Zum Inhalt springen

Header

Audio
Laut interner Untersuchung von Vigier ist der Steinbruch für die Umwelt keine Gefahr
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 18.02.2021.
abspielen. Laufzeit 01:17 Minuten.
Inhalt

Umweltskandal Blausee Im Steinbruch Mitholz wurde Material «bewusst falsch deklariert»

Interne Untersuchung: Die Firma Vigier sieht weiterhin keinen Zusammenhang zwischen dem Steinbruch und dem Fischsterben am Blausee.

Seit 2018 gab es im Blausee im Berner Oberland mehrere Fischsterben. Die Blausee-Besitzer rund um den Swiss Economic Forum-Gründer Stefan Linder vermuten, dass giftige, auf dem Gelände des Steinbruchs Mitholz deponierte Materialien die Fische beim Blausee getötet haben könnten. Das Gift könnte via Grundwasser in die Fischzucht gelangt sein.

Vigier hatte im November angekündigt, diese Vorwürfe intern zu untersuchen. Nun liegt ein Zwischenbericht vor. Demzufolge haben Wasserproben auf dem Gelände des Steinbruchs stets unbedenkliche Werte ergeben. «Von einer Gefährdung der Umwelt ist nach heutigem Wissensstand nicht auszugehen», schreibt Vigier am Donnerstag in einer Mitteilung.

Falsch deklariertes Material

Gezeigt hat sich laut Vigier aber, dass Material, das im Steinbruch zur Auffüllung von Gruben verwendet wurde, «möglicherweise bewusst falsch deklariert» worden ist. «Wir haben grobe Anzeichen, dass es 2017 Anlieferungen gab, mit nicht unverschmutzem Matearial», sagt Bruno Kiefer, Direktor Sand, Kies und Transportbeton bei Vigier.

Das Unternehmen hat deshalb die Kontrollen verschärft und die Zusammenarbeit mit einem Transportunternehmen beendet.

Video
So wurde im Steinbruch falsch deklariertes Material deponiert
Aus Rundschau vom 20.01.2021.
abspielen

Das Unternehmen prüfe rechtliche Schritte gegen dieses Transportunternehmen, heisst es weiter. Eine Gefährdung des Grundwassers bestehe aber eben nicht.

Laut Kanton Bern «illegal»

Die Mitholz-Blausee-Affäre begann im September 2020. Damals berichteten die Blausee-Besitzer von Materialablagerungen aus dem Lötschberg-Scheiteltunnel auf dem Gelände des Vigier-Steinbruchs. Der obere Lötschberg-Tunnel wird derzeit von der Betreiberin BLS saniert.

Später zeigte sich, dass die BLS schon seit 2012 Altschotter aus verschiedenen Baustellen nach Mitholz geliefert hatte. Noch etwas später wurde bekannt, dass beispielsweise auch Betonschlamm nach Mitholz transportiert wurde.

Der Vorsteher des bernischen Amts für Wasser und Abfall (AWA), Jacques Ganguin, sagte im September 2020 in der SRF-Sendung Rundschau, Aushub aus dem Lötschberg-Scheiteltunnel sei illegal auf dem Gelände des Mitholzer Steinbruchs deponiert worden.

Laut Ganguin hätte alles Material nach Wimmis BE in eine spezialisierte Anlage gebracht und dort gewaschen werden sollen.

Gleisaushub wiederverwertet

Dazu schreibt Vigier, der von der BLS angelieferte, als wenig bis stark verschmutzt klassierte Gleisaushub sei von Vigier weitertransportiert und vorschriftsgemäss entsorgt worden.

Unverschmutzten sowie «tolerierbaren» Gleisaushub habe Vigier «zum überwiegenden Teil» im Aufbereitungsprozess von «Primärmaterial» aus dem Steinbruch wiederverwertet. Das bedeute, dass unverschmutzter oder «tolerierbarer» Gleisaushub zusammen mit Primärmaterial gebrochen, gesiebt und gewaschen worden sei.

Der Ausschuss sei auf dem Gelände zur Wiederauffüllung von Gruben verwendet worden. Ebenfalls auf dem Gelände deponiert wurde die sogenannte «Grobfraktion» von Gleisaushub aus dem Lötschberg-Scheiteltunnel, welcher nach 2018 angeliefert wurde.

Ein Teil dieses dort abgelagerten Materials sei im Sommer 2020 in Abstimmung mit dem AWA ausgebaut und entsorgt worden. Die internen Untersuchungen hätten gezeigt, dass sich noch weitere Mengen dieses Materials auf dem Gelände befänden.

SRF 1, Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 08.32 Uhr;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

11 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Peter König  (Vignareale)
    @Dubach da haben Sie vollkommen recht, da muss genau untersucht werden von wo das Gift gekommen ist wir aber schwierig da in der Zwischenzeit sehr viel Wasser durch geflossen ist
  • Kommentar von Tom Bärfuss  (Tom Bärfuss)
    Bild mit den toten Fischen ist tendenziös, da wie im Artikel berichtet, die Wasserproben aus dem Steinbruch und dem Fischsterben im Blausee zur Zeit keinen Zusammenhang erklären lässt.
    1. Antwort von Jürg Suter  (Sut)
      Ein Zusammenhang zwischen Blausee und Deponie besteht offensichtlich. Aber leider hat die Regierung des Kanton Bern noch kein grosses Interesse bekundet, den Sachverhalt zuklären.
      Solange in der Deponie nicht richtig gebuddelt wird, kommen auch nicht alle Umweltsünden ans Licht.
  • Kommentar von Daniel Bucher  (DE)
    Sofort eine Auflage zur Gesamtsanierung des Steinbruchs und der Deponie erstellen. Gleichzeitig ist ein hoher dreistelliger Millionenbetrag als Sicherheitsleistung bei Vigier zu verlangen oder beschlagnahmen.