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Schwierige Zeiten für Reisebüros
Aus Tagesschau vom 11.07.2020.
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Reisebüros leiden unter Corona «Ich hatte seit März nur zwei Buchungen»

Corona beutelt die Reisebüros. Die grossen entlassen Mitarbeitende, die kleinen hoffen noch auf weitere Hilfe vom Bund.

Reisebüroinhaber Dawa Sigrist ist ein positiver Mensch. Der Zürcher Unternehmer mit tibetischen Wurzeln hat buddhistische Prinzipien verinnerlicht: Positiv denken. «Doch das fällt momentan schwer», sagt der Chef von vier Mitarbeitern im Zürcher Seefeld-Quartier.

Normalerweise verkauft Sigrist Reisen nach Asien oder Luxustrips in Ferienhäuser und exklusive Zugreisen. Aber die Zeiten sind hart: «Seit März hatten wir genau zwei Buchungen», sagt er im leeren Reisebüro. «Eine ging nach Italien und nun, drücken Sie mir die Daumen, sollte eine Familie bald nach Zypern abfliegen.»

Massenentlassungen bei grossen Reisebüros

Grosse Reiseveranstalter haben auf die Situation bereits reagiert. Kürzlich hat Hotelplan angekündigt, 170 Mitarbeitende zu entlassen und 12 Filialen zu schliessen. Auch Tui und Kuoni haben Restrukturierungen angekündigt.

Aber auch insbesondere für die kleinen Veranstalter ist die finanzielle Situation schwierig, sagt Walter Kunz, Geschäftsführer des Schweizer Reiseverbands. Denn 88 Prozent der Reisebüros werden von Selbstständigen betrieben. Aber für diese ist die Bundeshilfe Ende Mai ausgelaufen.

Hoffen auf den Bundesrat

«Wir haben dem Bundesrat noch einmal klargemacht, dass die Reisebranche genauso wie die Veranstaltungsbranche betroffen ist», sagt Kunz. Für die Veranstaltungsbranche wurde die Unterstützung aus der Erwerbsersatzordnung verlängert.

«Wir sind der Meinung, dass die selbstständigen Reisebüroinhaber deshalb mindestens die etwas über 3000 Franken pro Person und Monat vorläufig erhalten sollten», sagt Kunz. Die Branche sei im Gespräch mit dem Bundesrat. Trotz der politischen Sommerpause ist Kunz zuversichtlich, bald einen positiven Bescheid aus Bern zu erhalten.

Das Jahr 2020 können wir abschreiben.
Autor: Dawa SigristChef eines Reisebüros in Zürich

Darauf setzt auch Dawa Sigrist. Denn er glaubt nicht, dass sich die Situation kurzfristig verbessern wird. «Zu Beginn waren viele von uns positiv eingestellt», sagt er. «Heute rechnen wir allerdings mit einem Umsatzeinbruch von bis zu 90 Prozent in diesem Jahr. Das Jahr 2020 können wir praktisch abschreiben.»

Tagesschau, 11.07.2020, 19:30 Uhr

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