Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Video Bundesrat setzt auf tiefere Preise bei Generika abspielen. Laufzeit 02:26 Minuten.
Aus Tagesschau vom 21.08.2019.
Inhalt

Maximalpreise für Generika So will der Bundesrat die Gesundheitskosten in den Griff kriegen

  • Der Bundesrat hat in einer Botschaft ans Parlament ein Paket aus neun Massnahmen zur Kostendämpfung im Gesundheitswesen beschlossen.
  • Ein wichtiger Punkt ist die Einführung eines Referenzpreissystems für Generika – also Arzneimittel, deren Patent abgelaufen ist. Diese kosten in der Schweiz laut Bundesrat mehr als doppelt so viel wie im Ausland.
  • Die Grundversicherung soll künftig nur noch den Maximalpreis für wirkstoffgleiche Arzneimittel vergüten. Diesen soll das BAG festlegen.

Wird ein teureres Medikament verschrieben, muss der Versicherte die Differenz zu diesem Referenzpreis selbst bezahlen, wie Bundesrat Alain Berset erklärte. Allein damit könnten 300 bis 500 Millionen Franken jährlich eingespart werden: «Wie viel mit den übrigen Massnahmen eingespart werden kann, hängt auch davon ab, wie sie von den diversen Akteuren umgesetzt werden.»

Die Pharmaindustrie hat bereits Widerstand gegen das Referenzpreissystem angekündigt. Die Qualität der Behandlungen würde darunter leiden.

Lehren aus Tarmed-Streit gezogen

Zu den Massnahmen des Bundesrats gehört auch die Einführung eines Experimentierartikels. Er soll innovative und kostendämpfende Pilotprojekte ausserhalb des gesetzlichen Rahmens ermöglichen. Zwar sind solche heute schon möglich. Der Spielraum ist aber klein und wird von Kantonen und Tarifpartnern kaum genutzt. Denkbar wären neue Versicherungsmodelle.

Wie viel mit den übrigen Massnahmen eingespart werden kann, hängt auch davon ab, wie sie von den diversen Akteuren umgesetzt werden.
Autor: Alain BersetGesundheitsminister

Zudem soll eine nationale Tariforganisation die Tarifstrukturen für ambulante ärztliche Behandlungen weiterentwickeln. Die letzte Tarmed-Revision war nämlich daran gescheitert, dass sich Leistungserbringer und Versicherer nicht einigen konnten. Daraufhin musste der Bundesrat eingreifen. Für den stationären Bereich existiert bereits eine solche Organisation.

Patienten sollen Rechnung überprüfen

Eine bessere Kontrolle dank einer Rechnungskopie an die Versicherten – insbesondere bei Spitalaufenthalten – soll schliesslich ebenfalls dazu beitragen, das Kostenwachstum im Gesundheitssektor zu bremsen.

Die weitere Massnahmen betreffen laut dem Bundesrat Pauschalen im ambulanten Bereich, die Lieferung von Daten der Tarifpartner an Bund und Kantone, das Beschwerderecht bei der Spitalliste und die maximale Höhe der Bussen gegen Leistungserbringer bei Gesetzes- oder Vertragsverstössen.

Das Massnahmenpaket basiert auf den Vorschlägen einer Expertengruppe von 2017. Als nächstes wird das Parlament über die Änderungen befinden.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

18 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Achim Frill  (Afri)
    Eine weiterer Alibiübung. Man kann es gar nicht oft genug predigen: der Fisch stinkt vom Kopf her. Und dieser Kopf ist das Lobby-verfilzte Parlament. Dort hat nicht einer wirklich Interesse an einer echten Veränderung, weil sonst die fetten Felle davonschwimmen würden. Stichwort NR Ruth Humbel mit 12 (!) lukrativen Mandaten im Gesundheitswesen. Noch Fragen? Also lieber Pflaster hier, Pflaster dort, damit das dumme Volk wieder eine zeitlang Ruhe gibt und nicht weiter beim Geldscheffeln stört.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Patricia Reichen  (P. Reichen)
    Warum will man immer nur bei den Medikamenten sparen, die doch nicht knapp 5% der Gesamtausgaben im Gesundheitswesen ausmachen?
    Kommt es daher, dass die Apotheker keine Lobby im Bundeshaus haben? Kommt es daher, dass viele im Bundeshaus in Verwaltungsräten von Spitälern und der Pharma sitzen?
    Warum nimmt man nicht einmal die anderen 95% der Gesamtausgaben unter die Lupe?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Eva Werle  (Eva Werle)
    kosten im gesundheitswesen reduzieren: aber nur für die versicherer, indem noch mehr auf die versicherten abgewälzt wird!!! das ist ein witz, oder? gerade erst erlebt: hausarzt macht röntgenaufnahmen, spital macht nochmals röntgenaufnahmen (obwohl die des arztes vorliegen) - die kasse und ich zahlen doppelt. das gehört verboten, und zwar bei den verursachern. wieso sollen kranke menschen die preiswucherpolitik der ärzte und spitäler überwachen? das muss der gesetzgeber.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen