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Das BAG hat die Liste mit Risikoländern erweitert
Aus Tagesschau vom 22.07.2020.
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Quarantänepflicht bei Heimkehr Reisen in Risikoländer: Das müssen Sie wissen

In die Schweiz Einreisende aus 42 Ländern müssen 10 Tage in die Quarantäne. Wir beantworten die wichtigsten Fragen dazu.

Wer muss in die Quarantäne?

In Quarantäne müssen alle Personen, die sich «zu einem beliebigen Zeitpunkt innerhalb von 14 Tagen vor der Einreise» in einem vom Bund als Risikoländer eingestuften Gebiet aufgehalten haben. Die Liste mit den Risikoländern wird regelmässig aktualisiert. Entscheidend für die Quarantänepflicht ist dabei, ob ein Land, das man in den letzten 14 Tagen bereist hat, am Tag der Einreise in die Schweiz auf der Liste steht. Die Quarantänereglung gilt auch für Kinder. Spätestens zwei Tage nach der Einreise sind die kantonalen Behörden zu kontaktieren, welche die Quarantäne überwachen.

Karte mit den Risikoländern
Legende: SRF

Wo muss man sich melden, wenn man aus einem Risikoland eingereist ist?

Wer aus einem Risikoland eingereist ist, ist verpflichtet, sich selbstständig bei den Behörden des Wohnkantons zu melden. Einige Kantone wie etwa Zürich haben dazu ein Onlineformular aufgeschaltet. Bei anderen Kantonen muss man sich telefonisch melden. Eine Liste der zuständigen Behörden finden sie hier:

Wie oft wird die Liste der Risikoländer aktualisiert?

Die Liste der Risikoländer wird gemäss der Verordnung laufend nachgeführt. Laut Stefan Kuster vom BAG wird sie mindestens monatlich aktualisiert, wenn es die Situation erfordert auch häufiger. Insofern müssten sich Reisende darauf einstellen, «dass die Liste sich ändern kann». Steht ein Land, das man bereist hat, zum Zeitpunkt der Einreise in die Schweiz auf der Liste, muss man in die Quarantäne, auch wenn es bei der Abreise noch kein Risikoland war.

Muss man auch in Quarantäne, wenn man als Transitpassagier nur kurz in einem Risikoland war?

Nein, wer sich als Transitpassagier weniger als 24 Stunden in einem Risikoland aufgehalten hat, ist gemäss Verordnung von der Pflicht zur Quarantäne ausgenommen.

Was passiert, wenn sich jemand nicht meldet oder sich nicht an die Quarantäne hält?

Wer sich einer Quarantäne entzieht, begeht nach Artikel 83 des Epidemiengesetzes eine Übertretung, die mit einer Busse von bis zu maximal 10'000 Franken bestraft werden kann. Zuständig für die Strafverfolgung sind die Kantone.

Kann ich jetzt meine gebuchte Reise in ein Risikogebiet kostenlos stornieren?

Dazu sagt der Ombudsmann der Schweizer Reisebranche, Franco Muff: «Es ist davon auszugehen, dass die meisten Veranstalter bei einer eingeforderten Quarantäne nach Rückkehr in die Schweiz, eine Stornierung oder Verschiebung einer Reise erlauben. Auf jeden Fall, wenn jemand Lohnverlust erleiden oder generell Probleme mit dem Arbeitgeber bekommen könnte.» Jedoch könne ein Anbieter nicht gezwungen werden, eine kostenlose Stornierung zu ermöglichen. Von Fluggesellschaften erwartet er allenfalls Flexibilität bei den Umbuchungsmöglichkeiten.

Swiss-Mediensprecherin Meike Fuhlrott bestätigt: «Findet der Flug planmässig statt, gelten die üblichen Ticketkonditionen.» Derzeit ermögliche die Swiss ihren Kunden ohnehin kostenlose Umbuchungen in allen Reiseklassen.

Muss der Arbeitgeber während der Quarantäne den Lohn weiter zahlen?

Gemäss Roger Rudolph, Professor für Arbeits- und Privatrecht an der Universität Zürich, besteht während der Quarantäne keine Lohnfortzahlungspflicht, wenn für den Arbeitnehmer bei Reiseantritt absehbar war, dass er bei der Rückkehr in Quarantäne muss.

Reise er dennoch, nehme er damit in Kauf, dass er nach der Rückkehr einige Zeit nicht arbeiten könne. «Damit gilt die Arbeitsverhinderung als verschuldet und ein Lohnfortzahlungsanspruch entfällt.» Werde ein Land aber erst nach der Abreise unerwartet zum Risikoland, würde wohl ein Lohnfortzahlungsanspruch bestehen.

