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Quarantäne-Regeln und Selbstdisziplin
Aus HeuteMorgen vom 17.07.2020.
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Quarantäne und Selbstdisziplin «Wir sind überrascht, wie viele sich melden»

  • Seit knapp zwei Wochen gilt die Quarantäne-Regel für Einreisende aus 29 Corona-Risikoländern.
  • Melden sich die betroffenen Menschen aber auch wirklich? Hunderte haben es bereits getan, zeigen erste Zahlen aus einigen Kantonen.
  • Zum Beispiel im Kanton Zürich: Hier haben sich bis jetzt 600 Personen gemeldet, die aus einem Risikoland eingereist sind. In Bern sind es 220.
  • Doch die Zahlen sind mit Vorsicht zu geniessen. Die Dunkelziffer dürfte hoch sein.

Viele Einreisende haben sich in den letzten Tagen vorbildlich bei den Behörden gemeldet. Das zeuge von viel Selbstdisziplin, sagt Gundekar Giebel von der Gesundheitsdirektion in Bern: «Wir sind eigentlich überrascht, weil die Ferienzeit ja erst begonnen hat. Wir erwarten also noch einen höheren Ansturm, respektive eine höhere Anzahl Leute, die sich in Quarantäne begeben. Wir sind jetzt zufrieden.»

In den Kantonen Genf, Waadt, Basel-Stadt, Thurgau und Graubünden sitzen aktuell insgesamt knapp 900 Einreisende ihre Quarantäne ab. Hunderte haben sich also bereits gemeldet.

«Viele verhalten sich verantwortlich»

Diese Zahl sei erfreulich, schreibt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) auf Anfrage: «Sie zeigt, dass sich viele verantwortlich verhalten. Die Zahl zeigt aber auch, dass viele sich nicht melden und sich wohl nicht in Quarantäne begeben.»

Tatsächlich landeten alleine gestern in Zürich, Genf und Basel 16 Flugzeuge aus Risikoländern. Rechnet man sehr vorsichtig, reisten also nur schon auf dem Luftweg an einem Tag mindestens 1000 Personen aus Risikoländern ein.

Stichprobenartige Kontrollen sinnvoll

Einige von ihnen dürften zwar auch weitergereist sein. Aber da hätten sich sicher längst nicht alle gemeldet, sagt der Basler Kantonsarzt Thomas Steffen – wohl auch, weil die neue Regel so schnell eingeführt worden sei. «Das muss sich einerseits einspielen. Andererseits denke ich, braucht es dann auch das Signal, dass zumindest stichprobenweise Kontrollen stattfinden. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass das die Werte durchaus nochmal verbessern kann.»

Bis zu 10'000 Franken Strafe bei Quarantäne-Verstoss

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Der Kanton Zürich greift durch: Wer Ferien in einem Coronavirus-Risikogebiet macht, muss sich bei der Rückkehr via Online-Formular bei der Zürcher Gesundheitsdirektion melden und für zehn Tage in Quarantäne. Bei Verstössen werden bis zu 10'000 Franken fällig.

Damit die Quarantäne auch eingehalten wird, kontrolliert die Gesundheitsdirektion die gemeldeten Personen stichprobenartig. Ausserdem geht sie eingegangenen Meldungen zu vermuteten Quarantäne-Verstössen nach.

Wenn der Verdacht besteht, dass eine eingereiste Person keine Meldung gemacht hat oder sich nicht zu Hause aufhält, meldet der kantonsärztliche Dienst dies an die Kantonspolizei. Diese führt die Kontrollen durch. Verstösse werden mit bis zu 10'000 Franken geahndet.

Seit längerem fordern die Kantone daher die Passagierlisten von Fluggesellschaften oder Busunternehmen. Der Bund klärt derzeit, ob das möglich ist – denn offen sind auch die Fragen des Datenschutzes.

SRF 4 News, Heute Morgen, 17.7.2020, 6:00 Uhr

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31 Kommentare

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  • Kommentar von Christa Wüstner  (Saleve2)
    Sie müssen sich ja freudig und überrascht zeigen, dass sich so viele melden. Von Seite des Bundes wird ja immer noch diskutiert, ob die Passagierlisten weitergegeben werden dürfen. Datenschutz ! Obwohl die Kantone über die Listen verfügen möchten. Jetzt werden Stichproben gemacht und dann beraten, ob sie weitergegeben werden. Und die
    Erste Rückreisewelle hat nach 3 Wochen schon eingesetzt.
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  • Kommentar von Jean Piere Grano  (J.-P. Grano)
    Bis 10'000 Fr Busse bei Verletzung der Quarantänepflicht?
    Das provoziert das Nichtmelden bei den Behörden etwa auch dann, wenn die Corona-App eine Warnung zeigt. Und das Meiden der Schweizer Flughäfen. Und fördert die unkontrollierte Einreise mit PW.
    Der Sinn der Quarantäne muss klar erkennbar sein. Bei nur 1 Infizierten pro 300 in Quarantäne ist das nicht der Fall. Da hilft auch keine Busse.
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    1. Antwort von Jean Piere Grano  (J.-P. Grano)
      In https://www.srf.ch/news/schweiz/was-man-weiss-was-unklar-ist-die-10-wichtigsten-fragen-und-antworten-zum-coronavirus ist zu lesen:
      "Die meisten infizierten Menschen stecken niemanden an"
      Hier liegt das Grundproblem: Wenn die meisten bei einem Kontakt mit einem Infizierten nicht angestekt werden und ihrerseits ebenfalls kaum andere anstecken sind diese Quarantänen hochgradig unverhältnismässig. Also: Eventuell Infizierte besser täglich testen als in Quarantäne!
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  • Kommentar von Gabriella Itin  (Salat)
    Bis zu 10'000 Franken Strafe bei Quarantäne-Verstoss ? Ist dass noch Normal ? Gewisse
    Straftaten kommen sogar mit weniger davon obwohl sie drastischer sind.
    Wir Leben in einem Gefängnis namens Schweiz. Wie ist dass, mit Meinungsfreiheit?
    Mann wird zu Sachen in voller härte gezwungen, die man nicht unterstützen möchte.
    Auch wenn es wenige, Personen gibt aber es gibt Sie, die normal ohne Drohungen, Zwang zu Karantäne, Maske etc. Leben möchten. Ein übertriebenes Theater ist das Coronavirus
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    1. Antwort von Charles Morgenthaler  (ChM)
      Ihr Kommentar entspricht genau ihrem Pseudonym.
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