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Jans: «Die Klimabewegung hat die Schweizer Politik geprägt»
Aus News-Clip vom 17.01.2020.
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Thunberg in der Schweiz «Der lange Atem der Klimabewegung hat mich überrascht»

Mit dem Besuch von Klima-Ikone Greta Thunberg heute in Lausanne und nächste Woche am WEF steht die Schweizer Klimajugend wieder im Fokus. Bereits schon seit einem Jahr gehen Jugendliche weltweit auf die Strasse, um gegen den Klimawandel zu demonstrieren.

Diese Ausdauer hat Beobachter und Fachleute gleichermassen erstaunt. Cloé Jans, Spezialistin für Jugend und Politik vom Meinungsforschungsinstitut gfs.bern erklärt die Gründe für den Erfolg der Klimajugend – und sagt, wo die Gefahren für die Bewegung liegen.

Cloé Jans

Cloé Jans

Politologin

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Cloé Jans , Link öffnet in einem neuen Fensterist Politologin beim Forschungsinstitut gfs.bern, Link öffnet in einem neuen Fenster. Sie ist unter anderem auf Jugendbewegungen spezialisiert.

SRF News: Wie stark hat die Klimabewegung die Schweizer Politik geprägt?

Cloé Jans: So stark wie kaum ein anderes Ereignis in den letzten Jahren. Bei den eidgenössischen Wahlen im Herbst haben wir das natürlich ganz besonders gesehen. Aber auch über das ganze Jahr hinweg konnte es sich keine Partei leisten, nicht eine Antwort auf die Klimafrage zu geben. Das zieht sich auch ins neue Jahr durch.

Wird die Wirkung der Klimabewegung auf die Politik auch weiterhin so gross bleiben?

Bewegungen leben auch dadurch, dass der Problemdruck vorhanden ist und wahrgenommen wird. Wir sehen das an aktuellen Ereignissen: Waldbrände in Australien oder ein Lauberhorn-Rennen ohne Schnee. Der Problemdruck wird bleiben und somit auch ein Nährboden für diese Bewegung sein.

Wie wichtig ist die Gallionsfigur Greta Thunberg für die Bewegung?

In Zeiten von Digitalisierung, Internet und Social Media sieht man, dass eine Personalisierung von Themen auf einzelne Figuren wichtig ist. Das sieht man nicht nur anhand von Greta Thunberg, sondern ganz allgemein in der Politik. Sie ist eine extrem zentrale Identifikationsfigur, die immer wieder Feuer entfacht und die Leute emotionalisiert.

Es sind längst nicht alle Fan von ihr, aber das hilft der Bewegung, in den Medien zu bleiben.

Wäre die Bewegung ohne Thunberg möglich gewesen?

Das ist schwierig zu sagen. Ich glaube aber, dass eine solche Identifikationsfigur extrem wichtig ist, weil sie die Leute immer wieder an bestimmte Orte zieht und weil Greta emotionalisiert und aber auch polarisiert. Es sind ja längst nicht alle Fan von ihr, aber das hilft der Bewegung, in den Medien zu bleiben.

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Prominenter Besuch am Klimastreik in Lausanne
Aus Tagesschau vom 17.01.2020.
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Was sind die grossen Gefahren für die Bewegung?

Einerseits ist es schwierig für eine Bewegung, sich längerfristig zu organisieren. Da ist es natürlich eine Möglichkeit, sich eher in institutionalisierte Strukturen einbinden zu lassen. Das ist aber nicht für alle eine gute Option. Die zweite grössere Gefahr ist, dass man in die verschwörungstheoretische Ecke abdriftet. Das hat man auch in der Vergangenheit bei solchen Bewegungen immer wieder beobachtet.

Sind radikalisierte Kräfte, welche beispielsweise eine Credit-Suisse-Filiale besetzen oder die Limmat grün einfärben, wichtig für die Bewegung oder gar eine Gefahr?

Diese extremeren Aktionen helfen natürlich umso mehr, die Bewegung in den Medien zu halten. Das ist ein Vorteil. Auf der anderen Seite ist es die grosse Stärke dieser Bewegung, dass sie so breit aufgestellt ist. Solche Aktionen können gewisse Leute natürlich auch abschrecken.

Greta Thunberg spricht vor Mitdemonstranten in Lausanne.
Legende: Ungebrochene Popularität: Greta Thunberg demonstriert mit tausenden Jugendlichen in Lausanne. Keystone

Was hat sie persönlich am meisten bei dieser Bewegung überrascht?

Der lange Atem der Bewegung hat mich durchaus überrascht. Ich wusste am Anfang nicht, wie sich das entwickeln würde. Auch ein Jahr später sind die Jugendlichen immer noch bereit, auf die Strasse zu gehen. Ich habe viele solche Bewegungen in der Vergangenheit beobachtet. Die Klimabewegung ist definitiv diejenige, mit dem längsten Atem.

Das Gespräch führte Mario Nottaris.

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17 Kommentare

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  • Kommentar von Adi Berger  (Adi B.)
    Würden die zehntausende Demo-Teilnehmer/innen konsequent auf Flugreisen verzichten wäre das schon mal ein eindrücklicher Beweis der Ernsthaftigkeit ihres Anliegens.
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  • Kommentar von Werner Bechtel  (wernib)
    Die Klimabewegung ist wichtig. Aber die Lösung gehört eben auch dazu. Es darf nicht weiter verschwiegen werden, dass Kernenergie einen äußerst wichtigen Beitrag zum Klima und der Versorgungssicherheit leistet. Ich war mit Nuclear4Climate vor Ort und wurde von niemandem kritisiert. Sparmaßnahmen und Effizienz reichen nicht. Wem etwas am Klima liegt, darf nicht gegen Kernenergie sein. IPCC, UN, EU, und viele Länder sehen das so.
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    1. Antwort von Sonja Estermann  (Saphira13)
      Global macht die Kernenergie nur 4% aus. Es mu
      Üsste also massiv ausgebaut werden um fossile Brennstoffe zu kompensieren. Finanziell sind Solar- Wind- und Wasserenergie schlicht rentabler. Dazu kommt, dass wegen der Kipppunkte die Wende innert 10 Jahren stattfinden muss. Es ist baulich schlicht unmöglich in dieser Zeit genügend Atomkraftwerke zu bauen. In dieser Zeit müsste man noch voll auf fossile Brennstoffe setzen, während man mit den anderen erneuerbaren Energien sofort starten kann.
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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Dass die "Volks-VertreterInnen" = Bundesrat-Parlament-Politk, zuständige Ämter und Behörden, Bauernverbände, seit Jahren zulassen/unterstützen, dass die Schweizer Bevölkerung, mittels "Volks-Subventionen" die eigene "Vergiftung" finanziert (Chemie "en masse" - ERDE-WASSER-TIERE und damit MENSCHEN), ist fatal und kriminell!
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    1. Antwort von Mihai Löchli  (Siebenbürgen)
      Mögen Sie Planwirtschaft? Bis jetzt hat immer nur Elend und Tot gebracht. Riskieren Sie einen höchstwahrscheinlich gleichen Ausgang nur, weil jetzt hip ist, sich schuldig für alles mögliche zu fühlen? Auf persönliche Ebene aber, jeder ist frei (hoffe das noch lange so bleibt) zu machen was er möchte von Fasten, über Technologieverzicht bis zur Sportverzicht um Weniger CO2 auszustoßen und für weniger Energiebedarf durchs Essen.
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