Zum Inhalt springen

Header

Video
Coronakrise: BAG zählt Schwangere neu zur Risikogruppe
Aus Tagesschau vom 05.08.2020.
abspielen
Inhalt

Schwangere neu in Risikogruppe Nicht Angst, sondern Vorsicht ist geboten

Schwangere haben laut BAG ein höheres Risiko, schwer an Covid-19 zu erkranken. Was bedeutet das für die Betroffenen?

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) nimmt schwangere Frauen auf die Liste der «besonders gefährdeten Personen». Damit sind sie im Prinzip zur Risikogruppe erklärt worden. Dass schwangere Frauen durch Viren und andere Infekte gefährdet sein können, ist nicht neu.

Beispielsweise bei der saisonalen Grippe wird den Frauen schon länger empfohlen, sich zu schützen und sich möglichst impfen zu lassen. Erkrankt eine schwangere Frau an Grippe, ist das Risiko für Komplikationen höher und in schwersten Fällen kann eine Grippe zu Frühgeburten führen.

Ähnlich wird dies jetzt auch bei Covid-19 eingeschätzt. Dazu sagt Daniel Surbek, Chefarzt der Frauenklinik am Inselspital Bern: «Das Hauptrisiko ist – wie man aus neuen Studien weiss –, dass schwangere Frauen im Krankheitsfall ein höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben, inklusive der Behandlung auf einer Intensivstation.»

Aber nicht nur die Frauen hätten ein höheres Risiko, auch die Ungeborenen und Neugeborenen. «Man hat gesehen, dass ein höheres Frühgeburtsrisiko besteht, wenn sich die Frau in einer entsprechenden Schwangerschaftswoche befindet», erklärt Surbek. Das Risiko für eine Frühgeburt betrage dann 25 bis 30 Prozent.

Selbst wenn eine schwangere Frau infiziert wird, gibt es sehr viele Krankheitsverläufe, die nicht schwer sind.
Autor: Daniel SurbekChefarzt der Frauenklinik am Inselspital Bern

Die meisten Frühgeburten seien nicht problematisch, weil sie eher spät stattfinden würden, etwa im achten Monat. «Das Kind wird dann in der Regel auf der Neonatologie betreut. Die Prognosen sind sehr gut, dass es gesund wird», sagt Surbek.

Heikler könnte es bei den deutlich selteneren Frühgeburten im sechsten und siebten Monat. Letztlich sind es aber vor allem die Frauen selber, die durch schwerere Krankheitsverläufe gefährdet sein können.

Vorerkrankungen können Risiko erhöhen

Doch: Ähnlich wie in der gesamten Bevölkerungsgruppe ist das Risiko nicht für jede Schwangere gleich. «Es gibt schwangere Frauen, die eine besonders hohe Gefährdung für schwere Komplikationen haben. Zum Beispiel Frauen mit vorbestehendem Diabetes oder Herzleiden.»

Video
Coronakrise: BAG zählt Schwangere neu zur Risikogruppe
Aus Tagesschau vom 05.08.2020.
abspielen

Weil unter dem Strich gemäss neuer Studien aber alle Schwangeren ein erhöhtes Risiko tragen, sollten sie sich möglichst vor einer Infektion mit dem Coronavirus schützen. Angst haben müssten die Frauen aber nicht, sagt Surbek. «Selbst wenn eine schwangere Frau infiziert wird, gibt es sehr viele Krankheitsverläufe, die nicht schwer sind.»

Weitere Studien geplant

Warum kommt diese Mahnung zur Vorsicht erst jetzt, hätte man das nicht früher abschätzen können, aus Erkenntnissen mit anderen Viren? Dazu der Gynäkologe: «Nachdem die ersten Studien keinen Hinweis für ein erhöhtes Risiko für schwangere Frauen ergeben haben, zeigen die grösseren Studien nun doch, dass ein solches besteht.»

Es sind Studien aus europäischen Ländern und auch aus den USA, mit teilweise mehreren hundert schwangeren Frauen. Um die Risiken im Detail aber noch besser zu verstehen, sind weitere grosse Studien geplant, auch in der Schweiz.

Weil man das Grundrisiko jetzt aber in den Daten gesehen hat, sollen schwangere Frauen ab sofort so gut wie möglich geschützt werden, so wie die anderen Risikogruppen. Damit können auch die Arbeitgeber in die Pflicht genommen werden, welche für den Schutz der Gesundheit am Arbeitsplatz verantwortlich sind.

Video
Mathys: «Schwangere Frauen sind ab sofort auf der Liste der gefährdeten Personen»
Aus News-Clip vom 05.08.2020.
abspielen

Echo der Zeit vom 05.08.2020, 18 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

11 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Eva Werle  (Wishbone Ash)
    Vorsicht ist von Vorteil, wenn es um Gefahren geht. Polarisierende Fronten aufbauen, wo umsichtige Menschen als Angsthasen, Panikmacher und Zombies beschimpft werden, nur damit "coole Typen" ihre Ängste verdrängen und sich besonders mutig fühlen können: Das wäre nur lächerlich, wenn das daraus resultierende unvorsichtige Verhalten nicht uns alle gesundheitlich und wirtschaftlich gefährden würde.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Valentin Haller  (Projektionsfläche)
      Eine Stimme der Vernunft, danke!

      Da leben wir nun gemeinsam in dieser merkwürdigen Zeit mit einem noch immer nur bruchstückhaft verstandenen Virus - und viele versuchen vor allem angestrengt, recht zu haben, obwohl das derzeit niemandem abschliessend möglich ist.

      Dabei ist die Risikoabschätzung ziemlich eindeutig: Vorsicht hat relativ absehbare Kosten und einen womöglich immensen Nutzen. Unvorsicht dagegen hat kaum absehbare Kosten und womöglich keinen oder gar einen negativen Nutzen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Eva Werle  (Wishbone Ash)
      Danke, gleichfalls!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Pia Grüninger  (pgrüninger)
    Jetzt haben wir dann langsam alle in Angst und Schrecken versetzt. Wen können wir noch verunsichern und zermürben? Welcher Gruppe wollen wir noch eine nicht lange erprobte Impfung aufschwatzen? Risikoschwangere: ich gehörte auch ohne Corona mit 35 Jahren dazu.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Eva Werle  (Wishbone Ash)
      Vernunftbegabte Menschen können Informationen einordnen und sich entsprechend verhalten. Warum haben sie Panik?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Michel Müller  (Bundeshausmaus)
    An alle Schwangere. 67 Tausend Menschen sterben pro Jahr. Aktuell 1706 AN oder DURCH Sars covid. Davon 1307 über 80Jahren.
    Über 65 Jährigen 360.
    ( zusammen 1667)
    39-49 Jährigen 4 Tote seit Beginn.
    Siehe admin. BAG STERBLICHKEITSRATE.
    29-39 =0.
    Schwangere nicht bekannt. Fazit: Wenn Sie schwanger sind, über 65 jährig oder gar 80, dann sind sie wirklich gefährdet. Aber nicht weil Sie schwanger sind.....
    Augenauf
    Ablehnen den Kommentar ablehnen