274’374 Menschen haben die Ausstellung der japanischen Künstlerin Yayoi Kusama in der Fondation Beyeler in Riehen bei Basel besucht. Vor dem Eingang des privaten Museums bildeten sich teils lange Schlangen. Ende Jahr meldete die Fondation Beyeler dann einen Rekord: 500'000 Gäste haben das Museum 2025 besucht.
Yayoi Kusama: Verspielt und «Insta-tauglich»
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Bild 1 von 2. Yayoi Kusama spielt gerne mit Punkten. Viele ihrer Werke sind begehbar und instagramtauglich. Bildquelle: KEYSTONE/Andreas Becker.
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Bild 2 von 2. Viele Kunstwerke der Japanerin wecken Neugier. Sie regen die Menschen an, sich mit dem Werk auseinanderzusetzen. Bildquelle: KEYSTONE/Andreas Becker.
Nach der erfolgreichen Ausstellung der zeitgenössischen Künstlerin setzt die Fondation Beyeler auf einen alten Meister: Paul Cézanne. Auch diese Ausstellung hat das Potenzial, besonders viele Menschen anzulocken.
Anders die Situation am staatlichen Kunstmuseum. Dort sind die Besucherzahlen im vergangenen Jahr regelrecht eingebrochen: von über 340'000 im Jahr 2024 auf 272'549 Ende 2025. Mitschuldig sei ein Wasserschaden gewesen, lässt das Museum ausrichten. Nicht alle Häuser waren normal geöffnet.
Zudem hat der ehemalige Direktor Josef Helfenstein ein Finanzloch von 2.5 Millionen Franken hinterlassen. «Um die Institution finanziell zu stabilisieren, haben wir weniger Ausstellungen gemacht», sagt Elena Filipovic, die seit zwei Jahren Direktorin des Kunstmuseums ist. Weniger Ausstellungen bedeuten aber auch weniger Menschen, die sie besuchen.
Schaut man aufs geplante Programm, fällt auf, dass die Fondation Beyeler einen Blockbuster nach dem andern zeigt. Im prestigeträchtige Kunstmuseum fehlen solche Ausstellungen in diesem Jahr jedoch. «Natürlich bin auch ich an grossen Namen interessiert», sagt Filipovic dazu. «Aber ich bin auch interessiert daran, die grossen Namen von morgen zu machen.»
Während Jahrhunderten haben Museen Kunst von Männern ausgestellt, aber niemand sprach von einem Männerprogramm.
Filipovic gibt ihrem Museum eine neue Ausrichtung: Sie stellt vermehrt Künstlerinnen aus. Die nächste Sonderausstellung widmet sie der amerikanischen Expressionistin Helen Frankenthaler.
Frauen- und Genderthemen seien das, sagen viele, und nennen es ein Programm für Frauen. Die Direktorin widerspricht: «Während Jahrhunderten haben Museen Männer ausgestellt, aber niemand sprach von einem Männerprogramm.» Sie wolle ein ganzheitlicheres Bild der Kunstgeschichte zeigen, sagt Filipovic. Und dazu gehörten auch Künstlerinnen, nicht nur Künstler.
Ziel: Internationales Ansehen
Trotz sinkender Eintrittszahlen hat Elena Filipovic viel vor mit ihrem Museum: «Ich will, dass das Kunstmuseum Basel international als eines der besten der Welt angesehen wird.»
Ob sie das einlösen kann, wird sich zeigen: Die Finanzen des Kunstmuseums sind weiterhin fragil. Zudem muss in den nächsten Jahren der Hauptbau des Museums saniert werden. Nicht die beste Ausgangslage, um zahlreiche Ausstellungen zu machen, die viele Besucherinnen und Besucher anlocken.