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Neue Ausrichtung Privates Museum läuft Basler Kunstmuseum den Rang ab

Die Entwicklung der beiden Museen ist unterschiedlich: Die private Fondation Beyeler meldet einen Rekord bei den Besuchszahlen, das staatliche Kunstmuseum einen Einbruch.

274’374 Menschen haben die Ausstellung der japanischen Künstlerin Yayoi Kusama in der Fondation Beyeler in Riehen bei Basel besucht. Vor dem Eingang des privaten Museums bildeten sich teils lange Schlangen. Ende Jahr meldete die Fondation Beyeler dann einen Rekord: 500'000 Gäste haben das Museum 2025 besucht.

Yayoi Kusama: Verspielt und «Insta-tauglich»

Nach der erfolgreichen Ausstellung der zeitgenössischen Künstlerin setzt die Fondation Beyeler auf einen alten Meister: Paul Cézanne. Auch diese Ausstellung hat das Potenzial, besonders viele Menschen anzulocken.

Anders die Situation am staatlichen Kunstmuseum. Dort sind die Besucherzahlen im vergangenen Jahr regelrecht eingebrochen: von über 340'000 im Jahr 2024 auf 272'549 Ende 2025. Mitschuldig sei ein Wasserschaden gewesen, lässt das Museum ausrichten. Nicht alle Häuser waren normal geöffnet.

Aussenansicht des Kunstmuseums Basel mit Strassenbahnlinien im Vordergrund.
Legende: Der Hauptbau des Kunstmuseums Basel wurde 1936 eingeweiht. Voraussichtlich ab 2029 stehen vierjährige Sanierungsarbeiten an. Mark Niedermann

Zudem hat der ehemalige Direktor Josef Helfenstein ein Finanzloch von 2.5 Millionen Franken hinterlassen. «Um die Institution finanziell zu stabilisieren, haben wir weniger Ausstellungen gemacht», sagt Elena Filipovic, die seit zwei Jahren Direktorin des Kunstmuseums ist. Weniger Ausstellungen bedeuten aber auch weniger Menschen, die sie besuchen.

Frau in schwarzem Oberteil und grüner Hose steht vor Treppe.
Legende: Elena Filipovic ist seit April 2024 Direktorin des Kunstmuseums Basel. Kaum im Amt, musste sie sich um das Loch in der Kasse kümmern. Keystone/Georgios Kefalas

Schaut man aufs geplante Programm, fällt auf, dass die Fondation Beyeler einen Blockbuster nach dem andern zeigt. Im prestigeträchtige Kunstmuseum fehlen solche Ausstellungen in diesem Jahr jedoch. «Natürlich bin auch ich an grossen Namen interessiert», sagt Filipovic dazu. «Aber ich bin auch interessiert daran, die grossen Namen von morgen zu machen.»

Während Jahrhunderten haben Museen Kunst von Männern ausgestellt, aber niemand sprach von einem Männerprogramm.
Autor: Elena Filipovic Direktorin Kunstmuseum Basel

Filipovic gibt ihrem Museum eine neue Ausrichtung: Sie stellt vermehrt Künstlerinnen aus. Die nächste Sonderausstellung widmet sie der amerikanischen Expressionistin Helen Frankenthaler.

Von Platzhirschen und Publikumsmagneten

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In der Zentralschweiz ist das staatliche Kunstmuseum Luzern der Platzhirsch. Das Haus schafft es immer wieder, renommierte Namen mit Zentralschweizer Bezug zu zeigen; etwa William Turner oder Ugo Rondinone. Beliebt bei Kunstinteressierten aus aller Welt ist auch die private Sammlung Rosengart in der Stadt Luzern.

In der Ostschweiz ist das private Forum Würth oft besser besucht als staatliche Museen wie das Kunst- und das Kulturmuseum St. Gallen.

In Zürich ist das private Fifa-Museum ein Publikumsmagnet. Ein vergleichbares Haus in staatlicher Hand gibt es nicht, ein Vergleich erübrigt sich also. Auf klingende Namen setzt in Zürich vor allem die Maag-Halle. Sie und das staatliche Zürcher Kunsthaus sind verschieden aufgestellt und ziehen unterschiedliches Publikum an.

Frauen- und Genderthemen seien das, sagen viele, und nennen es ein Programm für Frauen. Die Direktorin widerspricht: «Während Jahrhunderten haben Museen Männer ausgestellt, aber niemand sprach von einem Männerprogramm.» Sie wolle ein ganzheitlicheres Bild der Kunstgeschichte zeigen, sagt Filipovic. Und dazu gehörten auch Künstlerinnen, nicht nur Künstler.

Ziel: Internationales Ansehen

Trotz sinkender Eintrittszahlen hat Elena Filipovic viel vor mit ihrem Museum: «Ich will, dass das Kunstmuseum Basel international als eines der besten der Welt angesehen wird.»

Ob sie das einlösen kann, wird sich zeigen: Die Finanzen des Kunstmuseums sind weiterhin fragil. Zudem muss in den nächsten Jahren der Hauptbau des Museums saniert werden. Nicht die beste Ausgangslage, um zahlreiche Ausstellungen zu machen, die viele Besucherinnen und Besucher anlocken.

Transparenz-Hinweis

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Eine frühere Fassung dieses Artikels hatte noch eine geschätzte Besucherzahl für die Kusama-Ausstellung enthalten - gleich am Textanfang. Nun hat Basel-Stadt die kantonale Museumsstatistik publiziert und die offizielle Besucherzahl für diese Ausstellung in der Fondation Beyeler auf 274’374 beziffert.

In dieser Statistik wird zudem eine tiefere Gesamt-Besucherzahl für das Kunstmuseum Basel genannt: 272'549 – diese Zahl wurde im Vergleichsdiagramm und dem Textabschnitt darunter korrigiert.

Regionaljournal Basel, 17.3.2026, 17:30 Uhr ; 

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