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Unwetter hinterlässt im Kanton Zürich grosse Verwüstungen
Aus 10 vor 10 vom 13.07.2021.
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Versicherungen und Unwetter Gewitterstürme verursachen Schäden in Millionenhöhe

Die Unwetter der letzten Wochen stellen die Gebäudeversicherung des Kantons Zürich vor grosse Herausforderungen.

Entwurzelte Bäume auf der Strasse, abgedeckte Dächer, überschwemmte Keller und Schwemmgut auf der Strasse. Die Sommergewitter hinterlassen im Kanton Zürich grosse Verwüstungen.

Das widerspiegelt sich auch in den Zahlen der Gebäudeversicherung des Kantons Zürich (GVZ). Bislang sind dort rund 300 Schadensmeldungen eingegangen – jede Minute werden es mehr. Ersten Schätzungen zufolge könnte die Zahl auf rund 2000 steigen.

Vorgehen im Schadenfall

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Schäden sind der GVZ schnellstmöglich zu melden: Mit dem Online-Schadenformular oder unter www.gvz.ch → Schaden melden oder telefonisch an die GVZ-Schaden-Hotline 0800 442 442 (kostenlos, 7 Tage, 24 Stunden).

Bevor mit der Umsetzung von Not- und Sofortmassnahmen begonnen wird, sollte der Schaden unbedingt dokumentiert werden. Es empfiehlt sich, Fotos von Schadenereignis und Schäden zu erstellen. Ausser den nötigen Sofortmassnahmen sollten keine Veränderungen, welche die Schadenabklärung erschweren könnten, vorgenommen werden. Und beschädigte Gebäudeteile und Einrichtungen sollten erst nach der Schadenbeurteilung respektive Schadenbesichtigung durch die GVZ entsorgt werden.

Für Martin Kull, Leiter Bereich Versicherungen bei der GVZ, ist das alles andere als Alltag: «Wir reden hier von einem Ereignis, welches wir das letzte Mal vor etwa zehn Jahren hatten. Das ist schon etwas Besonderes.» Alleine in der Periode vom 18. Juni bis Montagabend seien schätzungsweise 40 Millionen Franken Schaden durch Unwetter entstanden.

Triage und Aushilfspersonal

Die ausserordentlich hohe Anzahl an Schadensmeldungen stellt die Gebäudeversicherung des Kantons Zürich vor eine grosse Herausforderung.

Zur Bewältigung brauche es eine Triage. Priorisiert werden Meldungen, bei denen weitere Schäden drohten. Das seien beispielsweise Dächer mit Löchern oder solche die ganz abgedeckt wurden. Ausserdem sagt Martin Kull: «Dieses Mal haben wir eine gehäufte Anzahl an Bäumen, die umgestürzt sind auf Häuser. Wenn wir so eine Meldung sehen, ist für uns klar, dass diese sehr rasch bearbeitet wird.»

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Alleine gestern wurden 2000 Schadensmeldungen registriert
Aus News-Clip vom 13.07.2021.
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Die schnelle Abwicklung erfordert Flexibilität: «Unsere Schaden-Crew können wir bei solch aussergewöhnlichen Ereignissen ausbauen. Mitarbeiter, die sonst nicht in der Schadensabteilung arbeiten, werden hinzugezogen. Zudem haben wir ehemalige Schadenexperten, die uns unterstützen.»

Geduld ist angesagt

Trotz diesen Anstrengungen seitens der GVZ werden sich die Versicherten wohl in Geduld üben müssen. Wie schnell die Auszahlungen erfolgen, hänge von vielen verschiedenen Faktoren ab. Der Erfahrungswert zeige: Bei solchen Ereignissen seien nach drei bis vier Monaten rund 80 Prozent der Fälle bewältigt.

Trotz des aussergewöhnlichen Ereignisses könne aber auf eine Prämienerhöhung verzichtet werden. Die GVZ sei genügend gut kapitalisiert.

10vor10, 13.07.2021, 21:50 Uhr

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Claudia Beutler  (Claudia)
    Vielleicht sehen nun auch diejenige, die finden Klimaschutz ist zu teuer, ein, dass die Schäden des Klimawandels uns viel teurer kommen werden.
  • Kommentar von harald keller  (pragmatiker)
    In Zukunft werden wir uns nicht mehr fragen, ob wir die Schäden bezahlen können, sondern, ob wir sie noch reparieren können.
  • Kommentar von Markus Jaquiry  (Markus45)
    Ein weiteres Beispiel dafür, dass der Klimawandel längerfristig viel mehr Kosten verursacht als die Wirtschaft an Einbussen durch Gesetze und Verordnungen hinnehmen müsste.
    Vielleicht realisieren dies auch bald die CO2 Gesetz Ablehner!
    1. Antwort von Philipp M. Rittermann  (airmaster1)
      das co2-gesetz trägt bei uns rein gar nichts zum klimaschutz bei, herr jaquiry. klimaschutz hat mit eigenverantwortung und verzicht zu tun. nicht mit steuern, abgaben und bussen.
      und ob der co2 aussstoss eine kausalität zur aktuellen schlechtwetterperiode bildet, steht in den sternen.
    2. Antwort von Roger Stahn  (jazz)
      Wahrscheinlich sind sich die CO2-Gesetz Ablehner bewusst, dass früher der damalige Klimawandel und damalige Wetterereignisse, die Gewässer und Flüsse bei hoher Wasserführung sich eine Ausweichsfläche (Aue usf.) geschaffen hatten, die jedoch später vom Menschen zerstört worden sind. Zusätzlich der Verlust von Bodenfunktionen durch die zunehmenden Siedlungsflächen, das alles dem Wasser schlicht den Platz weggenommen hat und deshalb heute zu Überschwemmungen führen kann.
    3. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Rittermann: das stimmt nicht. Das CO2-Gesetz wäre ein Beitrag gewesen zum Klimaschutz. Allein nur an die Eigenverantwortung zu appellieren bringt zu wenig.
    4. Antwort von Florian Kleffel  (Hell Flodo)
      @Rittermann: Dieses Gesetz hätte genau die belohnt, die eigenverantwortlich etwas für den Klimaschutz tun, zum Beispiel durch Verzicht. Und diejenigen zur Kasse gebeten, die nach dem Motto "nach mir die Sintflut" leben. Ausserdem ist die Wirkung von Lenkungsabgaben längst wissenschaftlich belegt (und logisch: Geld regiert die Welt).

      Zum Zusammenhang: Die globale Erwärmung ist nicht für einzelne Ereignisse kausal verantwortlich, aber für eine Zunahme. Muss man das wieder und wieder erklären?