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Tag der Arbeit Tausende nehmen schweizweit an 1.-Mai-Demonstrationen teil

  • Rund 50 Demonstrationen finden schweizweit statt, unter dem Motto «Jobs und Löhne verteidigen – Nein zur Abschottung».
  • In der Stadt Zürich haben sich Tausende Demonstrierende zum Tag der Arbeit versammelt.
  • Auch in Basel, Bern und Biel gab es Demonstrationen.

Auf dem Zürcher Helvetiaplatz waren Fahnen mit kommunistischen Motiven, Vertretungen der SP, der Gewerkschaften Unia und Syna, aber auch kurdische, tamilische und weitere Gruppierungen zu sehen. Der offizielle Umzug führt vom Helvetiaplatz durch die Innenstadt zum Sechseläutenplatz.

Die Organisatoren zählten 15 000 Teilnehmende. Als die Abschlusskundgebung begann, waren noch viele Gruppen unterwegs.

Die grosse Kundgebung verlief weitgehend friedlich. Unterwegs kam es aber zu vereinzelten Sachbeschädigungen. Aus einer grossen Gruppierung von linksextremen Organisationen lösten sich Vermummte an der Bahnhofstrasse. Sie versprayten Wände und Schaufenster, zündeten Böller und Pyros. Die Polizei sicherte die Route unter anderem mit einem Wasserwerfer. Aus dem «revolutionären Block» flogen Gegenstände in Richtung der Polizisten und die Menge skandierte Anti-Polizei-Parolen. Die Zürcher Innenstadt blieb über längere Zeit blockiert, der Verkehr stand still.

Anzeige: 25 Arbeiter und Firmenchef arbeiten in Bülach am 1. Mai

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Im Bezirk Bülach ZH hat die Polizei nach einem Hinweis eine Firma kontrolliert. Im Unternehmen arbeiteten 25 Angestellte ohne Bewilligung am gesetzlichen Feiertag. Die Angestellten mussten ihre Arbeit beenden, und die verantwortliche Person wird angezeigt. Sie konnte die erforderliche Bewilligung für die Arbeit an Sonn- und gesetzlichen Feiertagen nicht vorweisen.

Im Kanton Zürich ist der 1. Mai – Tag der Arbeit – ein gesetzlicher Feiertag. Gemäss Arbeitsgesetz stoppten die Polizisten die Arbeiten und sorgten für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen, wie es weiter hiess. Erste Erkenntnisse deuteten darauf hin, dass bewusst auf die Einholung einer entsprechenden Bewilligung verzichtet worden sei.

Auch Bundesräte besuchen 1.-Mai-Veranstaltungen. Beat Jans etwa tritt in Biel und Solothurn auf, seine SP-Parteikollegin Elisabeth Baume-Schneider in Liestal.

Kopf der 1.-Mai-Kundgebung in Basel biegt unbewilligt ab

Die Demonstration anlässlich der Feierlichkeiten zum Tag der Arbeit am 1. Mai verlief ohne «grössere Zwischenfälle». Die Kantonspolizei Basel-Stadt schrieb am Freitag von rund 2500 Teilnehmenden.

Statt geradeaus zum Marktplatz zu ziehen, bog der Kopf der Demonstration bei der Ankunft im Grossbasel nach 11 Uhr nach rechts in die Schifflände ab – ein «unbewilligter Umweg», wie es aus einem Lautsprecher hiess. Kurz darauf flogen aus der Menge mit Farbe gefüllte Gegenstände auf das Hotel Trois Rois und hinterliessen Flecken auf der Fassade, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur Keystone-SDA vor Ort beobachtete. Die Spitze zog weiter zum Universitätsspital Basel, wo eine Rede gehalten wurden.

Laut der Polizei kam es am Blumenrain und auf der oberen Lyss bei mehreren Gebäuden zu Farbschmierereien. Insgesamt sei die Demo aber friedlich verlaufen. Der Demonstrationszug hatte sich pünktlich um 11 Uhr vom Messeplatz aus in Bewegung gesetzt. Dabei wurden verschiedentlich antikapitalistische und antiimperialistische Parolen skandiert und Lieder gesungen. Kurz nach 11 Uhr richteten sie sich gegen die USA und gegen Israel.

Berner Linke kämpfen am Tag der Arbeit gegen Abschottung

Auch im Kanton Bern zelebrieren Linke und Gewerkschaften am (heutigen) Freitag den Tag der Arbeit. Markige Worte gegen die Volksinitiative «Keine 10-Mio-Schweiz» der SVP prägen vielerorts die Ansprachen.

In Bern ist am späten Nachmittag ein Umzug von der Altstadt auf den Bundesplatz geplant. Dort will unter anderem SP-Ständerätin Flavia Wasserfallen das Wort ergreifen. In Burgdorf ist eine Ansprache des neuen SP-Regierungsrats Reto Müller vorgesehen. 1.-Mai-Feiern sind auch etwa in Thun, Unterseen und Langenthal angekündigt.

In Bern haben zudem Linksaussen-Gruppierungen zum «revolutionären 1. Mai» aufgerufen. Sie wollen am frühen Abend auf die Strasse gehen.

Bundesrat Jans in Biel

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Mann hält Rede vor rotem Banner mit Mikrofon.
Legende: Bundesrat Beat Jans hält seine Rede anlässlich einer Veranstaltung zum Tag der Arbeit in Biel. KEYSTONE/Anthony Anex

Bundesrat Beat Jans hat an der 1.-Mai-Feier in Biel vor den Folgen der SVP-Volksinitiative «Keine 10-Mio-Schweiz» gewarnt. Das Begehren gefährde Jobs, Löhne und die Beziehungen zu Europa.

Die Initiative schade der Schweiz unmittelbar und verschärfe den Fachkräftemangel, sagte Jans. Unternehmen, Spitäler und Pflegeheime wären besonders betroffen, da sie auf Arbeitskräfte aus dem Ausland angewiesen seien. Die Initiative würde zu Verteilkämpfen führen und den Zusammenhalt der Gesellschaft gefährden, sagte der SP-Bundesrat.

Auch für die Löhne sieht der Justizminister Risiken. Zwar sei die Bevölkerung gewachsen, gleichzeitig seien die Reallöhne seit 2002 um fast zwölf Prozent gestiegen. Die Zuwanderung habe wesentlich zum wirtschaftlichen Wachstum beigetragen.

Jans warnte auch vor politischen Konsequenzen. Die Initiative könnte seinen Angaben zufolge die Glaubwürdigkeit der Schweiz schwächen. In einer unsicheren globalen Lage brauche das Land mehr Zusammenarbeit mit seinen Nachbarn und nicht weniger.

SRF 4 News, 01.05.2026, 8 Uhr ; 

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