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Legende: Video Gesundheitskosten steigen erneut abspielen. Laufzeit 01:28 Minuten.
Aus Tagesschau vom 17.06.2019.
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Steigende Gesundheitskosten Kommen jetzt die deutlich höheren Prämien?

  • Der Krankenkassenverband Santésuisse rechnet für das laufende und kommende Jahr im Gesundheitswesen mit einem Kostenwachstum von jeweils drei Prozent.
  • Im vergangenen Jahr war der Anstieg der Gesundheitskosten in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung mit einem Plus von einem Prozent im Vergleich zu den Vorjahren deutlich tiefer ausgefallen.
  • Santésuisse fordert wegen des befürchteten Kostenanstiegs «endlich griffige Gegenmassnahmen».

Gemäss der Analyse von Santésuisse droht in mehreren Bereichen ein überdurchschnittlich starkes Wachstum: In der Physiotherapie erwartet Santésuisse wegen der Zunahme der Anzahl Physiotherapeuten und der Anzahl Behandlungen ein gleichbleibend hohes Wachstum von sechs Prozent.

Auch im Spitexbereich sei mit höheren Kosten zu rechnen. Statt in Pflegeheimen werden ältere Menschen vermehrt zu Hause betreut, deshalb werde hier ein Kostenwachstum von sechs Prozent erwartet.

Trend im Laborbereich «besorgniserregend»

Im Laborbereich sei der Trend ebenfalls «besorgniserregend». Weil medizinische Labordiagnostik immer zahlreicher durchgeführt werde, erwartet Santésuisse hier einen Kostenanstieg von fünf Prozent.

Für den ambulanten Spitalbereich werde für das laufende und das kommende Jahr mit einer Kostensteigerung von fünf Prozent gerechnet. Die ambulanten Behandlungen sind zwar günstiger und darum sollen bestimmte Eingriffe seit Anfang Jahr wenn immer möglich ambulant durchgeführt werden. Sie gehen aber voll zu Lasten der Krankenkassen und so der Prämienzahlenden, weil sich die Kantone nicht daran beiteiligen wie bei Spitalaufenthalten.
Auch bei den Medikamenten sei in den kommenden zwei Jahren mit einem Kostenwachstum von mehr als drei Prozent zu rechnen, so Santésuisse.

Medikamente in der Schweiz zu teuer

Damit die Medikamentenpreise in der Schweiz endlich auf das Niveau des Auslandes gesenkt werden, brauche es einen jährlichen Preisvergleich mit dem Ausland für alle Medikamente.

Zudem sei die Einführung des Referenzpreissystems dringender denn je, weil Generika in der Schweiz noch immer doppelt so teuer seien wie im Ausland. Auch bei den Originalpräparaten gebe es Handlungsbedarf, denn auch hier seien die Preise deutlich höher als im Ausland.

Was tun gegen den Kostenanstieg?

Gegen die weiter steigenden Krankenkassenprämien will der Bundesrat bald ein Massnahmenpaket präsentieren. Darin gibt es Ideen, welche auch Santésuisse unterstützt: Tiefere Medikamentenpreise, zu bevorzugende Generika oder, dass auch im ambulanten Bereich mit Pauschalen abgerechnet wird. Zudem laufen im Parlament Diskussionen über neue Finanzierungsmodelle. So könnten die Gesundheitskosten ambulant und stationär bald gleich, also von Kantonen und Krankenkassen gemeinsam, finanziert werden. Auch brütet die Gesundheitsbranche über neue Tarife. Bis jetzt sind alle Reformvorschläge wegen der verschiedenen Interessen aller Beteiligten im Gesundheitswesen nicht vorwärts gekommen. Entsprechend werden die Krankenkassenprämien vorerst weiter steigen. Um wie viel im nächsten Jahr, gibt das Bundesamt für Gesundheit schon bald bekannt. (wanc)

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86 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Volkart  (Lex18)
    Man könnte überprüfen was von dem was die Grundversicherung abdeckt wirklich dorthin gehört und was nicht. Was da herausfällt soll von Zusatzversicherungen abgedeckt werden. Die Höhe der Prämie sollte abhängig sein vom Einkommen der zahlenden Person. Die Preishöhe von Medikamenten und Behandlungen sollen auf ihre Berechtigung überprüft werden.
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  • Kommentar von Bruno Schelker  (4435Lord)
    Eine Einheitskrankenkasse damit könnten X Millionen Franken eingespart werden und die Lobbyisten in Bern werden auch nicht mehr gebraucht.
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    1. Antwort von Werner Christmann  (chrischi1)
      Ich denke, dass sie da einer Täuschung unterliegen. Die Kostentreiber sind nämlich nicht bei den Krankenkassen zu suchen, sondern bei den x Akteuren des Krankheitswesens bis hin zur Sozialindustrie. Und die haben von links bis grün eine starke Lobby in Bundesbern.
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  • Kommentar von antigone kunz  (antigonekunz)
    Einkommens-und Vermögensabhängige Krankenkassenprämien, statt Kopfprämien, die eigentliche Kopfsteuern sind. Könnte wahrscheinlich als eine erste sinnvolle Massnahme zügig eingeführt werden, bis dass dieser lukrative Krankheitssektor, wo zuviele daran verdienen sich wandeln kann. Es ist ein lukrativer Wachstumsektor mit dem Diktat einer Schulmedizin die vorgibt Qualitätsicherung zu betreiben und verhindert, dass stattdessen gute einfache Medizin betrieben werden kann.
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