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Während der Session: Auf dem Bundesplatz demonstrieren Klimaaktivisten
Aus News-Clip vom 21.09.2020.
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Protestaktion in Bern Klimaaktivisten vor dem Bundeshaus wollen die ganze Woche bleiben

  • Umweltaktivistinnen und -aktivisten haben am Montagmorgen den Bundesplatz in Bern besetzt.
  • Die Klimaaktivisten wollen die ganze Woche vor Ort bleiben.
  • Ob die Polizei die Protestierenden gewähren lässt, ist noch offen.

Die Klimabewegung hat mit mehreren hundert Menschen den Bundesplatz in Bern eingenommen. In Windeseile bauten die Aktivisten frühmorgens mehrere grosse Zelte auf, wie Zeugen berichteten.

Auf der Seite zum Bärenplatz ketteten sich Aktivistinnen und Aktivisten aneinander und sperrten so die Verbindung für Autos und Busse. Nicht blockiert ist der Zugang zum Bundeshaus. Dort beginnt heute Nachmittag die letzte Sessionswoche von National- und Ständerat. Kundgebungen auf dem Bundesplatz sind während Sessionen grundsätzlich nicht zugelassen.

Es ist uns wichtig, dass es auch wie bei den Klimastreiks – trotz zivilem Ungehorsam – friedlich und farbig ist.
Autor: Meret ScheferKlimaaktivistin

Die Klimaaktivisten sehen die Besetzung als Auftakt zur Aktionswoche «Rise Up for Change» und als Protest gegen das politische und wirtschaftliche System, welches für die Klimakrise verantwortlich sei, wie es in einem Communiqué heisst. Weitere Bürgerinnen und Bürger seien eingeladen, auf den Bundesplatz zu kommen und sich dem Protest gegen die Klimakrise anzuschliessen.

Die Kantonspolizei Bern macht keine Angaben zur Anzahl der Teilnehmer und zum Umfang der Protestaktion. Stadtpräsident Alec von Graffenried (Grüne) und Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP) machten sich vor Ort ein Bild der Lage. Auf Twitter teilte die Stadt Bern mit, dass am Mittag Gespräche mit den Klimaaktivisten stattfinden sollen.

Die Klimaaktivistinnen und -aktivisten haben verschiedene Forderungen an die Entscheidungsträger. «So fordern wir eine Netto-Null-Politik bis 2030 und eine Klimagerechtigkeit», erklärte Klimaaktivistin Meret Schefer gegenüber SRF News. Angesprochen seien auch verschiedene «Sektoren mit Einfluss», wie zum Beispiel der Finanzsektor oder die Energiebranche. Es sei den Organisatoren aber wichtig, dass die Aktion trotz zivilem Ungehorsam friedlich und farbig bleibe.

Wir können es uns gar nicht erlauben, mit Aktionen länger zu warten, denn die Klimakrise wartet auch nicht.
Autor: Meret ScheferKlimaaktivistin

Die Klimaaktivisten wollen bis am Freitag auf dem Bundesplatz verharren. Die Stimmung sei gut, und im Moment sehe es danach aus, dass man die Bewilligung der Behörden bekomme, erklärt Schefer weiter. Man sei mit allen Instanzen in Kontakt.

«Sogar WCs mitgebracht»: Eindrücke des SRF-Korrespondenten

Wie viele Leute sind etwa auf dem Bundesplatz?

Thomas Pressmann, SRF-Korrespondent: Der Bundesplatz ist bei Weitem nicht voll, es hat noch Platz. Das heisst, es sind wenige hundert Menschen in Bern versammelt. Sie haben Zelte aufgestellt, sie haben Heuballen aufgestellt, es ist ein bunter junger Haufen Aktivistinnen und Aktivisten.

Wie ist die Stimmung?

Im Moment, um etwa 8 Uhr, ist die Stimmung noch sehr verschlafen. Die Leute liegen zum Teil noch in ihren Schlafsäcken und bei einigen läuft im Zelt Musik, andere wiederum singen. Die Demonstration ist zwar friedlich, hat aber zur Folge, dass einige Busse in Bern umgeleitet werden müssen und eine Strasse gesperrt wurde. Der Zugang für die Politikerinnen und Politiker zum Bundeshaus ist offen.

Wie lange soll die Besetzung dauern?

Auf einem Flyer, den die jungen Menschen verteilen, kann man lesen, dass sie eine Woche bleiben wollen. Dieser Eindruck entsteht auch, wenn man die aufgebaute Infrastruktur auf dem Platz anschaut: Die Aktivistinnen und Aktivisten haben sogar WCs mitgebracht.

Welche Organisationen sind involviert?

Vor allem Extinction Rebellion ist sichtbar, sogar ihre Tessiner Fraktion ist angereist. Auch Greenpeace ist dabei und die Klimastreik-Bewegung.

Der Aufmarsch auf dem Bundesplatz ist zurzeit nicht so gross. Dies erklärt die Klimaaktivistin damit, dass viele Leute am Arbeiten seien. «Und aus corona-technischen Gründen ist es nicht so tragisch, wenn es mehr Abstand zwischen den Menschen gibt.» Die Aktivisten könnten es sich gar nicht erlauben, mit Aktionen länger zu warten, schliesst Schefer. «Denn die Klimakrise wartet auch nicht.»

Parlament und SNB im Fokus

Der Bundesplatz stehe symbolisch für die «Zerstörung durch die Klimakrise», schrieben die Aktivisten. Das Parlament und der Bundesrat hätten der Flugbranche fast zwei Milliarden Franken gegeben und die Schweizerische Nationalbank sowie die Credit Suisse investierten weiterhin Milliarden in die Förderung fossiler Brennstoffe, kritisierten sie.

Die Klimabewegung kündigte gleichzeitig weitere Aktionen gegen die institutionelle Politik, die Wirtschaftselite und den Finanzplatz bis zum 25. September an.

SRF 4 News, 21.9.2020, 6:30 Uhr;

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243 Kommentare

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  • Kommentar von Paul Schoenenberger  (Beaumont)
    Scheinbar koennen viel Leute nur schwer begreifen dass ein freier Geist frei von Patreidenken ist, Jede politische Gruppierung verfolgt bestimmte Ziele, seien sie gebunden an Finanz, Industrie, Natur, Bildung, Heimat etc. und alle haben sie recht in gewisser Beziehung aber eben auch manchmal unrecht. Es gibt deshalb auch das Sprichwort vor lauter Bäumen den Wald nicht sehen.
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  • Kommentar von Peter P. Odermatt  (Peter P. Odermatt)
    Abführen und Einsperren diese Leute.
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  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Es muss viel mehr für den Klimawandel protestiert werden. Unsere Politiker tun zu wenig dafür. Regenwälder schützen, kein Tropenholz, Soja und Fleisch mehr aus Brasilien importieren, je grösser die Nachfrage, umso mehr Wald wird abgefackelt. Wir machen uns mit diesem Konsum mitschuldig, wenn aus lauter Geldgier der Regenwald, Tier- und Pflanzenarten verschwinden. Das Klima wird sich an uns allen rächen mit Trockenheit, Dürre, Überschwemmungen mit erheblichen Folgen für die Landwirtschaft.
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    1. Antwort von Aaron Dettwiler  (Aaron1984)
      Was soll getan werden und mit welchen Konsequenzen? Was die Schweiz an CO2 einspart oder nicht, ist global gesehen vollkommen irrelevant - unser Anteil ist einfach zu gering. Forschung und Entwicklung bringen mehr als weitere Steuern und verbote.
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