eh nicht brauchen! Im Ernstfall würde man uns schon priorität beliefern, wenn wir nur genug Geld auf den Tisch legen. Derweil gingen schon vor Corona in der Schweiz regelmässig die Impfdosen aus.
    Und nun wird sogar vergessen die Bestellungen aufzugeben! Wir werden teils von Stümpern und Dilettanten durch diese Krise geführt.
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    1. Antwort von Stefano Simeone  (SteSi)
      Ja, das gute, alte Schweizerische Serum- und Impfinstitut wurde zu Unrecht erst als Nischenplayer zurückgestuft und dann praktisch verschenkt. Dabei waren dort namhafte Mitarbeiter in der Forschung tätig. Daraus gelernt haben wir aber nichts.
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  • Kommentar von Mike Steiner  (M. Steiner)
    Was haben unsere Behörden und unsere Regierung heute eigentlich noch drauf? Ausser lamentieren, lobbyhofieren, werweissen und zwischen den Bänken schlafen geht da offenbar nichts mehr...
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