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Romandie wehrt sich gegen neue Einschränkungen
Aus Tagesschau vom 09.12.2020.
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Neue Massnahmen des Bundes Korrespondentin: «In der Romandie herrscht grosser Unmut»

In der Westschweiz hätten die Restaurants und Kulturlokale nach einem mehrwöchigen Shutdown wieder geöffnet werden sollen. Entsprechend gross ist der Frust ob der neuen drohenden schweizweiten Verschärfungen der Corona-Regeln, wie SRF-Korrespondentin Barbara Colpi feststellt.

Barbara Colpi

Barbara Colpi

Westschweiz-Korrespondentin

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Barbara Colpi ist seit 2005 bei Radio SRF tätig. Seit dem Frühjahr 2016 ist sie Westschweiz-Korrespondentin. Ihre journalistische Laufbahn begann die studierte Sozialanthropologin bei Radio Freiburg.

SRF News: Wie reagiert man in der Romandie auf die Ankündigung des Bundesrats, die Massnahmen gegen Corona schweizweit verschärfen zu wollen?

Barbara Colpi: Es herrscht grosser Unmut, wie etwa den sozialen Medien zu entnehmen ist. Verärgert zeigte sich auch der Genfer Gesundheitsminister Mauro Poggia im Westschweizer Fernsehen RTS.

Der Genfer Gesundheitsminister Mauro Poggia zeigte sich im Westschweizer Fernsehen sehr verärgert.

Grund dafür ist, dass sich die Westschweizer Kantone zusammentaten und Anfang November Restaurants und Kulturlokale schlossen. Sie konnten damit die Corona-Fallzahlen tatsächlich senken, deshalb sollten die Etablissements am 10. Dezember wieder öffnen. Jetzt drohen schon ab Samstag wieder neue Einschränkungen durch den Bundesrat.

Was stört die Romands denn am meisten?

Es ist die Art und Weise der Entwicklung: Der Bundesrat hat immer betont, die Kantone müssten die Verantwortung übernehmen. Die Westschweizer Kantone taten das, als die Fallzahlen im Oktober stiegen. Schon damals wünschten sie sich eigentlich schweizweit einheitliche Lösungen, stiessen damit in Bern aber auf taube Ohren.

Das stösst in der Romandie sauer auf.

Jetzt nimmt der Bundesrat das Heft plötzlich wieder in die Hand, weil einige Deutschschweizer Kantone zu wenig stark auf steigende Fallzahlen reagieren. Das stösst in der Romandie sauer auf.

Fühlt sich die Westschweiz also übergangen?

Bis zu einem gewissen Grad ist das sicher so. Die Kantone in der Westschweiz werfen dem Bundesrat vor, jetzt mit schweizweit einheitlichen Regeln zu kommen, nachdem die Romandie die Lage einigermassen in den Griff bekommen hat.

Das Wort des Jahres heisst hier ‹Coronagraben› – auf Deutsch.

Es ist auch kein Zufall, dass das Wort des Jahres in der Westschweiz «Coronagraben» lautet – und zwar auf Deutsch. Dieser Coronagraben zwischen Deutschschweiz und Romandie ist seit gestern sicher noch etwas tiefer geworden.

Die Kulturszene in der Romandie hatte sich auf eine sanfte Öffnung vorbereitet – was bedeuten für sie die neuen geplanten Massnahmen des Bundesrats?

Die Kantonsregierungen in der Romandie haben versucht, den Kinos und anderen Kulturstätten eine Perspektive zu geben – jetzt ist das alles möglicherweise wieder zunichte gemacht. Für die Kulturszene ist das eine Katastrophe.

Das Gespräch führte Salvador Atasoy.

SRF 4 News aktuell vom 9.12.2020, 07.15 Uhr;

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57 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Helbling  (Rolf Helbling)
    Wenn man die Entwicklung anschaut sieht man jetzt schon, dass die Zahlen in der Romandie spätestens in einer Woche auch wieder steigen werden. Mehr Freiheiten als der Rest der Schweiz zu fordern, weil man ausnahmsweise mal ein paar Millimeter unter dem Schnitt ist, halte ich für nicht sinnvoll, sonst passiert dort das Gleiche wie jetzt in der Deutschschweiz.
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  • Kommentar von markus ellenberger  (ELAL)
    Ich würde den Westschweizer Kantonen raten, Ihre beschlossenen Massnahmen weiter zuführe, egal was der Bundesrat entscheiden wird.
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    1. Antwort von toufiq ismail  (time)
      Die westschweizer Kantone haben beschlossen, die Restaurants ab dem 10.12. bis 23h für Mahlzeiten wieder zu öffnen (ohne Mahlzeiten 18.30h). Dies nachdem seit November die Restaurants schliessen mussten während in ZH und AG Party gefeiert wurde. JU hat nun z.B. halb so viele Neuinfektionen wie ZH. Am 17.12. sollten Kinos und Theater mit Schutzkonzept möglich sein. Ausser die Faust im Sack kann die Westschweiz wohl nicht viel tun...
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  • Kommentar von christian drack  (Chregel)
    Schmierinfektionen sind völlig aus dem Fokus geraten, obwohl Viren auf winterlich kalten Oberflächen mutmaßlich länger leben als im Sommer...
    All diese Einkaufswagen draußen vor den Geschäften werden berührt, bevor die Hände desinfiziert werden... das nachfolgende Hande desinfizieren am Eingang ist somit NUTZLOS, weil danach der gleiche Wagen wieder in die Hand genommen wird. Was nützen denn da die harten Maßnahmen und Lokdowns???
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    1. Antwort von christian drack  (Chregel)
      Wohl verstanden, ich bin nicht gegen jeglichen Lockdown falls notwendig, aber warum werden nicht zuerst die einfachen Maßnahmen optimiert? Handdesinfektion beim Automaten, vor der Eingangstür und vor dem Einkaufswagen/Körbchen berühren! Wäre doch so einfach und preiswert zu haben (habe das auch dem Bund schon vor bald 2Mt. geschrieben, darauf leider nur eine Eingangsbestätigung erhalten...)
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