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Krebserkrankte sorgen sich um genügend Plätze auf Intensivstationen
Aus HeuteMorgen vom 06.09.2021.
abspielen. Laufzeit 02:09 Minuten.
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Menschen mit Krebs besorgt Wegen Corona werden wieder Operationen verschoben

Krebspatientinnen und -patienten sind wegen der aufgeschobenen Operationen in Sorge. Im letzten Jahr fielen auch Vorsorge-Untersuchungen aus.

Unter Eindruck der Corona-Pandemie haben Medizinerinnen und Pharma-Vertreter davor gewarnt, Krebserkrankungen zu spät zu erkennen und zu behandeln. Mit dem aktuellen Ansteigen der Fallzahlen brauchen wieder mehr Menschen einen Platz auf der Intensivstation, Operationen werden verschoben. Die Krebsliga ist besorgt.

Wir haben Rückmeldung von Krebsbetroffenen erhalten, die besorgt sind.
Autor: Stefanie de Borba Mediensprecherin Krebsliga Schweiz

Bei der Krebsliga melden sich derzeit immer wieder verunsicherte Patientinnen und Patienten, wie Medien-Sprecherin Stefanie de Borba erklärt: «Wir haben Rückmeldung von Krebsbetroffenen erhalten, die besorgt sind, weil sie eine Tumoroperation vor sich haben und sie jetzt nicht wissen, ob sie diesen Eingriff machen lassen können.»

Keine Intensivbetten für nach der Krebsoperation

Während der letzten Woche haben die Spitäler gemeldet, dass ihre Intensivstationen wieder belegt sind und insbesondere nun junge Corona-Infizierte behandelt werden müssen. Verschiedene Spitäler schieben deshalb wie im letzten Jahr Operationen auf. Auch die Hausärztinnen und Hausärzte beobachten diese Entwicklung und verstehen die Sorge der Krebspatientinnen und -patienten.

Ein Intensivpflegeplatz kann Krebspatientinnen und -patienten im Moment nicht garantiert werden.
Autor: Philippe Luchsinger Präsident Hausärzte Schweiz

Philippe Luchsinger, Präsident von Hausärzte Schweiz erklärt: «Leute, die eine Chemotherapie benötigen und keine Intensivstation brauchen, sind von dieser Situation nicht betroffen. Wenn sie aber eine grössere Bauch- oder Brustoperation benötigen, dann sind sie darauf angewiesen, dass sie nachher einen Platz auf der Intensivstation bekommen. Ein solcher kann diesen Personen im Moment nicht garantiert werden.»

Legende: Spitäler hierzulande melden, dass ihre Intensivstationen wieder belegt seien und nun deshalb wie im letzten Jahr Operationen aufgeschoben werden müssten. Keystone/Archiv (Symbolbild)

Die wissenschaftliche Corona-Task-Force des Bundes hat im Frühjahr hochgerechnet, welche Erkrankungen am ehesten betroffen von einem solchen Behandlungsaufschub wären. Darunter sind bösartige Tumore im Brustbereich sowie im Atemsystem.

Noch keine konkreten Zahlen

Doch aktuelle Zahlen zu aufgeschobenen Krebsbehandlungen gibt es weder bei der Krebsliga noch bei der medizinischen Fachgesellschaft. Im Moment gibt es nur Schätzungen dazu, ob sich im Corona-Jahr 2020 weniger Menschen präventiv auf Krebserkrankungen haben untersuchen lassen.

Wir gehen auch davon aus, dass besonders im letzten Frühjahr natürlich tatsächlich weniger Vorsorgeuntersuchungen gemacht wurden.
Autor: Stefanie de Borba Mediensprecherin Krebsliga Schweiz

Krebsliga-Sprecherin de Borba sagt dazu: «Wir gehen auch davon aus, dass besonders im letzten Frühjahr tatsächlich weniger Vorsorgeuntersuchungen gemacht wurden – mindestens 10 Prozent wahrscheinlich.»

Legende: Wer derzeit eine grössere Krebsoperation benötige, sei danach auch darauf angewiesen, dass sie nachher einen Platz auf der Intensivstation bekommen würde, sagt Philippe Luchsinger von Hausärzte Schweiz. Keystone/Archiv (Symbolbild)

Diese Zurückhaltung haben auch die Hausärztinnen und -ärzte festgestellt. Laut Philippe Luchsinger von Hausärzte Schweiz (Verband der Hausärztinnen und -ärzte) sind diese Vorsorgeuntersuchungen aber inzwischen nachgeholt worden. Wenn nun die Sorge wegen eines Operationsstaus wächst, ist sie bei den Vorsorge-Untersuchungen unbegründet.

HeuteMorgen, 06.09.2021, 06:00 Uhr

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184 Kommentare

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  • Kommentar von Markus Wildermuth  (MWILD)
    Bei jeder "Welle" das gleiche Thema -- Keine Kapazitäten. Frage: Was hat das Parlament seither unternommen, um das Gesundheitswesen zu stärken? Schon vor Corona waren die Arbeitsbedingungen schlecht und es wurde gespart - auch auf dem Buckel des Gesundheitspersonals.
  • Kommentar von Leonhard Müller  (Pardon)
    Mit welcher ethischen und/oder juristischen Begründung werden ungeimpfte Corona-Kranke gegenüber Krebspatient*innen bevorzugt behandelt? Reicht es nicht, dass alle Prämienzahler*innen den Ungeimpften die Spitalaufenthalte mitfinanzieren?
    1. Antwort von Martin Ebnöther  (Venty)
      Das ist eine sehr gute Frage, der jeweils gezielt ausgewichen wird. Jemand, der eine neue Hüfte braucht, wird halt momentan vertröstet, weil daran stirbt man ja nicht. Dass das Leben so aber auch keinen Spass macht, weil man vor Schmerzen teilweise fast verreckt, das interessiert die ganzen Impfgegner halt nicht. Sie selber sind ja gesund.
  • Kommentar von Markus Feierabend  (Quantenmechanik)
    Gegen Krebs gibt es keine Impfung. Wer sich aus Bekömmlichkeit nicht impft soll hinten anstehen müssen.