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Infektiologin zur indischen Corona-Variante
Aus Schweiz aktuell vom 17.05.2021.
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Mutante in der Schweiz Wie lässt sich die indische Variante bremsen?

In der Schweiz sind laut dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) bis dato 20 Fälle der indischen Coronavirus-Variante nachgewiesen worden. Vor allem in Genf wurden mehrere Ansteckungen registriert. Die indische Variante gilt als aggressiv und resistent. Infektiologin Pauline Vetter erklärt, welche Möglichkeiten es zur Eindämmung gibt.

Pauline Vetter

Pauline Vetter

Infektiologin am Universitätsspital Genf

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Pauline Vetter ist Chefärztin und Infektiologin am Laboratorium für Virologie im Universitätsspital der Universität Genf (HUG).

SRF News: Die indische Variante ist in der Schweiz angekommen. Überrascht Sie das?

Pauline Vetter: Nein, das überrascht uns nicht. Denn Virusvarianten machen nicht an der Grenze halt. Wichtig ist, dass man sie rasch entdecken kann. Das machen wir hier, in dem wir die Virusvarianten sequenzieren. Das tun wir im Rahmen eines nationalen Überwachungsprogramms.

Wir haben heute noch keine Daten zur Schwere der Krankheitsverläufe mit der indischen Virusvariante.

Was bedeutet die Ankunft des indischen Virus?

Die indische Virusvariante ist da. Wir konnten bisher rund 15 Fälle entschlüsseln. Es handelt sich dabei um Community-Übertragungen. Das heisst, es sind nicht nur Reisende, die sich mit der indischen Variante infiziert haben, sondern auch Personen, die sich in der Region Genf angesteckt haben. Wahrscheinlich ist es sogar nur ein kleiner Teil aller Fälle, den wir sehen, weil wir beispielsweise Schnelltests nicht sequenzieren.

Die indische Virusvariante soll leichter übertragbar sein als die bisherigen Varianten. Ist sie auch gefährlicher?

Wir haben heute noch keine Daten zur Schwere der Krankheitsverläufe mit der indischen Virusvariante. Was man aus Indien weiss, ist schwer auf die Schweiz zu übertragen: Die Daten sind unvollständig, und man kann die Gesundheitssysteme nicht miteinander vergleichen.

Es kann sein, dass man eine dritte Impfdosis dieser Virusvariante anpassen muss.

Fakt ist, die Virusvariante zirkuliert in Genf. Als Reaktion wurde das Contact-Tracing verstärkt. Reicht das, um die Ausbreitung zu verlangsamen?

Man kann noch mehr machen, um die indische Variante zu bremsen – so viele Leute impfen wie möglich. Die ersten Studien zur Wirkung der Vakzine sind ermutigend: Es sind zwar erst In-Vitro-Labor-Tests, aber sie zeigen, dass die RNA-Impfstoffe, die wir in der Schweiz haben, auch gegen die indische Virusvariante funktionieren.

Eine dritte Impfdosis für die indische Virusvariante könnte es aber trotzdem geben?

Es ist möglich, dass das nötig wird. Es kann auch sein, dass man eine dritte Impfdosis dieser Virusvariante anpassen muss. Aber wie gesagt, was man bis jetzt sieht, ist beruhigend – nämlich, dass die Impfstoffe grundsätzlich auch gegen die indische Virusvariante wirken dürften.

Das Interview führte Felicie Notter.

Schweiz aktuell vom 17.05.2021;

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44 Kommentare

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  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    Nur "den Elefanten im Raum" wird nicht benannt: Keine Flüge aus Indien! Es wird auf "Community-Ansteckung" verwiesen. Ja, jetzt ist es zu süät, aber man hat ja nie etwas von Indien gehört...
    Es gibt aber Hoffnung: Denn obwohl auch in Manaus die Brasilianische Variante extrem wütete wurden die Flüge nie eingestellt. Wird wohl mit der Indienvariante nicht anders sein. Zum Glück fand man dennoch jemand aus dem Gesundheitswesen der sich dazu äusserte.
  • Kommentar von Mike Steiner  (M. Steiner)
    Das war angesichts der Eidgenössischen Zauderpolitik zu erwarten. Ebenfalls zu erwarten steht, dass in 4-6 Wochen diese Variante zur vorherrschenden auch hierzulande wird. Das Geschrei wird gross sein, wenn Lockerungen zurückgenommen werden müssen. Bereits Anfang Jahr war kler: Unentschlossenes Handeln und Kniefall vor dem Mob werden sich rächen. Der Moment naht nun.
    1. Antwort von Marie Keller  (kokolori)
      Der Kommentar klingt ja höchst dramatisch.
      Kniefall vor dem Mob?
      Ich freue mich über die Lockerungen und befürworte diese. Gehöre ich dann zum Mob?
      Die Situation ist doch jetzt wirklich nicht mehr so schlimm, wie auch schon. Jede Menge Geimpfte, Genesene, sinkende Fallzahlen....
      Diese pessimistischen Aussagen kann ich nicht nachvollziehen.
    2. Antwort von Mike Steiner  (M. Steiner)
      Das unterscheidet Leute mit Weitblick von solchen, die ihn nicht haben.
    3. Antwort von Patrik Müller  (P.Müller)
      @Steiner: Wo waren ihre Forderungen als der Brasilien Virus als neueste Todesgefahr ausgerufen wurde?
      Genau so verspielt die Politik ihre Glaubwürdigkeit. Einen auf Angst und Besorgung machen, aber ausser Beobachten und Kontrollieren nichts das den "Import" des Virus unterbinden würde. Und später dann aber im eigenen Lande "Geschäfte zu und dicht".
  • Kommentar von Martin H. Meier  (Mahame)
    @SRF: In der Einleitung zum Interview schreiben Sie:
    "Die indische Variante gilt als aggressiv und resistent."
    Wollen Sie Angst und Schrecken verbreiten? Frau Vetter sagt im Interview, dass klinische Untersuchungen/Resultate in die gegenteilige Richtung zeigen.