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Studie rechnet mit weiteren Covid-19-Ausbrüchen
Aus SRF 4 News aktuell vom 15.04.2020.
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Studie aus Harvard «Wir müssen noch eine ganze Weile mit Einschränkungen leben»

Am morgigen 16. April will der Bundesrat mitteilen, wie es weitergehen soll mit den getroffenen Massnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Schon heute will die Regierung in Deutschland über ihre nächsten Schritte informieren. Eine wissenschaftliche Studie, Link öffnet in einem neuen Fenster zu Covid-19, die eine Prognose für die nächsten Jahre wagt, könnte ausschlaggebend sein. Sie zeichne allerdings ein düsteres Bild, sagt SRF-Wissenschaftsredaktorin Katrin Zöfel.

Katrin Zöfel

Katrin Zöfel

Wissenschaftsjournalistin

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Katrin Zöfel ist Wissenschaftsredaktorin bei SRF. Sie ist Biologin und versucht zu verstehen, wie die Wissenschaft helfen kann, Antworten auf gesellschaftlich wichtige Fragen zu finden.

SRF News: Inwiefern zeichnet die neue Studie ein düsteres Bild?

Katrin Zöfel: Die Idee, dass das neue Coronavirus wie sein nächster Verwandter, das Sars-Virus, einfach wieder verschwindet, ist mit dieser Studie vom Tisch. Es etabliert sich ähnlich wie ein neues Grippevirus, das kommt und bleibt. Wenn die Forscher aus den USA recht behalten, müssen wir bis ins Jahr 2022, also noch eine ganze Weile, mit Einschränkungen leben, unter anderem mit dem «Social Distancing», das wir schon kennen. Und womöglich wird es stärkere Ausbrüche bis in den Winter 2025 hinein geben.

Wie ernst nehmen Sie diese neuen Erkenntnisse?

Es sind die Schlüsse, die man aus allem, was man jetzt weiss, ziehen kann. Die Studie stammt von renommierten, umsichtigen Forschern, unter anderem vom Epidemiologen Marc Lipsitch von der Harvard Universität in Boston. Es lohnt sich also, ihnen zuzuhören. Aber es sind Berechnungen, und die haben natürlich Unsicherheiten. Es kann schlechter oder besser laufen.

Ein Impfstoff wird das Bild komplett ändern.

Ein grosser Unsicherheitsfaktor ist, dass man noch nicht weiss, wie lange eine Immunität anhält, nachdem jemand die Infektion durchgemacht hat. Andersherum: Sobald es ein Medikament gibt, das bewirkt, dass weniger Menschen schwer erkranken, sieht das Bild sehr viel besser aus.

Das heisst, wenn in absehbarer Zeit ein Impfstoff auf den Markt kommt, stimmt diese Prognose nicht mehr?

Ein Impfstoff wird das Bild komplett ändern – zumindest wenn es gelingt, wirklich einen Grossteil der Weltbevölkerung zu impfen. So weit muss man aber erst einmal kommen, finanziell und organisatorisch. Und bei allen Bemühungen: Es ist auch möglich, dass wir keinen Impfstoff bekommen.

Nationaler Glückskette-Sammeltag am 16. April

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Logo der Glückskette
Legende: glueckskette.ch

Die Glückskette führt in Zusammenarbeit mit der SRG einen nationalen Sammeltag zur Corona-Krise durch. Der Sammeltag vom 16. April wird wegen der Schutzmassnahmen des Bundes in einem aussergewöhnlichen Rahmen stattfinden. Im Mittelpunkt steht die Online-Spende.

Spenden können Sie auf:

Es läuft also auf einen Wechsel zwischen Lockerungen und Verschärfungen hinaus. Was heisst das für die Entscheidungen dieser Woche?

Es macht klar, wie kompliziert es wird. Wenn man die Massnahmen an einigen Stellschrauben lockert, weiss man nur ungefähr, was passiert. Das heisst: Es kann nur gut gehen, wenn es gelingt, genau hinzuschauen, wie sich die Fallzahlen entwickeln. Und wenn die Zügel wieder angezogen werden, sobald die Zahlen zu hoch sind.

Das Gespräch führte Claudia Weber.

Quelle: Massnahmen des Bundesrats gegen das Coronavirus (Auswahl)13.03.20Verbot Veranstaltungen > 100 PersonenEinführung Schengen-GrenzkontrollenEinreise aus Italien mit Ausnahmen verboten10 Mrd. Fr. Soforthilfe Kein Unterricht an SchulenMax. 50 Personen in Restaurants, Bars, Diskotheken 18.03.20Betreibungsverbot bis 19. AprilGrenzkontrollen und Einreiseverbote ausgedehnt20.03.20Versammlungsverbot > 5 PersonenMassnahmenpaket von 32 Mrd. Fr.Ausweitung, Vereinfachung der Kurzarbeit 16.04.20Bekanntgabe der etappenweisen Lockerung der Massnahmenab 27.04.: z.B. Öffnung von Coiffeuren und Baumärktenab11.05.: z.B. Öffnung obligatorischer Schulenab 08.06: z.B. Öffnung von Zoos und Museen25.03.20Programm zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen (20 Mrd. Fr.)Anpassungen bei Kurzarbeitentschädigung03.04.20Bürgschaftsvolumen für Liquiditätshilfen auf 40 Mrd. Fr. erhöht08.04.20Shutdown bis 26. April verlängert,schrittweise Lockerung Ende April Ausweitung Kurzarbeit16.03.20«Ausserordentliche Lage»Einsatz von rund 8000 Armeeangehörigen in Spitälern, Logistik und SicherheitsbereichGrenzkontrollen zu Deutschland, Österreich und Frankreich sowie EinreiseverboteGeschäfte müssen schliessen (ausser Lebensmittelläden und Gesundheitseinrichtungen)«Besondere Lage» gemäss Epidemiengesetz Verbot Grossveranstaltungen > 1000 Personen 28.02.20EXIT

