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Zwei Duos im Rennen ums SP-Präsidium
Aus 10 vor 10 vom 11.03.2020.
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Rennen ums SP-Präsidium So ticken die Kandidaten-Duos

Die Qual der Wahl bei der SP: eine Zürcherin und ein Walliser, ein Aargauer und eine Zürcherin, Linksdrall oder Kurs halten?

Vier Kandidaten bewerben sich für das Präsidium der SP: Cédric Wermuth, Mattea Meyer, Priska Seiler Graf und Mathias Reynard wollen die Nachfolge von Christian Levrat antreten und die Zukunft der zweitstärksten Partei der Schweiz prägen.

Sie treten jeweils als Duo an. Ein erstes offizielles Hearing hat bereits in Bellinzona stattgefunden. SRF hat die Teams begleitet: Wie ticken sie, worin unterscheiden sie sich?

Seiler Graf und Reynard am Perron
Legende: Die Zürcher Nationalrätin Seiler Graf atmet auf. Im letzten Moment kommt der Mann angerannt, mit dem sie gemeinsam das SP-Präsidium übernehmen will: der Walliser Nationalrat Mathias Reynard. «Ich nehme den Zug immer so.» SRF

Die Zürcher Nationalrätin Priska Seiler Graf bildet ein Tandem mit dem Walliser Nationalrat Mathias Reynard. Die beiden haben später als die Konkurrenz zusammengefunden. Sie wollen die SP aus dem Tief führen. Inhaltlich wollen sie nichts verändern, jedoch näher zur Basis rücken.

Wir sind die Partei der Arbeiter. Wir müssen mit einer klaren, konkreten Rede zu ihnen sprechen.
Autor: Mathias ReynardNationalrat (SP/VS)

«Ich denke manchmal, dass die SP zu wenig bei den Leuten ist. Das möchten wir ändern. Die SP muss die Leute wieder berühren», sagt Seiler Graf. Das sei auch eine Frage des Stils, sekundiert Reynard: «Wir sind die Partei der Arbeiter. Wir müssen mit einer klaren, konkreten Rede zu ihnen sprechen.»

Die beiden wollen auch dank ihrer Unterschiede punkten. Sie: erfahren, Co-Präsidentin der Zürcher Kantonalpartei und Exekutivmitglied in Kloten. Er: ein junger Lehrer und Gewerkschafter aus der ländlichen Romandie.

Der Aargauer Nationalrat Cédric Wermuth und die Zürcher Nationalrätin Mattea Meyer
Legende: Der Gegenentwurf zu Seiler Graf/Reynard: Zwei junge Deutschschweizer. Der Aargauer Nationalrat Cédric Wermuth und die Zürcher Nationalrätin Mattea Meyer haben schon in der Juso erfolgreich zusammengearbeitet: Er als Präsident, sie als Vize. SRF

Das Ticket Wermuth/Meyer fordert einen Aufbruch: Die SP habe viel Kraft darauf verwendet, den Siegeszug des grossen Geldes abzuwehren. «Abwehren reicht nicht», sagt Meyer. Es brauche eine gestaltende, positive Kraft, die die grossen Themen wie Klima, Ungerechtigkeit und Altersvorsorge proaktiv angehe.

Zum Beispiel mit einer Stärkung der ersten Säule in Richtung einer Volkspension, sagt Kollege Wermuth: «Kleine Schritte einerseits, andererseits aber auch eigene Projekte entwerfen – das ist in der Vergangenheit nicht immer so gelungen.» Andere Landesteile oder Parteiströmungen wollen die beiden zum Beispiel übers Vizepräsidium einbinden.

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Rahmenabkommen, Impfpflicht, 5G? Blau heisst ja, rot nein.
Aus 10 vor 10 vom 11.03.2020.
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Beim offiziellen Hearing in Bellinzona zeigt sich erneut: Am wenigsten klar und gern antworten die Duos auf die Frage nach unserer Beziehung zur EU. «Wer möchte antworten?», fragt die Moderatorin in die Runde. Es wird still, Gelächter brandet durch den Saal. Ausgerechnet der Aussenseiter-Kandidat Martin Schwab spricht dann als erster und einziger Klartext: «Ein EU-Beitritt, why not, oder?»

Keine klares Favoriten-Duo

Bei anderem sind sich alle einig: eine stärkere AHV, mehr Gleichstellung, weniger Belastung durch die Krankenkassen-Prämien. Beim Thema Klima zeigen sich dann aber Nuancen. Priska Seiler erwähnt als Erstes, der Klimaschutz müsse bei jedem selber beginnen. «Ich bin überzeugt, dass wir so nicht weiterleben können. Es ist nicht 5 vor 12, es ist 5 nach 12.»

Es geht nicht darum, den Leuten zu sagen, dein Plastiksäckli ist schuld am Klimawandel, das ist es nicht.
Autor: Cédric WermuthNationalrat (SP/AG)

Wermuth hingegen sieht vor allem grosse Unternehmen in der Pflicht: «Es geht nicht darum, den Leuten zu sagen, dein Plastiksäckli ist schuld am Klimawandel, das ist es nicht. 100 Unternehmen produzieren zwei Drittel aller Emissionen, die müssen wir in die Verantwortung nehmen.»

Beim Publikum lassen sich keine klaren Favoriten ausmachen. Eine Frau kam wegen Wermuth, würde nun aber spontan das Duo mit Reynard wählen: «Er ist liebenswürdig, offen und sehr sonnig!». Ein Mann, der ebenfalls angereist ist, ist anderer Meinung: «Lieber Cédric und Mattea, denn sie legen den Punkt auf die Ungleichheiten.»

Die Überzeugungsarbeit geht also weiter. Überzeugen in einem Wahlkampf, der noch keine Favoriten kennt.

10vor10 vom 11.03.2020;

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Norbert Zehner  (ZeN)
    SP und Partei der Arbeiter. Diejenigen, die das noch erlebt haben, sind im hohem Alter und längst aus der heutigen SP "ausgemustert". Der Letze Exponent dieser SP war Willi Richard (BR '78-'83), Otto Stich (BR '84-95') kannte noch Arbeiterwelt, er wusste, dass man Geld durch Arbeit verdienen muss. Danach kam das völlige Abheben in theoretische Akademiker-Welten. Heute noch einzige Gemeinsamkeit der SP mit Arbeiter ist der erste Buchstabe A, der heute vollumfänglich für Akademiker steht.
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  • Kommentar von Walter Foletti  (Walter Foletti)
    Na ja, Herr Wermuth‘s Ziel ist immer noch die Abschaffung des Kapitalismus. Ausserdem habe ich Mühe mit Personen, die die 1. Klasse beim Zugfahren abschaffen wollen, aber selber darin fahren. So etwa wie Wasser predigen, selber aber Wein trinkt.
    Ausserdem sollten Doppelbürger in keine öffentliche Ämter gewählt werden dürfen.
    Ich finde Frau Seiler und Herr Reynard ein ausgeglichnes Duo, ausserdem wären mit den beiden die Deutsch-und die Französische Schweiz vertreten, ne gute Idee!
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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Die Energien, sollten die BewerberInnen sinnvollerweise in eine echte, ehrliche, ganzheitliche, essentielle und existenzielle Schweizer Volks-Wohl-Politik und Weltwirtschafts-Politik mit konkreten, "Konzernverantwortungs-Gesetzen" einsetzen.
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