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Den zivilen Grenzwächtern fehle es an einer Sicherheitsausbildung
Aus HeuteMorgen vom 08.02.2021.
abspielen. Laufzeit 01:39 Minuten.
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Neue Corona-Einreiseregeln Interne Kritik: Dem zusätzlichen Grenzpersonal fehlt das Know-how

Wegen intensiverer Grenzkontrollen werden auch Warenzöllner als Grenzwächter eingesetzt. Das führt zu interner Kritik.

Die Eidgenössische Zollverwaltung will ab heute an den Grenzen sichtbar mehr Präsenz markieren und Kontrollen intensivieren, um die angepasste Corona-Verordnung umzusetzen. Das geht aus einem internen Dokument für die Region Nordostschweiz hervor.

Die Zollverwaltung rekrutiert dazu intern zusätzliches Personal und schickt auch Mitarbeiter der Warenkontrolle an die Grenze, wie mehrere Quellen bestätigen.

Interne Kritik gegen Rekrutierung

Die Zollverwaltung will den Einsatz von zivilen Mitarbeitenden weder bestätigen noch dementieren, schreibt aber auf Anfrage, dass die eingesetzten Mitarbeitenden über die notwendigen Informationen und sonstigen Voraussetzungen verfügten, um ihre Aufgaben ab Montag wahrnehmen zu können.

Ein Mitarbeiter, der anonym bleiben will, widerspricht dem. Die Aktion sei unverantwortlich, denn zivile Mitarbeitende hätten keine Sicherheitsausbildung erhalten. Bei Grenzkontrollen könne es auch zu brenzligen Situationen kommen. Mitarbeitende sollten deshalb stichfeste Westen tragen, heisst es im internen Dokument.

Politiker hat wenig Verständnis für Kritik

FDP-Ständerat Damian Müller erachtet die Kritik als überholt. Er sehe in der Rekrutierung des zivilen Personals an die Grenze kein Problem. Der Luzerner Politiker meint, es sei in der heutigen Krisensituation nichts als selbstverständlich, dass zivile Mitarbeiter an der Grenze aushelfen.

Es ginge nun darum, Flexibilität zu zeigen. Denn diese werde auch von der Privatwirtschaft gefordert. Es sei deshalb nur logisch, dass auch von der Bundesverwaltung diese Flexibilität gezeigt werde.

SRF 4 News, 08.02.2021, 06:00 Uhr

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16 Kommentare

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  • Kommentar von André Eicher  (AEI)
    Es erstaunt nicht, dass die Zollverwaltung kommunikativ in Deckung geht. Die Corona-Krise und kritische Bemerkungen des Personals kommen zu einem schlechten Zeitpunkt. Der ehrgeizige Zolldirektor will die Berufe der Zöllner und Grenzwächter fusionieren. Doch diese Konzeption ist nicht praxistauglich. Zöllner sind «Finanzspezialisten», Grenzwächter dagegen «Polizeiangestellte». In diesem Kontext sind kritische Bemerkungen gegen den Einsatz von zivilen Zöllnern an der Front zu akzeptieren.
  • Kommentar von Werner Vetterli  (KlingWe)
    In der Privatwirtschaft ändern sich die Aufgabengebiete dauernd. Wo liegt hier der Unterschied. Das ist nichts anderes als eine Ergänzung eines Teams, wobei diesem Teammitglied nur angepasste Aufgaben übermittelt werden.
    Das Problem scheint mir eher bei der geplanten Zusammenlegung von Grenzschutz und Zoll zu sein.
    Wie wäre es, die betroffenen Mitarbeitenden vom Arbeitgeber abzuholen. Zwang ist meistens kontraproduktiv.
  • Kommentar von Thomi Furrer  (Thömi)
    Und wieder äussert sich ein Politiker zur Flexibilität aller anderen. Es geht um Menschen, die wie Ware herum geschoben werden. Kommen sie vom hohen Pferd herunter.