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Genf: 10'000 Personen demonstrierten gegen Racial Profiling und Diskriminierung.
Aus SRF 4 News aktuell vom 10.06.2020.
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Riesige Demo gegen Rassismus Weshalb sich so viele Menschen in Genf mit Floyd solidarisieren

Es war die bisher grösste Demonstration in der Schweiz gegen Rassismus und Polizeigewalt in Zusammenhang mit dem Tod von George Floyd: In Genf nahmen am Dienstagabend 10'000 TeilnehmerInnen teil. Die Kundgebung ist friedlich verlaufen, Zwischenfälle sind keine bekannt.

«Die Polizei liess die Demonstrierenden gewähren», sagt SRF-Westschweiz-Korrespondentin Barbara Colpi. Es seien viele Schwarze unter den Demonstranten gewesen. Das erkläre sich dadurch, dass in Genf die grösste Gemeinschaft der Schweiz lebe. «Es waren aber auch viele Angehörige anderer Ethnien dabei.» Aufgefallen sei ihr weiter, dass viele Junge teilnahmen. Um die Regeln bezüglich der Corona-Pandemie einzuhalten, teilten sich die Menschen in Gruppen von 300 Personen auf und trugen Masken.

«Eine Ehrerweisung an George Floyd»

Der Zeitpunkt der Demonstration fiel mit der Beerdigung von George Floyd in Texas zusammen. «Es war für viele eine Ehrerweisung an Floyd – und eine Geste der Solidarität mit den Afroamerikanern in den USA», so Colpi. Die Demonstration sei auch Ausdruck der Solidarität der verschiedenen Ethnien, die in Genf leben, gewesen.

Die Demonstrierenden stellen auch in der Schweiz grundsätzliche Forderungen: «Sie wollen sich Gehör verschaffen und verurteilen jegliche Diskriminierung aufgrund von Hautfarbe oder Religion», sagt die Korrespondentin. Ein wichtiges Stichwort sei dabei das sogenannte Racial Profiling. Damit wird das Phänomen bezeichnet, dass Autoritätspersonen wie Polizistinnen, Polizisten, Zollbeamte, Kontrolleure und andere, jemanden schon aufgrund der Hautfarbe grundsätzlich als verdächtig einstufen.

«Offiziell sagt man, das passiere in der Schweiz nicht», sagt die Korrespondentin. Aber auch in Genf gebe es unzählige Schwarze, die schilderten, derartige Erfahrungen gemacht zu haben. Statistiken dazu gebe es aber keine.

Demonstrierende wollen «Gerechtigkeit für Mike»

Im Zentrum der Diskussion steht dabei auch ein Fall von möglicher Polizeigewalt in der Westschweiz. Der Tod eines Nigerianers 2018 in Lausanne nach einem Zugriff der Polizei wurde an der Demonstration in Genf auf Plakaten ebenfalls thematisiert. An ihn war auch schon an der Demonstration am Sonntag in Lausanne erinnert worden. «Da waren entsprechende Plakate zu sehen, die ‹Gerechtigkeit für Mike›, für diesen verstorbenen Mann, forderten», sagt die Korrespondentin.

«Mike» war vor gut zwei Jahren nach einem Polizeieinsatz im Spital verstorben. Offenbar litt er an gewissen Vorerkrankungen. Wie und ob sein Tod mit dem Polizeieinsatz zusammenhängt, sei Gegenstand einer laufenden Strafuntersuchung, so Colpi. Die Verfahren gegen die beteiligten Polizisten sind noch nicht abgeschlossen.

Video
Trauerfeier für George Floyd in Houston
Aus 10vor10 vom 09.06.2020.
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SRF 4 News, 10.06.2020: 09:37 Uhr; ;