Das bestätigt auch das BAG: Werde ein Land erst zum Zeitpunkt des Auslandaufenthaltes auf die Liste gesetzt und müsse sich die betroffene Person nach der Rückreise in Quarantäne begeben, so bestehe eine unverschuldete Arbeitsunfähigkeit und damit eine Entschädigungspflicht gemäss Erwerbsersatzordnung.

Kann der Arbeitgeber den Arbeitnehmern verbieten, in Risikoländer zu reisen?

Roger Rudolph, Professor für Arbeitsrecht, sagt dazu: «Nein, das darf er nicht.» Arbeitnehmer dürfen auch gegen den Willen des Arbeitgebers in ein Risikoland reisen. Allerdings riskieren sie in diesem Fall, dass sie bei einer Quarantäne oder auch Erkrankung, keinen Lohn erhielten.

Wie muss man sich in der Quarantäne verhalten?

Das Bundesamt für Gesundheit hat dazu Weisungen veröffentlicht. Sie finden diese hier:

Tagesschau 22.07.2020, 12:45 Uhr

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38 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Volkart  (Lex18)
    Ich sehe nicht ein warum China nicht auf der Liste ist. Denn erstens hat China mit einer zweiten Welle zu kämpfen und zweitens kam das Virus ja von dort!
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    1. Antwort von Andre Mahr  (Andre M.)
      @Hr. Volkart: ...und Drittens hat man an Schweinen ein neues Virus entdeckt. Ich verstehe das schon: wirtschaftliche Interessen sind wichtiger als der Schutz der Gesundheit der eigenen Bevölkerung. Daher verstehen ja viele Menschen nicht, warum nach einem harten lockdown eine derart schnelle Öffnung erfolgt. Gerade jetzt muss man in der China-Frage konsequent bleiben. Auch könnte unsere Politik; gerade zu dieser Zeit, das Verhältnis mit China überdenken - nicht nur bzgl. Gesundheitsschutz!
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  • Kommentar von markus aenishaenslin  (aenis)
    Ich denke, dass Wir während den Sommerferien so richtig ins Corona Fettnäpfchen treten werden. Ein paar gross Demos noch für als mögliche, sorglose Auslandferien in ganz Europa, gelassen Sommerstimmung und der Leichtsinn von deren Partygänger in letzten zwei Wochen werden uns nach den Sommerferien eine so richtig, saftige Rechnung präsentieren. Der Herbst Corona Tsunami wird kommen, wir sind auf dem besten Weg dort hin.
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  • Kommentar von Markus Breitschmid  (Markus in Washington)
    Warum nicht einfach alle Einreisende am Flughafen testen wie das z.B. die Chinesen machen? Wäre es den Schweizer Behörden nicht möglich etwas differenziertere Einreise- bzw. Quarantänemassnahmen zu vollziehen? Alle in denselben Topf werfen ist schon sehr brachial. Z.B.: In einem riesigen Land wie den USA gibt es grosse regionale Unterschiede. Ich wohne in Virginia (2.5 x grösser als die CH) und bei uns gibt es weniger Tote vom Virus als in der Schweiz. Praktische Lösung: am Flughafen testen!
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    1. Antwort von Joel Busch  (Joel)
      Virginia ist wohl kaum ein Poitivbeispiel. 1845 Tote, knapp weniger als die 1965 Toten der Schweiz bei gleicher Bevölkerung. Aber täglich sterben in Virginia 20 Leute und in der Schweiz etwa eine Person. In Virginia ist die tägliche Ansteckungsrate etwa 500, hier 100. Virginia hat etwa 50000 aktive Fälle, die Schweiz etwa 100. Virginia hatte in den letzen 14 Tagen ca. 7000 Neuinfektionen also 82 Neuinfektionen pro 100'000. Bei differenzierter Betrachtung kommt Vorginia also auf die Risikoliste.
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    2. Antwort von Gerbrand Ronsmans  (GRo)
      Bleiben sie dann 10 Tage am Flughafen? Stichwort Inkubationszeit. Wer sich heute infiziert ist sofort ansteckend, aber der weist es erst nach etwa 7-10 Tage nach.
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    3. Antwort von Andre Mahr  (Andre M.)
      ...erst gar nicht in Risikogebiete reisen bzw. Menschen aus Risikogebieten einreisen lassen. Da nützt eine Quarantäne nichts: wer hält sich tatsächlich daran? Ob China testet oder nicht, ist zweitrangig; die Reiserei dorthin kann bis nächstes Jahr warten - oder länger. Das muss man dann noch den Wirtschaftsbossen erklären; die Öffnung kommt auf deren Druck. Die Situation ist sehr fragil & wir riskieren gerade erneut sehr viel: brauchen wir jetzt Menschenaufläufe an Stränden, Clubbing und Discos?
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