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Politisch schwierige Umsetzung der Energiewende 2050
Aus Rendez-vous vom 14.01.2020.
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Projekte zur Energiewende Das post-fossile Energiezeitalter könnte beginnen

103 Forschungsprojekte zur Energiewende hat der Nationalfonds unterstützt. Sie belegen, dass eine Umstellung möglich wäre.

Die Energiewende weg von fossilen Energieträgern und Atomenergie sei nicht nur technisch möglich, sondern auch wirtschaftlich interessant, betont Hans-Rudolf Schalcher, emeritierter ETH-Professor und Leiter des Forschungsprogramms Energiewende. Er ist überzeugt: «Dieser Weg eröffnet gewisse Potentiale und erschliesst neue Märkte für die Schweizer Industrie und für die Schweiz ganz generell.»

Wichtig sei unter anderem, dass mehr Möglichkeiten gefunden werden, um erneuerbaren Strom, der vor allem im Sommer anfällt, bis im Winter zu speichern: «Auch hier bin ich optimistisch, wir haben immer noch ein sehr hohes Speicherpotential in der Wasserkraft, und es gibt neue Speichertechnologien, zum Beispiel die Druckluftspeicherung, die auch saisonalen Ausgleich ermöglicht.»

Neue Lenkungsabgabe?

Motiviert und finanziert würde dieser Umbau laut den Forschern idealerweise durch eine Lenkungsabgabe auf den Energieverbrauch. Eine solche hatte in der Vergangenheit politisch allerdings keine Chance. Einstellungen und Verhalten der Bevölkerung müssten sich ändern, damit die Energiewende gelingt. Wie das passieren soll, haben die Forscher ebenfalls untersucht.

Andreas Balthasar, Professor für Politikwissenschaften an der Universität Luzern, sagt: «Die Menschen müssen wissen, wie eine Massnahme funktioniert: Dass eine Lenkungsabgabe Ende des Jahres zurückbezahlt wird, dass es sich lohnt zu sparen, damit man Ende Jahr etwas zurückbekommt.» Solche Informationen seien noch nicht genügend verbreitet. Wenn die Menschen nicht wüssten, wie etwas funktioniere, seien sie skeptisch.

Und es sei wichtig, das Positive hervorzuheben, beispielsweise die Vorteile des Energiesparens: «Etwa in der Mobilität: Wenn ich mich mehr bewege, fühle ich mich auch besser. Oder wenn ich eine Maschine in ein Repair-Café bringe, dann lerne ich neue Leute kennen.»

Auch die Wirtschaft muss mitziehen

Neben der breiten Bevölkerung soll aber auch die Wirtschaft einbezogen werden. Bei den Direktbetroffenen, beim Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen VSE, ist das Echo grundsätzlich positiv. Die Leiterin Energie beim VSE, Nadine Brauchli, sagt: «Für uns wichtig ist die Erkenntnis, dass die vorherrschenden Marktbedingungen nicht ausreichen, um Anreize für Erneuerungen und Ausbau der erneuerbaren Energien zu schaffen.»

Angesprochen ist insbesondere die Wasserkraft, die in den Szenarien der Wissenschafterinnen und Wissenschafter sehr wichtig ist, in der Realität aber mit schwierigen Rahmenbedingungen kämpft.

Ändern muss diese Rahmenbedingungen schliesslich die Politik. Sie hat das grosse Forschungsprogramm zur Energiewende angestossen. Nun hat sie es in der Hand, die Lehren daraus zu ziehen, beziehungsweise die Empfehlungen umzusetzen.

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55 Kommentare

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  • Kommentar von René Weiersmüller  (rwmeilen)
    Wie simpel sich doch das Volk übers Ohr hauen lässt: Laut Forschern würde die Energiewende idealerweise durch eine Lenkungsabgabe auf dem Energieverbrauch finanziert. Andernorts wird im Text fabuliert, die Lenkungsabgaben werden Ende Jahr zurückbezahlt.
    Einmal ausgegebenes Geld ist jedoch nicht mehr rückvergütbar. Zudem sind Lenkungsabgaben mit der MWSt belastet. Entgegen den Versprechen werden diese einbehalten. Mit diesem skandalösen Deal ergaunert der Bund z. Zt. jährlich 100 Mio. Franken.
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    1. Antwort von Fritz Münz  (Fritz Münz)
      come on. Es ist ganz einfach. Wer weiterhin mit einem Spritfresser Töff die Pässe verpestet bezahlt, derjenige der mit dem Velo um den Thunersee fährt bezahlt nicht. Punkt. So einfach. Das eingenommene Geld wird dann in sinnvolle Projekte investiert
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    2. Antwort von Reto Camenisch  (Horatio)
      rwmeilen. Bundesamt für Umwelt: "Die CO2-Abgabe wird auf alle fossilen Brennstoffe (z.B. Heizöl, Erdgas) erhoben. Sie beträgt ab 2018 96 Franken pro Tonne CO2. Die Treibstoffe (Benzin, Diesel) sind von der CO2-Abgabe nicht betroffen. Rund zwei Drittel der Erträge aus der CO2-Abgabe werden an die Bevölkerung und die Wirtschaft über die Krankenversicherer und die AHV-Ausgleichskassen zurückverteilt.
      Im Jahr 2019 werden Ihnen 76.80Franken an Umweltabgaben zurückbezahlt." (Krankenkasse-Police)
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  • Kommentar von Beat Reuteler  (br)
    Der Text zum Bild bringt endlich einmal die Sache auf den Punkt: Es ist ein politisches Problem, nicht ein technisches. Technisch ist die sog. Energiewende mit heute vorhandenen Technologien machbar.
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  • Kommentar von Daniel Ackermann  (saskilte)
    Träumt weiter. Hans-Werner Sinn vom Ifo Institut hat mehrmahls bewiesen dass die jetzige Energiewende unmöglich ist und Speicherung technisch nicht machbar ist. Deutschland bräuchte Batterien im Wert von 2000 Milliarden Euro. Ja richtig gelesen, 2000 Milliarden.
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    1. Antwort von Reto Camenisch  (Horatio)
      saskilte. Er propagiert die Atomkraft und unterschlägt, dass dies weitaus teurer zu stehen käme, und gar nicht kurz- bis mittelfristig zur Verfügung stehen würde. Er vermischt Gesamtenergiebedarf und Primärenergie und kommt auch hier zu haarsträubenden Zahlen. Schlussendlich gleitet er in Demagogie ab. Dann wurden seine Berechnungen durch eine Studie widerlegt Siehe:
      https://energiewende-rocken.org/weshalb-sie-diesem-prof-in-sachen-energiewende-nicht-trauen-koennen/#Die_Tricks_der_Professors
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    2. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Erstens ist Speicherung nicht die erste Priorität, zumindest nicht Langzeit-Speicherung. Die 1. Priorität ist die Gewinnung nachhaltiger, also erneuerbarer Energie. Wasser, Sonne, Wind, Gezeiten, Biomasse usw. Die 2. Priorität ist, alle Energieformen und -Quellen in einen sinnvollen Gesamtrahmen zu stellen, der diese sich optimal ergänzen lässt. Danach wird man feststellen, dass Speicherung zwar immer noch cool wäre, aber oft nicht mehr nötig.
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