SRF 4 News, 15.04.2020, 06:45 Uhr;

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125 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Bernoulli  (H.Bernoulli)
    "Was man jetzt weiss" - oder vorgibt zu wissen unter Unterschlagung wichtiger Fakten zum Immunsystem und der Möglichkeiten, sich gegen viralen Infekten zu schützen mit den Mitteln aus der Natur!
    1. Antwort von antigone kunz  (antigonekunz)
      Die vis medicatrix naturae, Herr Bernoulli, die wirkt, halt von einigen kaum als diese erkannt. Aber ohne wird's nichts mit Gesundung und Genesung. Die wissenschaftlich Arroganz diesbezüglich wird sich nicht mehr lange halten können. Denn Zusammenwirken ´moderner' Wissenschaften, altem Wissen, Erfahrungen und Kentnissen sind wichtiger denn je. Wir, die Humans, können es uns gar nicht mehr leisten in Zeiten, die auf uns zukommen, Alles zusammenzubringen und bestmöglich zu nutzen....
    2. Antwort von Hans Bernoulli  (H.Bernoulli)
      @a. kunz: es sind moderne, wissenschaftliche Studien die zeigen, wie vielfältig antiviral verschiedene Heilpflanzen wirken. Dieses Wissen zu missachten, hat nichts mit moderner Wissenschaft zu tun. Es ist nur absurd.
  • Kommentar von Hans Bernoulli  (H.Bernoulli)
    Es ist durch mehrere Studien inkl. einer Metaanalyse mit 11'000 Personen erwiesen, dass Vitamin D vor Viren schützt - und man kennt z.T. auch den Mechanismus. Warum nichts davon von den Behörden, Medien, und Gesundheitsfachleuten? Dies u.a. Massnahmen könnten das Gesundheitswesen entscheidend entlasten.
    1. Antwort von Pascal Odermatt  (PDOdermatt)
      Haben Sie auch die Studie, die zeigt, dass damit Hospitalisierungen von Covid-19 Patienten vermindert werden können? Wahrscheinlich nicht.
    2. Antwort von antigone kunz  (antigonekunz)
      Hiesse das nicht im Umkehrschluss, Herr Bernoulli, das für die Gesundheit von uns und unserem Immunsystem, Tagesbelichtung, d.h. ganz simpel draussen sein an der frischen Luft, effiziente Präventionsmassnahmen sind, die leider, leider nicht kapitalisiert werden können. Bewegung, frische Luft am besten, wo Bäume sind (Wald wäre optimal), gute Nahrung mit Freude und in Ruhe genossen, Schlaf, das sind die wahren Heiler. Doch noch sind die nicht patentierbar und daher uninteressant....
    3. Antwort von antigone kunz  (antigonekunz)
      Nihilismus und therapeutische Phantasielosigkeit gepaart mit wissenschaftlicher Arroganz und Dogmatismus, kosten dieser Tage vielen Menschen das Leben.
    4. Antwort von Hans Bernoulli  (H.Bernoulli)
      @P. Odermatt: Es ist erwiesen, dass Vitamin D die Bildung von körpereigenen Stoffen fördert, die eine breite Wirkung haben gegen Viren und Bakterien. Vitamin D bis 4000 IE/Tag gilt von der FDA garantiert als unschädlich. Also warum diese Prophylaxe nicht fördern und empfehlen? Kann man da etwas verlieren. PS: Haben Sie eine Studie die zeigt, dass durch die Einnahme von Paracetamol oder anderen Fiebersenkern, wie üblicherweise empfohlen, Hospitalisierungen vermindert werden können?
    5. Antwort von Pascal Odermatt  (PDOdermatt)
      Wurde das offiziell empfohlen? Paracetamol & co?
      Es macht schlicht keinen Sinn etwas zu empfehlen, von dem man nicht weiss ob es gegen Covid19 hilft oder nicht, darum gibt es wahrscheinlich auch keine Empfehlung bzgl. rauchen, weil die Beweislage eben nicht so klar ist.
  • Kommentar von Florian Mächler  (1234567)
    Wollte als Musiker beim Amt für Kultur soeben Ausfallentschädigung beantragen. Folgendem müsste man dabei zustimmen:
    "Der/die Gesuchsteller/in entbindet die genannten Stellen und Personen zudem von den Geheimhaltungsvorschriften, insbesondere vom Bankkunden-, Steuer- und Amtsgeheimnis." Einfach mal so wieder ein paar Gesetze gekippt...