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Walter Matzler  (wmatz)
    Man soll das Bad nicht mit dem Kind ausschütten. Bin ich ein Rassist wenn ich meine Kinder unterstütze aber kein Geld nach Afrika schicke, wenn ich irgendwelche Machenschaften von Glencore nicht gut heisse aber keinen Einfluss auf Glencore habe, wenn ich sage, dass viele Migranten aus Afrika bildungsmässig nicht für den Schweizer Arbeitsmarkt gerüstet sind oder wenn ich nicht weiss, dass die Familie Escher Sklaven auf Cuba gehalten hat? Ich bitte das vernünftige Augenmass nicht zu verlieren.
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  • Kommentar von Valentin Hehl  (ValentinHehl)
    Die Kommentarspalten der Beiträge zum Thema Anti-Rassismus Demos sind Grund genug, dass all diese Menschen auf die Strasse gehen. Sie zeigen wunderbar, wie schlecht sich bequeme Paradiesbewohner (Schweiz, weiss, meist Männlich) mit dem Thema Rassismus auskennen. Für ein einziges Mal geht es nicht um dich, Paradiesbewohner! Und deshalb gilt, Mund halten und zuhören. Und gewöhnt euch die Paradies-Brille ab. Wenn Herr Ernst von Ausnahmen spricht, sind die Gläser seiner Brille ganz schön dick
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    1. Antwort von Mark Keller  (mkel)
      Würde man sich um die Unterstützung der "weissen Paradiesbewohner" bemühen und diese nicht alle pauschal und abschätzig als Teil des Problems darstellen, hätten die Anliegen, für die Protestiert wird, bessere Chancen. In der aktuellen Form werden wohl aus Aktionismus ein paar Statuen entfernt, die Polizei gelobt hoch und heilig Besserung. Und schon bald ist das Ganze von der nächsten grossen Schlagzeile wieder aus den News verdrängt und verhallt einmal mehr wirkungslos.
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    2. Antwort von Valentin Hehl  (ValentinHehl)
      Eben nicht Herr Keller. Niemand sollte uns bitten müssen. Es muss selbstverständlich sein diese Anliegen zu unterstützen. Niemand greift sie damit an. Es geht darum, dass ein grosser Teil der Gesellschaft seit Jahrhunderten ungleich behandelt wird. Um das zu ändern müssen sie auf nichts verzichten. Und ja, wir alle sind Teil des Problems. Dies zu erkennen muss sie nicht kränken. Den Spiess umdrehen und sich selbst als Opfer sehen ist in diesem Zusammenhang wirklich verkehrt.
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    3. Antwort von Mark Keller  (mkel)
      Sie missverstehen meinen Kommentar. Weder stelle ich mich als Opfer dar, noch will ich um meine Unterstützung gebeten werden. Meine Unterstützung hat die Sache nämlich grundsätzlich. Mit Ausdrücken wie "weisser Paradiesbewohner" werde ich aber zum Täter gemacht. Und wenn diese Bewegung einer Minderheit die gesamte Mehrheit zu Tätern erklärt, braucht sie sich über mangelnde Unterstützung nicht zu wundern. Ja es gibt Rassisten, viel zu viele. Aber es sind weder alle noch die Mehrheit!
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    4. Antwort von Valentin Hehl  (ValentinHehl)
      Ich glaub sie richtig zu verstehen. Es ist schwierig dies zu akzeptieren und verstehen aber Rassismus ist ein viel grösseres und komplexeres Problem als sie es darstellen. Ja wir sind alle Täter, auch wenn sie kein offener Rassist sind, denn Rassismus passiert überall und oft unbewusst. Zu glauben, dass Rassismus nur bei Neo-Nazis existiert ist ebenso Teil des Problems. Versuchen sies anzunehmen statt von sich zu weisen. Rassismus ist systemisch und nicht nur was für Ku-Klux-Clan Mitglieder.
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    5. Antwort von Valentin Hehl  (ValentinHehl)
      Wir müssen lernen bewusst anti-rassistisch zu sein, statt zu glauben nie rassistisch zu handeln und dadurch nicht Teil des Problems zu sein. Dazu gehört sich intensiv mit der Thematik auseinander zu setzen und die Schutzmechanismen der Paradiesbewohner in uns abzubauen. Sonst nützen ihre bestimmt guten Absichten niemandem etwas. Kein Mensch wirft sie damit in einen Topf mit Hitler und co.
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  • Kommentar von Josephk Ernstk  (Joseph ernst)
    Sicher gibt es Rassismus, das sind aber eher Ausnahmen. Es ist interessant, dass alle interviewten Dunkelhäutigen ein negatives Rassismus-Problem erlebten. Positives hört man praktisch nicht ! Die Polizei muss Kontrollen durchführen und dass mal auch Dunkelhäutige, infolge der existierenden Kriminalität, angehalten werden, dürfte wohl normal sein !
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