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Projektleiter bei «Karl's kühne Gassenschau» managt das Impfzentrum Winterthur
Aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 07.04.2021.
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Veranstalter bekämpfen Corona Statt Partys: So organisieren Event-Profis Impf- und Testzentren

Schweizweit engagieren sich Veranstalter wie die Gurtenfestival-Crew beim Testen oder Impfen, wie vier Beispiele zeigen.

Was verbindet ein Test- oder Impfzentrum mit einem Open-Air, einer Technoparty oder einem Konzertlokal? Mehr als es auf den ersten Blick scheint. Organisatoren bekannter Anlässe sind nämlich für Impf- und Testzentren verantwortlich. SRF hat vier von ihnen gefragt, wie sie ihr Engagement erklären und mit welchen Herausforderungen sie kämpfen.

Stefan Wigger – Programmleiter der Kulturfabrik Kofmehl und Projektleiter des Testzentrums Solothurn: «Anfangs denkt man, eine Veranstaltung zu organisieren und ein Testzentrum zu führen, seien zwei verschiedene Welten. Doch der Tagesbetrieb eines Testzentrums gleicht einem Anlass.

Die Leute müssen sich vorgängig registrieren, so wie sie bei einem Konzert zuerst ein Ticket kaufen. Das Einchecken im Testzentrum ähnelt der Ticket-Kontrolle bei einer Veranstaltung. Und schliesslich erhalten die Getesteten das Resultat, fast wie ein Erinnerungsfoto eines Konzertes. Auch bezüglich der Ressourcen ist der Betrieb eines Testzentrums vergleichbar mit einer Veranstaltung.»

Thomas Kraft – Projektleiter des Spektakels «Karl's kühne Gassenschau» und Leiter des Impfzentrums Winterthur: «Wir haben das Impfzentrum innerhalb von 90 Tagen auf die Beine gestellt. Ein solches Projekt in einer so kurzen Zeit zu realisieren, war eine grosse Herausforderung. Und man muss sich vorstellen: Wir hatten keine Vorgaben, wie das Impfzentrum aussehen muss.

Unser vierköpfiges Team hat das Impfzentrum deshalb nach bestem Wissen und Gewissen geplant, mit Pragmatismus und gesundem Menschenverstand. Anfangs war die neue Aufgabe ein Sprung ins kalte Wasser. Aber das Wasser wurde rasch warm – und ich habe mich schnell eingelebt.»

Lena Fischer – Geschäftsleitungsmitglied des Gurtenfestivals und Co-Leiterin einer Testorganisation im Kanton Bern: «Wir fahren unter anderem mit einem ausgebauten Lastwagen in verschiedene Gemeinden und testen bei Corona-Ausbrüchen. Zuvor haben wir stationäre Testzentren betrieben. Wir mussten die Infrastruktur aufbauen, eine Software programmieren, Personal rekrutieren und uns überlegen, welche Informationen die grosse Masse benötigt. Diese Aufgaben sind fast deckungsgleich mit einem Festival.

Die kniffligste Aufgabe war aber der medizinische Bereich. Neue Fragen sind aufgetaucht: Wie muss man die Kosten abrechnen? Wie funktionieren welche Tests genau? Hier mussten wir uns eine Übersicht verschaffen. Die Tests machen Laien, die medizinisch geschult worden sind. Bei den Schnelltests sind zwingend eine Ärztin oder Arzt und medizinisches Fachpersonal vor Ort.»

Joel Meier – Präsident des Vereins Streetparade und Gesamtprojektleiter des Impfzentrums Uster: «Die Anfrage des Spitals Uster, welches das Impfzentrum betreibt, war ein riesiger Aufsteller für unsere Eventfirma. Wie viel wir am Schluss dabei verdienen, wissen wir nicht genau. Für uns war es einfach wichtig, dass es wieder Arbeit gibt; und vor allem sinnstiftende Arbeit. Das Impfen ist eine von verschiedenen Möglichkeiten, damit wir die Pandemie überwinden und bald wieder Veranstaltungen durchführen können.

Etwas vom Schönsten war, zusätzliches Personal für das Impfzentrum zu rekrutieren. Ganz viele Menschen sind schwer betroffen in dieser Pandemie. Sie haben den Job und die Perspektive verloren. Es ist sehr viel wert, dass man wieder arbeiten kann und merkt: Es braucht mich, mein Know-how und meinen Einsatz.»

Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 06.04.2021, 17.30 Uhr

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