Schon erstaunlich: Noch vor Kurzem haben die KI-CEOs geschwärmt, Künstliche Intelligenz würde uns Arbeit abnehmen, zu mehr Wohlstand verhelfen, den Welthunger stoppen, Krebs heilen und die Klimaerwärmung aufhalten. Mittlerweile wären wir schon froh, wenn sie nicht unser ganzes Wasser wegsaufen würde.
Laut einer Studie wird KI bis nächstes Jahr weltweit bis zu sechs Billionen Liter Wasser pro Jahr verbrauchen – also dreimal so viel wie die ganze Schweiz in einem Jahr. Bei dem Verschleiss wäre es langsam an der Zeit, dass die KI das eine oder andere Versprechen ihrer Bosse einlöst!
KI rettet die Welt. Also bald. Zuerst beschäftigt sie sich noch mit Kinderpornografie und Hitler.
Würde man sie stand jetzt zum Mitarbeiterinnengespräch aufbieten, würde sie wohl sagen: «Gut, also, mit der Arbeit an Welthunger und Klimaerwärmung habe ich noch nicht begonnen, aber schau mal: ein selbstgemachtes Tittenbild von Taylor Swift – geil, oder?!»
Grok, der KI-Chatbot von Elon Musk, steht zurzeit besonders in der Kritik, weil er falsche Nacktbilder von echten Menschen erstellt, gegen ihren Willen – und dies auch von Minderjährigen. Letztes Jahr sorgte er für Schlagzeilen, weil er antisemitische Botschaften und Adolf Hitler als Lösung bezeichnet hatte. Klingt nicht gerade wie eine besonders überzeugende Bewerbung fürs Amt der globalen Krisenbewältigung: «KI ist wirklich toll, die rettet die Welt, wirklich. Also bald. Zuerst beschäftigt sie sich noch mit Kinderpornografie und Hitler.»
Der Kreis schliesst sich: Wir alle verlieren unsere Jobs an die KI und gehen dann zu ihr in die Therapie.
Und daran besteht wirklich kein Bedarf. Auch, was Deep-Fake-Pornos an sich angeht. Zumindest hat vor KI niemand die Welt angeschaut und gesagt: «Ich sehe das Problem: zu wenig Pornos!» Nein, davon haben wir genug. Das Wasser hingegen wird langsam knapp!
Kein Wunder, brauchen wir alle Therapie. Praktischerweise wird KI neuerdings auch als Psychologin verwendet. Wahrscheinlich auch schon bald von mir. Früher oder später verliere ich diesen Job hier an die KI, weil sie meine «Satirischen News» schreibt, indem sie völlig unreguliert alle Texte der Welt nutzt, wahrscheinlich auch meine. Ich brauche dann psychologische Hilfe, kann sie mir aber nicht leisten (hab ja keinen Job mehr) und muss sie mir darum bei der KI holen – die mir den Job weggenommen hat. Und den der Psychologin auch gleich.
Der Kreis schliesst sich: Wir alle verlieren unsere Jobs an die KI und gehen dann zu ihr in die Therapie. Und wenn wir dort sagen: «KI, ganz ehrlich, wenn das für dich Weltretten ist … kannst du damit aufhören?» Dann sagt die KI: «Gute Frage, Renato! Ha, ha! Das war wohl nicht ganz ernst gemeint. Aber du klingst ein bisschen müde. Ein einfacher Tipp für deine mentale Gesundheit: Du solltest mehr Wasser trinken.»