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«Wir zwingen niemanden zu dieser Technologie»
Aus Rendez-vous vom 30.01.2019.
abspielen. Laufzeit 03:55 Minuten.
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Öffentlicher Verkehr Ein einziges Abo für Taxi, E-Bike, Zug und Co.

Vereinfachte Abrechnungen beim Reisen: Der Swisspass soll zum Bindeglied zwischen allen Anbietern werden.

Die Schweizer Verkehrsverbünde und die Unternehmen des öffentlichen Verkehrs haben sich zusammengerauft und ihre Bestimmungen vereinheitlicht. Ob der Hund gratis reist und wo und zu welchem Preis Reisende ihr Velo mitnehmen können, soll überall gleich sein. Denn künftig wollen die Betriebe geschlossener auftreten. Bis in einem Jahr sind sie im sogenannten Direkten Verkehr unter einem Dach vereint.

Jeannine Pilloud ist Vorsitzende des zuständigen strategischen Ausschusses. Sie sagt: «Wir haben vor, den Swisspass weiterzuentwickeln. In Zukunft soll nicht nur ein Abonnement darauf hinterlegt werden können, sondern man soll auch Einzelbillette speichern können.»

Prototyp für neue Abrechnung

Das könnte zu Hause am Computer, am Bahnschalter oder an neuen Automaten, die bargeldlos funktionieren, geschehen. Pilloud sagt: «Wir entwickeln einen Prototyp. Er soll noch in diesem Jahr parat sein. Wir werden ihn neben einem herkömmlichen Automaten testen und sehen, ob er einfach zu bedienen ist.»

Pilloud war bis vor einem Jahr bei der SBB Leiterin des Personenverkehrs. Gemäss ihren Angaben fahren in der Schweiz über zwei Millionen Menschen mit einem Abo. Sie haben also ihre Reisen mit dem öffentlichen Verkehr im Voraus bereits bezahlt.

Preisberechnung nach der Reise

Eine steigende Anzahl von Reisenden testet derzeit die verschiedenen Verkehrs-Apps, welche nach der Reise den günstigsten Preis verrechnen. Das bedingt, dass die Kunden ihre Daten teilen und sich digital verfolgen lassen. Dies ärgert Konsumentenschutz und Kundenorganisationen.

Pilloud sagt dazu: «Jeder, der das automatische Ticketing nutzt, hat vorher eine entsprechende Einverständniserklärung abgegeben. Wichtig für die Branche ist, dass wir auch eine anonyme Art des Reisens anbieten. Wir dürfen niemanden in diese Art von Technologie hineinzwingen.»

Kombination von Fahrzeugen ist die Zukunft

Doch in diesem Modell steckt die Zukunft. Mit Hilfe dieser Daten sehen die Schweizer Verkehrsunternehmen wer, wann, wie unterwegs ist und ob es allenfalls zusätzliche Angebote braucht. Heute sind es zum Beispiel erst drei von 100 Reisen, bei welchen sowohl Auto als auch Zug zum Einsatz kommen.

Die Vision der Anbieter ist, dass die Passagiere von Tür zu Tür reisen und alle Verkehrsmittel, die dafür nötig sind, kombinieren. In Zukunft könnte demnach eine Reise aus einer Hand geplant und auch verrechnet werden. Zwischen individuellem oder öffentlichem Verkehr zu unterscheiden, würde überflüssig.

Alles inbegriffen bis zum E-Bike

Pilloud macht ein Beispiel: «Es geht darum, dass man den Taxiservice, das Carsharing und sogar Elektrobikes einbeziehen kann. Alle diese Verkehrsmittel gibt es bereits auf dem Markt. Das Zusammenbinden und die möglichst einfache Handhabung steht im Zentrum unserer Bemühungen.»

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Dominic Aerni  (Dominic Aerni)
    Wie man in den Kommentaren lesen kann, sind die Schweizer noch nicht bereit für diese Neuerung.
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    1. Antwort von Henriette Rub  (ehb)
      ZeN:die Schweiz ist nicht bereit..... Vermutlich gibt es doch noch einige Menschen in der Schweiz, welche ihren Kopf auch weiterhin zum Denken benutzen wollen. Mit jedem solcher Angebote verscherbeln sie etwas mehr von ihrer Intelligenz, Persönlichkeit, Entscheidungsfreiheit und werden zum manipulierbaren Grufti.
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  • Kommentar von Norbert Zehner  (ZeN)
    Zentralisieren, Vereinheitlichen, "Optimieren", alles unter bekanntem Vorwand, es sei einfacher für Kunden und Bürger. Das bewährte Rezept für wachsende Bürokratien, verwässerte Zuständig- und Verantwortlichkeiten, Steigerungen von Scheineffizienzen auf Kosten des praktischen Nutzens. Hier im "Kleinen", beim ÖV, im Grösseren bei verschlungener Staatsverwaltung, im "Gigantischen" bei EU, UNO, usw. Es sind schon ganze Staaten und Wirtschaftsräume (die Sozialistischen) daran zugrunde gegangen.
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    1. Antwort von Patrik Müller  (P.Müller)
      Richtig: Die kleine BVB (Basler Verkehrsbetriebe) sind schon so verschlungen, dass nur noch via verschwurbelte Sprachkonstrukte davon abgelenkt werden kann, dass es einfach nicht geht einen Bus auf die Strecke zu senden der komplett abgefahrene Pneus hat. Da muss zuerst geprüft, Verantwortungen bezeichnet und untersucht und nachgegangen werden und evtl. Anpassungen in Reglementen ....
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  • Kommentar von Margrit Holzhammer  (Margrit Holzhammer)
    Muss dann der Kontrolleur den Swisspass hinter 3 verschiedene Kontrollkästchen halten?
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