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Bundesrat erweitert Zertifikatspflicht
Aus Echo der Zeit vom 08.09.2021.
abspielen. Laufzeit 11:02 Minuten.
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Mehr Freiheiten mit Zertifikat «Das Zertifikat verbessert auch den Schutz in Restaurants»

Der Bundesrat weitet also die Zertifikatspflicht aus – mit dem Ziel, dass sich weniger Menschen anstecken und der Druck auf die Spitäler abnimmt. Die Massnahme sei nötig und könne sich epidemiologisch positiv auswirken, sagt SRF-Wissenschaftsredaktor Thomas Häusler.

Thomas Häusler

Thomas Häusler

Wissenschaftsredaktor

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Thomas Häusler ist Wissenschaftsredaktor bei SRF. Er hat in Biochemie doktoriert und eine Weiterbildung in Wassermanagement an der Uni Genf absolviert. Seit 2013 ist er Leiter der Wissenschaftsredaktion.

SRF News: Ist die erweiterte Zertifikatspflicht das richtige Instrument, um die Lage zu entspannen?

Thomas Häusler: Na ja, es bietet sich an. Denn es sorgt ohne allzu grosse Einschränkungen dafür, dass sich jene Menschen, die mit der höchsten Wahrscheinlichkeit ansteckend sind, sich nicht mehr in grösseren Gruppen in öffentlichen Innenräumen treffen. Das sind die Ungeimpften, die nicht getestet sind.

Denn in diesen Innenräumen besteht die grösste Ansteckungsgefahr. Vielleicht hilft das Zertifikat zusätzlich, noch einige Impfzögerer zu überzeugen. Auch das würde helfen. Aber ob dieses Paket reicht, das muss man sehen.

Warum in Restaurants - sie haben ja eigentlich Schutzkonzepte eingeführt?
Der Schutz durch das Zertifikat wird schon besser: Denn damit sinkt das Risiko deutlich, dass jemand, der infiziert oder ansteckend ist, sich im Restaurant befindet. Und gerade mit der Delta-Variante kann es durchaus sein, dass so jemand trotz Schutzkonzept in einem Innenraum etliche Leute ansteckt, wenn diese lange ohne Maske am Tisch sitzen.

Auch die Verschärfung der Einreisebestimmungen wird geprüft. Wie wichtig ist diese Massnahme aus epidemiologischer Sicht?

Spätestens dieser Sommer hat gezeigt, wie wichtig sie sein kann. Besonders, wenn viele ungeimpfte Menschen in Länder mit hohen Fallzahlen reisen und wieder zurückkommen. Und man wusste das eigentlich auch schon vorher. Darum ist es gut, dass diese Massnahme auf die Herbstferien hin nun kommen soll. Zu einem Zeitpunkt, zu dem sich die epidemiologische Lage durch kühleres Wetter verschlechtern könnte, gibt das etwas Gegensteuer.

Zurzeit scheinen die Schulen wieder zu Hotspots zu werden. Was wären aus epidemiologischer Sicht dort für weitere Massnahmen dringlich?

In der Tat werden Kinder und Jugendliche momentan am häufigsten angesteckt. Und sie bringen das Virus in die Schule oder von da auch nach Hause. Man muss also die Ausbrüche an den Schulen reduzieren.

Es gibt Hinweise, dass regelmässige Tests dies erreichen. Darum wäre flächendeckendes Testen an allen Schweizer Schulen eine sehr gute Idee. Weitere Massnahmen – zum Beispiel in allen Schulzimmern CO2-Sensoren, die zum Lüften anregen – wären auch nützlich.

Das Gespräch führte Simone Hulliger.

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Aus Tagesschau vom 08.09.2021.

Echo der Zeit, 08.09.2021, 18:00 Uhr;

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31 Kommentare

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  • Kommentar von Andreas Wiedler  (infonews)
    Das muss man sich mal vor Augen führen... im Restaurant gibt es begrenzte Plätze, man sitzt relativ weit auseinander und man geht nicht jeden Tag essen. Im Supermärkten, Geschäften hunderte von Menschen, dicht gedrängt, oft mehrmals die Woche...
    1. Antwort von Mike Steiner  (M. Steiner)
      Schon mal die Aufenthaltszeit (Exposition) berücksichtigt? - Ja, all die Zusammenhänge im Griff zu haben, ist aber auch schwer...
  • Kommentar von Uwe Frings  (Baggi)
    Ich finde, dass die verschiedenen Bestimmungen willkürlich und wischiwaschi sind:
    Woher weiss der Virus, dass er in Restaurants gefährlich ist und bei Politik-Anlässen nicht..!?
    …ausserdem drängeln sich die Kunden im Supermarkt am Gemüse und an der Fleischtheke…!?
    1. Antwort von Priska van de Giesen  (Prifu)
      @Baggi: Sowohl an Politikanlässen wie auch im Supermarkt tragen die Leute Masken, in Restaurants jedoch am Tisch nicht. DAS ist der Unterschied und hat nichts mit Willkür und Wischiwaschi zu tun!
  • Kommentar von Heiko Gisko  (HGisko)
    Die Restaurants werden wegen der Zertifikateonführung kaum Einbussen erleiden; das Geld kommt einfach von Zertifikathaltern, die bis jetzt zu Hause blieben. In Österreich funktioniert‘s so ganz gut, weshalb nicht auch in der CH?
    1. Antwort von Christian Kaiser  (Chriska)
      Genau. Ich bin zur Zeit in Österreich und erlebe es täglich wie gut es funktioniert. Dafür ohne maske ins Museum, auch in Geschäften krine Maskenpflicht. Und immer noch gratis Antigen-Tests für alle.
    2. Antwort von Lena Müller  (lena7)
      eben, gratis Antigen-Tests. Das ist der grosse Unterschied...
    3. Antwort von Marion Steger  (Marion Steger)
      Ja, man kann sich über das helvetische Gejammer nur wundern. Bin seit 10 Tagen in Bayern in den Ferien. 3G überall, die Restaurants sind voll. Man zeigt am Eingang sein Zertifikat und "guad is". Das sollten wir Schweizer dich auch hinkriegen, oder?