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Sprunghafter Anstieg von Bancomatensprengungen
Aus 10vor10 vom 10.01.2020.
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Markanter Anstieg Bancomatsprengungen – ein europäischer Trend erreicht die Schweiz

Kriminelle Banden sprengen vermehrt Bancomaten in der Schweiz. Bisher kannte man das Phänomen aus anderen europäischen Ländern. Betroffen ist vor allem die Raiffeisen-Bank.

Mitten in der Nacht des 16. Dezembers 2019 schlagen die Täter zu. Im Vorraum der Raiffeisen-Filiale Schwarzenbach wird der Bancomat aufgesprengt. Ein ohrenbetäubender Knall reisst Anwohner aus dem Schlaf. Sie beobachten, wie zwei schwarz gekleidete Täter zu Fuss flüchten.

Es ist nicht der erste Fall im Kanton St. Gallen: Bereits vier Tage zuvor schlagen Unbekannte in Sevelen auf die gleiche Weise zu. In beiden Fällen erbeuten die Täter mehrere zehntausend Franken. Die Fahndung der Kantonspolizei St. Gallen bleibt erfolglos. Die Täter setzen sich innert kürzester Zeit ins nahegelegene Ausland ab.

Gesprengter Bankomat in Schwarzenbach
Legende: Am Automaten und dem Bankgebäude in Schwarzenbach entstand Sachschaden von mehreren hunderttausend Franken. Keystone

Bankomatsprengungen – bislang kannte man dieses Phänomen vor allem aus anderen europäischen Ländern. Das Bundeskriminalamt in Deutschland etwa beobachtet bereits seit einigen Jahren einen markanten Anstieg der Fallzahlen. Für das Jahr 2018 sind ganze 369 Bancomatsprengungen bekannt. Nun scheint dieser Trend – mit etwas Verzögerung freilich – auch die Schweiz zu erreichen.

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Florian Näf, Fedpol: «Das Phänomen ist international bekannt»
Aus News-Clip vom 10.01.2020.
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Die Zahlen des Bundesamtes für Polizei fedpol zeigen: Die beiden St. Galler Fälle scheinen in verschiedener Hinsicht exemplarisch zu sein. Mediensprecher Florian Näf: «Bislang waren andere europäische Länder wie Deutschland, Italien oder die Niederlande wesentlich mehr betroffen. Nun hatten wir auch in der Schweiz im vergangenen Jahr einen Anstieg zu verzeichnen.» Konkret spricht das fedpol für das Jahr 2019 von 22 gesprengten Automaten in zehn Kantonen. In den Vorjahren waren die Fälle jeweils noch an einer Hand abzuzählen.

Laut fedpol steht auch fest, dass es sich hierbei insbesondere um grenzübergreifende Kriminalität handelt. Entsprechend schlagen die Täter meist in grenznahen Kantonen zu; allen voran in den Kantonen Tessin und Genf, aber auch die Deutschschweiz ist betroffen.

Karte Schweiz
Legende: In diesen Kantonen schlugen die kriminellen Banden bisher zu. SRF

Auffällig: In fast allen Fällen haben Kriminelle Geldautomaten von Raiffeisen attackiert. Dies geht aus den kantonalen Polizeimeldungen hervor. Bei der Genossenschaftsbank heisst es auf Anfrage: «Mit 1765 Bancomaten haben wir das dichteste und grösste Netz der Schweiz. Dies alleine erhöht schon die physische Möglichkeit einer Manipulation.» Zu Deliktsummen und möglichen Gegenmassnahmen will sich Raiffeisen aus sicherheitstechnischen Gründen jedoch nicht äussern.

Ein genauer Blick auf die Tatorte zeigt auch: Viele der gesprengten Geldautomaten befinden sich an wenig besiedelten Orten. Diese Feststellung trifft auf die beiden St. Galler Fälle Schwarzenbach und Sevelen zu. Sie sind eher abgelegen und stellten wohl gerade deshalb eine grosse Verlockung für Kriminelle aus dem nahen Ausland dar.

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18 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Wildhaber  (Sueno)
    @M.Zelger Sie bezichtigen mich der Verleumdung? Wir sind aber schon noch am diskutieren und noch nicht am Zuschlagen, oder? Wildhabers sind alle ursprünglich von der Umgebung Flums SG.
    @A.Müller Mit meinem Kommentar wollte ich darauf hinweisen, dass die Kriminalitätsrate in der Schweiz ungefähr auf dem gleichen Niveau ist wie in den umliegenden Ländern. Siehe SwissInfo Bericht von Renat Künzi und Martin Killias schon vom 30. August 2011. Also kein Grund Ausländer als böser zu bezeichnen.
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  • Kommentar von Beni Fuchs  (Beni Fuchs)
    Kann man nur hoffen, dass das ganze Geld, das dringesteckt hat, vernichtet ist, und die Täter lebenslang mit ner schwarzen Nase rumlaufen müssen... ;-)
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  • Kommentar von Walter Matzler  (wmatz)
    Vielleicht wird es notwendig werden, dass man in Bancomaten Farbbehälter einbauen muss, die bei gewaltsamen Eingriffen die Banknoten unbrauchbar machen.
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