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Autofreie Sonntage
Aus 10 vor 10 vom 02.05.2022.
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Nicht nur im Klöntal Diese Schweizer Orte planen autofreie Tage

Die Glarner Landsgemeinde hat am Sonntag beschlossen, den Zugang für den Autoverkehr zum Klöntalersee an gewissen Tagen einzuschränken. Auch andernorts soll der Autoverkehr zunehmend eingeschränkt werden – einige Beispiele.

Murten – autofreie Sonntage

In Murten muss sich derzeit die Stadtregierung nach einer Anfrage aus dem Parlament mit der Frage beschäftigen, ob sie einen Pilotversuch für autofreie Sonntage in der Altstadt durchführen will. Die entsprechende Anfrage kam von den Fraktionen GLP-Mitte-EVP und SP-Grüne. Davon könnten Einwohner, Touristen und Gewerbe profitieren. Doch bereits jetzt gibt es Widerstand: Letzte Woche wurde aus Kreisen der FDP eine Petition gegen einen solchen Pilotversuch eingereicht. Die Petitionäre befürchten insbesondere schlechtere Geschäfte bei einer autofreien Altstadt. Die Stadtregierung will bis Ende Jahr festlegen, ob ein Pilotversuch in die Legislaturziele aufgenommen wird.

Andermatt – autofreie Samstage

Das vom Verkehr geplagte Urner Bergdorf Andermatt hat letztes Jahr in einem Pilotversuch mit autofreien Samstagen experimentiert: An zwei Samstagen war der Dorfkern autofrei. Die Initiative dazu ging von der Tourismusorganisation, dem Hotelier- und dem Gewerbeverein aus. Die Beteiligten ziehen grundsätzlich ein positives Fazit – sowohl die Gäste als auch die meisten Restaurants und Shops haben gemäss Andermatt-Urserntal Tourismus positiv reagiert. Kritische Stimmen gab es einzig von einigen Gastgewerbebetrieben im Dorfkern, die über eigene Parkplätze verfügen.

Auch dieses Jahr soll es wieder autofreie Samstage geben. Mittelfristig sieht das kommunale Verkehrskonzept eine Begegnungszone in den Wintermonaten mit Fahrverbot für Cars und Lastwagen vor. Längerfristig soll die Begegnungszone auch auf die Sommermonate ausgeweitet und schliesslich in eine autofreie Fussgängerzone umgewandelt werden.

Viel Verkehr in Andermatt.
Legende: Viel Verkehr in Andermatt. Die autofreien Samstage sollen das Problem weiterhin abschwächen. Keystone

Winterthur – vier autofreie Sonntage

In Winterthur plant die Stadtregierung aufgrund einer vom Parlament überwiesenen Motion vier autofreie Sonntage. Hintergrund sind hier nicht Ausflügler, welche die Strassen verstopfen: Nach dem Willen des Parlaments soll die Bevölkerung so für den Wert verkehrsarmer Strassen sensibilisiert werden. In einer Pilotphase bis 2025 führt die Stadt gewisse autofreie Tage durch. Danach will sie entscheiden, ob diese weitergeführt werden.

Der Fokus liegt jeweils auf «autofreien Hauptachsen» und «autofreien Quartieren». Denn ein Fahrverbot in der ganzen Stadt ist nicht möglich: Die Stadt ist nicht berechtigt, Kantonsstrassen zu sperren. Der erste «autofreie Sonntag» findet am 25. September statt.

Fussgängerzone Altstadt Winterthur
Legende: In Winterthur ist die Altstadt längst autofrei. Nun soll es auch in anderen Quartieren so weit sein – zumindest an einigen Tagen pro Jahr. Keystone

Zürich – autofreie Samstage

In Zürich hat das mehrheitlich linke Stadtparlament vor wenigen Wochen ein Postulat der AL überwiesen, das jährlich mehrere autofreie Samstage fordert. Das Postulat will, dass der Autoverkehr an mehreren Samstagen pro Jahr in verschiedenen Quartieren stillgelegt wird. Die Zürcherinnen und Zürcher sollen so die Möglichkeit haben, ihr Quartier besser zu Fuss oder mit dem Velo kennenzulernen. Die Stadtregierung hat das Postulat angenommen und wird es jetzt prüfen. Kein Verständnis für autofreie Samstage zeigten im Parlament die FDP und die SVP.

Basel – autofreie Tage in Quartieren

In Basel hat der Grosse Rat einen Vorstoss für autofreie Tage in den Quartieren an den Regierungsrat überwiesen. Demnach sollen in ausgewählten Quartieren an bestimmten Tagen ein Fahrverbot für Autos gelten. Gemäss dem Vorstoss soll so einerseits die Co2-Bilanz des Kantons verbessert werden, andererseits sollen Menschen aus unterschiedlichen sozialen Schichten auf Velos und Trottinetts zusammenkommen. Die Regierung will nun noch dieses Jahr ein Konzept dazu erarbeiten.

Schweiz Aktuell, 02.05.2022, 19:00 Uhr;

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157 Kommentare

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  • Kommentar von SRF News (SRF)
    Liebe Community, wir danken Ihnen für die interessanten und angeregten Diskussionen. Wir wünschen Ihnen einen erholsamen Abend. Liebe Grüsse, SRF News
  • Kommentar von Dieter Strub  (STR)
    mMm ist das reiner Öko-Populismus.
    Wie wäre es wenn alle, wie während der Pandemie, homebased arbeiten würden!!!
    DAS wäre Klimaschutz!!
    Das wäre eine sinnvolle CO2 Reduktion mit netten weiteren Vorteilen wie:
    Keinen Stau mehr auf der Strasse, keine überfüllten ÖV mit hustenden und laut ins Mobile labernden Passagieren, kein Anstehen beim Kaffee und im Personalrestaurant...
  • Kommentar von Dieter Strub  (STR)
    Autofreie Sonntage und das Missionieren dafür von immer demselben Kommentarschreiber provozieren mich diese Weekends für Kurztrips nach zB Nizza, Barcelona London zu nutzen.
    Aber ja ich habe natürlich kein Herz für NACHKOMMENDE.
    1. Antwort von Esther Jordi  (ejejej)
      Herr Strub, wir könnten uns doch auch gemeinsam auf freien Strassen tummeln. ;-)
    2. Antwort von Ueli von Känel  (uvk)
      Herr Strub, dann wünsche ich Ihnen ganz schöne Reisen. Aber eine kleine Anregung: Reisen Sie in möglichst viele dieser Städte in relativ kurzer Zeit; dann vervollständigen Sie folgerichtig Ihre Aversion gegen „Oeko-Populismus“. Das würde doch ganz Ihrer Lebensphilosophie entsprechen. Nochmals viel Vergnügen bei Ihren „guten“ Werken.
    3. Antwort von Ueli von Känel  (uvk)
      Frau Jordi, echt, nicht ironisch, da wünsche ich Ihnen ebenfalls viel Vergügen. Da komme ich gleich herzu, auch nicht ironisch, und bringe einen guten Wein mit - ich will ja weder gegen Sie noch gegen andere einen Fehdehandschuh schwingen.
    4. Antwort von Ueli von Känel  (uvk)
      Herr Strub, ich nehme Ihnen Ihre Einwände nicht übel und stosse mit einem Glas guten Wein an :) nicht ironisch; denn „bärbissig“ bin ich ja eigentlich nicht, sondern durchaus auch optimistisch.