Ostern steht vor der Tür – und damit für viele ein paar freie Tage. Die Wetteraussichten sind top, es soll in den nächsten Tagen immer wärmer werden. Ab Sonntag werden 20 und mehr Grad im Mittelland erwartet, auf 2000 Metern über Meer soll es neun Grad geben.
Gleichzeitig liegt in den Bergen viel Neuschnee. Das führt zu teils prekären Verhältnissen, was die Lawinensituation angeht.
Warnung für das Alpsteingebiet
Die Innerrhoder Kantonspolizei etwa warnt, die Situation im Alpstein – die Region rund um den Säntis – sei «besonders kritisch». Auch Wanderer müssten jederzeit mit Lawinenabgängen rechnen. Die Polizei und die örtlichen Tourismusorganisationen raten deshalb grundsätzlich von «Aktivitäten im Alpstein ab».
«Viel Schnee ist in den letzten zwei Niederschlagsperioden vor allem am Alpennordhang gefallen», stellt der Lawinenprognostiker Thomas Stucki vom SLF fest.
Auf den aktualisierten Karten ist denn auch zu sehen, dass auf 2000 Metern in den letzten sieben Tagen mancherorts bis zu einem Meter und mehr Schnee gefallen ist.
Weil während der Schneefälle zudem ein starker Wind aus nördlichen Richtungen geblasen hat, müssen Triebschneeansammlungen bei der Gefahreneinschätzung berücksichtigt werden, so Stucki. «Vor allem im Norden können Personen Lawinen auslösen, die gross werden können.»
Die Situation im zentralen und südlichen Wallis sowie in Graubünden sei zwar stabiler geworden, wegen der Schwachschichten tiefer in der Schneedecke sei aber auch dort die Auslösung von grossen Lawinen stellenweise möglich, so der Lawinenprognostiker Stucki.
Aufgepasst neben der Piste und auf Touren
Für Variantenskifahrer neben den markierten Pisten bedeute das: «Man muss die örtliche Lawinensituation beurteilen und das Gelände lesen können, um eine möglichst risikoarme Route zu wählen.»
In der Tat ist bei Warnstufe 3 vor allem in steilem Gelände mit mehr als 30 Grad Hangneigung grosse Vorsicht geboten.
Eindrückliche Fernauslösung einer Lawine (via SLF):
Dasselbe gilt für Skitourenfahrer: Hier empfiehlt Stucki, die Route genau zu planen und dabei auch online verfügbare Hilfsmittel wie whiterisk.ch oder skitourenguru.com zu konsultieren.
Und: «Vor Ort muss man die lokale Situation laufend beurteilen und mit den Informationen vergleichen, die man in der Vorbereitung zusammengetragen hat.»
Früh starten – am Mittag zurückkehren
Angesichts der erwarteten Wetterentwicklung über die Ostertage nehme die Gefahr von trockenen Lawinen zwar ab, so Stucki. Dafür nimmt mit den steigenden Temperaturen die Gefahr von Gleitschnee- und Nasslawinen zu.
«Gleitschneelawinen sind vorerst vor allem in mittleren Lagen zu erwarten, wo der Neuschnee auf aperen Boden gefallen ist», sagt Stucki. Wird es noch wärmer, kann es dann auch zu Nassschneelawinen kommen – das sind spontane Lawinenabgänge, die vor allem in der zweiten Tageshälfte vorkommen.
Links zum Thema:
Man sollte die Skitour also früh am Morgen starten, damit man gegen Mittag, wenn es warm wird, wieder vom Berg runter ist.
Klar ist: Das schöne Osterwetter wird viele Menschen in die Berge locken – doch beim Aufenthalt im Gelände sowie bei Skitouren und Variantenfahrten ist Vorsicht geboten.