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Schlechter Holzertrag im vergangen Jahr
Aus Rendez-vous vom 16.07.2020.
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Nach Hitzesommer 2018 Schweizer Bäume leiden unter Trockenheit

  • Bäume in der Schweiz haben im sehr trockenen und rekordheissen Sommer 2018 nachhaltig Schaden erlitten: Sie vertrockneten schneller, trieben im Folgejahr nicht mehr aus oder waren gar abgestorben.
  • Jene Bäume, welche den Trocken- und Hitzestress überlebt hatten, wurden zunehmend anfälliger für einen Befall mit Borkenkäfern oder Pilzen.
  • Dies zeigen physiologische Messungen, die zum Teil am Basler Forschungsstandort «Swiss Canopy Crane II» durchgeführt wurden.

Die Analyse des Gewebes der Bäume zeigte, dass der Wassermangel im Hitzesommer 2018 früher und stärker auftrat als gewöhnlich. Dadurch traten bei vielen Baumarten schwere dürrebedingte Stress-Symptome auf: Das Laub welkte, alterte und wurde frühzeitig abgeworfen.

Bäume verlieren bei grosser Hitze über die Oberfläche sehr viel Wasser, können den Wasserverbrauch jedoch drosseln. Wenn aber auch der Boden austrocknet, kann der Baum das Wasser nicht ersetzen. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis die Dehydrierung der Zellen einen Baum zum Absterben bringt, wenn das Bodenwasserreservoir aufgebraucht ist.

Auch resistente Bäume litten

Erstaunlicherweise hätten auch Bäume gelitten, die als trockenresistent gelten – Buchen, Weisstannen und Föhren. Die Bäume in den mitteleuropäischen Wäldern kommen also mit Hitze- und Dürreperioden nicht zurecht. Dies ist problematisch, denn die Forscher rechnen aufgrund von Prognosen damit, dass die Niederschläge in Europa in den nächsten 65 Jahren um bis zu ein Fünftel zurückgehen. Damit dürften sich Dürre- und Hitzeereignisse häufen.

Aus Sicht der Forschenden der Uni Basel ist es daher unumgänglich, dass die Wälder umgebaut werden. Propagiert werden dabei oft Mischwälder. Diese haben den Forschern zufolge viele ökologische und auch ökonomische Vorteile. Ob sie aber auch widerstandsfähiger gegen Trockenheit sind, sei noch nicht eindeutig bewiesen. Es müsse nun erforscht werden, welche Baumarten in welcher Kombination gut seien – auch forstwirtschaftlich gesehen.

Hitzesommer 2018 übertrifft sogar 2003

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Der Hitzesommer 2018 löste den Sommer 2003 als Rekordsommer seit Messbeginn ab. Ein Vergleich von Klimadaten aus der Schweiz, Deutschland und Österreich zeigt, dass das Jahr 2018 deutlich wärmer ausfiel: Die durchschnittliche Temperatur während der Vegetationsperiode lag 1.2 Grad über dem Wert von 2003 und sogar 3.3 Grad über dem Mittel der Jahre 1961 bis 1990.

Video
Aus dem Archiv: Wie gut geht es dem Wald?
Aus 10vor10 vom 10.06.2020.
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SRF 4 News, 16.07.20. 10:30 Uhr;

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23 Kommentare

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  • Kommentar von Lukas Schmid  (Traugott)
    Klimawandel ist klar.
    Ich denke eine Ursache ist auch, das die Trinkwasserversorgung und die Landwirtschaft Wasser aus dem Grundwasser entnimmt, und dadurch der Grundwasserspiegel erschrecken sinkt.
    Die Bäume also mit ihren Wurzeln das Wasser nicht mehr direkt ansaugen können.
    Man muss diese Praktiken entlich regulieren, sei es durch mehr Hecken und Bäume in der Landwirtschaft, damit der Boden weniger schnell austrocknet, oder durch ein Verbot der Grundwasserentnahme.
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    1. Antwort von Walter Schmid  (W. Schmid)
      Soweit dürften sie Recht haben. Leider fehlt mir, dass wir die Einwanderung stoppen sollten. Jetzt 8,5 Millionen und bald?? Menschen benötigen Trinkwasser, Nahrung und produzieren Abfall und Abwasser. Die Landwirtschaft benötigt viel Wasser stimmt, aber mit weiteren Mitbewohner noch mehr. Diese wollen Wohnfläche, Grünflächen verschwinden. Dieser Kreislauf müssen wir stoppen, darum ein grosses JA zur Begrenzungsinitiative.
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  • Kommentar von Jörg Wombacher  (Dr. Fritz)
    Die Bilder von trockenen und brennenden Wäldern tun einfach nur weh. Naja, Hauptsache ich kann mach dem Motto weiterleben: mein Haus, mein Auto, meine Yacht. Wir haben uns mit unseren menschlichen Egos mittlerweile so sehr von Umwelt und Natur entfremdet, dass wir halt den Preis zahlen müssen, und solche Bilder bestenfalls Betroffenheit, viel zu selten aber echten Veränderungswillen hervorrufen.
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  • Kommentar von Walter Schmid  (W. Schmid)
    Bin kein Fachmann. Aber kürzlich hatte ich auf einer Wanderung durch einen Wald ein Gespäch mit einem Förster. Dieser schilderte nicht so krasse Schäden und der Wald hätte sich 2019 bis heute gut erholt. Wir haben einfach zu viele Wahrsager und zuwenig ehrliche Fachpersonen. Permafrostböden in Sibirien tauen auf. Klimawandel eindeutig durch Menschen verursacht. Wie wurden vor 10000 Jahren die Mammuts innert Stunden tiefgefroren, so dass in deren Mägen noch Grünzeug gefunden wurden?
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    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Walter Schmid: Es kommt draufan, wo in der Schweiz Sie durch den Wald gewandert sind. In Luzern regnet es viel mehr als in Basel.
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