- Der Lokalsender «Radio 32» zügelt sein Studio von Solothurn nach Aarau.
- CH Media begründet den Entscheid mit der veralteten Studiotechnik.
- Die lokale Identität des Radiosenders soll laut CH Media bewahrt werden.
- Die Solothurner Regierung bedauert den Wegzug.
Seit 1991 sendet Radio 32 aus Solothurn. Vor rund fünf Jahren hat CH Media den Sender übernommen. Nach 35 Jahren verlässt das Solothurner Lokalradio nun die Kantonshauptstadt und zieht in den Nachbarskanton Aargau um. Künftig sendet Radio 32 aus Aarau, wo auch Radio Argovia und der Regional-Fernsehsender Tele M1 beheimatet sind. Ein Stellenabbau ist nicht geplant.
CH Media begründet den Entscheid mit der veralteten Studiotechnik in Solothurn. «Die Studios haben das Ende ihrer Lebensdauer erreicht», erklärt Nicola Bomio, Leiter TV Regional und Radio. In Aarau stünde eine moderne Infrastruktur zur Verfügung. Ein weiterer Grund für den Umzug: Am bisherigen Studiostandort in Solothurn sei eine Arealentwicklung vorgesehen, erklärt Bomio. «Ein Auszug wäre demnach in den nächsten Jahren ohnehin nötig geworden.»
Lokale Identität soll weiterleben
Für die Hörerinnen und Hörer von Radio 32 soll sich laut Bomio nichts ändern: «Die regionale Verankerung und die Berichterstattung über die Region bleiben bestehen. Radio 32 ist weiterhin der Region verpflichtet.» Weiterhin flössen regionale Themen, Veranstaltungen und Stimmen aus dem Mittelland in die Berichterstattung ein.
Es ist nicht die erste Umstrukturierung in den Regionalredaktionen von CH Media. Vor rund zwei Jahren strich CH Media Stellen bei den beiden Regionalsendern Argovia und Radio 32. Ende 2024 stellte das Medienunternehmen zudem von einem Tag auf den anderen die sechs regionalen Today-Plattformen ein, die jeweils stark auf die lokale Berichterstattung fokussierten.
Solothurner Regierung ist besorgt
Die Solothurner Regierung verfolgt diese Entwicklung schon länger. Die regionale Berichterstattung werde so stark geschwächt, betont Andrea Affolter, Medienbeauftragte der Solothurner Regierung. «Der Regierungsrat bedauert den geplanten Wegzug von Radio 32 ausserordentlich und befürchtet, dass die regionale Verankerung über kurz oder lang verloren geht.» Es stelle sich die Frage, ob man wirklich am Puls von Themen und Menschen sein kann, wenn man in der Region nicht mehr präsent ist.
Nicola Bomio ist überzeugt, dass dieser Spagat gelingen wird. «Selbstverständlich werden wir auch in Zukunft in der Region präsent sein mit unserem Team aus Reporterinnen und Reportern, Moderatorinnen und Moderatoren.» Weiterhin soll es in Solothurn auch einen Arbeitsplatz geben, wo Beiträge produziert und übermittelt werden können.
Auch wenn Radio Argovia und Radio 32 schon bald am gleichen Standort ihr Zuhause haben, eine Fusion der beiden Lokalradios ist laut Bomio nicht geplant.