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Erfahrungsbericht eines Zürcher Polizisten
Aus HeuteMorgen vom 20.04.2020.
abspielen. Laufzeit 01:54 Minuten.
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Neue Aufgaben So erlebt ein Polizist die Corona-Zeit

Solch ruhige Wochenenden habe er noch nie erlebt, sagt Polizist Daniel Gmür. Sein Aufgabenspektrum hat sich verschoben.

Gerade an Samstagabenden könne es sehr hektisch sein. Doch momentan sei das ganz anders: «Gerade die Wochenenden sind extrem ruhig, dadurch, dass natürlich nichts offen hat. Seit 15 Jahren, seit ich bei der Polizei arbeite, habe ich so etwas noch nie erlebt, dass das Wochenende so friedlich und geordnet abläuft.» Die bekannten Partymeilen wie die Langstrasse seien ganz still. Auch Einbrüche gebe es viel weniger.

Neu ist dagegen die Aufgabe, auf Plätzen dafür zu sorgen, dass der Abstand eingehalten wird. Der 37-Jährige zeigt auf einen kleinen Platz an der Limmat, gleich neben der Hauptwache Urania mitten in der Stadt Zürich: «Die Leute kommen hierher zum Mittagessen und da müssen wir darauf achten, dass pro Bank nur zwei Leute Platz nehmen – einer links und einer rechts.»

«Mit unserer Strategie kommen wir gut durch»

Meist seien es Junge, die sich in Gruppen treffen würden. Da sei es nicht immer angenehm, die Rolle des Spielverderbers zu spielen: «Ja, es gibt schon Angenehmeres. Aber es ist auch nicht so, dass ich mich sträuben würde, solche Einsätze zu fahren. Überhaupt nicht.»

Natürlich gebe es Fälle, in denen die Polizei beschimpft oder gar angegriffen werde. Doch zum Glück passiere das selten – auch wegen ihrer Strategie, sagt Gmür, der auch im Vorstand des Polizeibeamtenverbands ist: «Man muss sagen, dass wir eigentlich auf Dialog setzen und nicht auf Repression. Und mit dieser Strategie, die wir fahren, kommen wir auch gut durch.»

Die Menschen haben selber realisiert, dass man etwas machen muss, um möglichst schnell aus der Krise herauszukommen.
Autor: Daniel GmürPolizist und Vorstandsmitglied im Polizeibeamtenverband

Insgesamt halte die Bevölkerung die Vorgaben sehr gut ein. Und der Einsatz der Polizei werde von den meisten geschätzt: «Die Menschen haben selber realisiert, dass man etwas machen muss, um möglichst schnell aus der Krise herauszukommen. Und von daher habe ich den Eindruck, dass das überhaupt nicht negativ aufgenommen wird von der Bevölkerung.» Gmür ist froh, dass die Bevölkerung mithilft, die Corona-Krise möglichst gut zu überwinden.

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Neuer Polizeialltag in Corona-Zeiten
Aus Tagesschau in Gebärdensprache vom 19.04.2020.
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Heute Morgen, 20.4.2020, 6 Uhr

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Manuela Fitzi  (Mano)
    Ich kann es mir vorstellen, dass es für die Polizisten auch sehr frustrierend sein kann, Ignoranten Tausend mal das gleiche zu sagen, nämlich, Abstand halten, nach Hause gehen. Sie könnten sich stattdessen wirklich auf ihre Aufgabe konzentrieren. Gerade gesten hatten wir einen "echten" Einsatz in der Gegend, wo eine Frau belästigt wurde von einer Gruppe angetrunkenen Männern. Die Polizei hat es gerichtet, danke dafür. Bitte Ignoranten, die Behörde nicht von der sinnvollen Arbeit abhalten!
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  • Kommentar von VIKTOR KRUMMENACHER  (vk4103)
    Es gibt ja gar keine Ausgangssperre!
    Aber noch 300 Personen in künstlicher Beatmung.
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  • Kommentar von Kurt E. Müller  (KEM)
    Ich könnte nie bei der Polizei arbeiten. Anderen Leuten wegen einem Virus irgendwelche Massnahmen aufzwingen, deren Sinn und Zweck total fragwürdig ist, aber auf keinen Fall hinterfragt werden darf ... Erinnert mich zu sehr an Militär und Rekrutenschule. Kritische Geister waren auch dort unerwünscht. Jeder Polizist sollte sich vielleicht auch mal fragen, was denn bei einer Ausgangssperre wäre. Würde er im Extremfall schiessen auf einen, der unbedingt im Park statt zuhause sein Buch lesen will?
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    1. Antwort von Hans-Ulrich Rechsteiner  (Rechi)
      Solche Leute sind keine kritischen Geister sondern schlicht Querulanten.
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    2. Antwort von Urs Salzmann  (pfefferusalz)
      Seltsames Beispiel mit der Ausgandssperre!
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    3. Antwort von Hans Hegetschweiler  (hansicomment)
      Wenn man die eigene Meinung für unfehlbar hält, dann argumentiert man mit der Unwahrheit. Es ist einfach gelogen, dass die bestehenden Massnahmen nicht hinterfragt werden dürfen. Sie werden hinterfragt und die Partei,die sie am meisten hinterfragt enthält auch angemessenen Raum in den "Systemmedien" (nicht zu sprechen von den alternativen Medien, wo nur hinterfragt wird). Wieso man auf jemanden schiessen sollte, der den Lockdown missachtet, bleibt Ihr Geheimnis. Welcher Extremfall soll das sein?
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    4. Antwort von Thomas Aeppli  (T. Aeppli)
      Sie müssen in einer Parallelwelt leben. Die Polizei schiesst hierzulande nämlich höchst selten auf friedliche, bücherlesende Parkbenutzer. Da müssen Sie etwas falsch verstanden haben! ;)
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