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Unwettersituation in der Schweiz
Aus Tagesschau vom 17.07.2021.
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Unwetter in der Schweiz Die Übersicht: Hier tritt das Wasser über die Ufer

Vom Neuenburgersee bis zum Rhein: So entwickelt sich die Situation in den gefährdeten Regionen.

Aktuelles Naturgefahrenbulletin des BAFU

Zentralschweiz und Vierwaldstättersee: In der Stadt Luzern ist der Pegel des Vierwaldstättersees in der Nacht von Samstag auf Sonntag unter die kritische Marke von 434.9 Metern gesunken. Seither ist er stetig, aber langsam zurückgegangen. Heute kurz vor Mittag lag der Pegel bei 434.86 Metern über Meer. Die Gefahr vor einer Überschwemmung des Schwanenplatzes ist gebannt. Dennoch gilt für den Vierwaldstättersee weiterhin die höchste Gefahrenstufe 5 und die Schutzmassnahmen werden aufrechterhalten. Die Fussgängerbrücken in der Stadt Luzern werden voraussichtlich am Montag wieder freigegeben.

Auch für die Reuss von Vierwaldstättersee bis Mündung Kleine Emme gilt Stufe 5.

Legende: Die Kapellbrücke und weitere Fussgänger-Übergänge über die Reuss wurden wegen des Hochwassers gesperrt. Aufnahme vom 15. Juli. Reuters

Im Kanton Schwyz, der Walensee- und Alpsteinregion bleibe die Hochwassersituation «akut», teilte Meteonews am Freitag mit. Das Dorf Brunnen wurde aufgrund des ansteigenden Pegels des Vierwaldstättersees bis auf Weiteres für den Verkehr gesperrt.

Neuenburgersee: Am Neuenburgersee wurde die Hochwassergrenze in der Nacht auf Samstag überschritten, es gilt Gefahrenstufe 4. Der See steigt seit dem 13. Juli stark an, von Samstag auf Sonntag innert 24 Stunden um ein Dutzend Zentimeter. Am frühen Sonntagmorgen näherte sich der Seepegelstand der höchsten Gefahrenstufe weiter. Heikel bleibt die Situation in Yverdon-les-Bains im Kanton Waadt. Mehrere Gebiete sind überflutet und die Probleme könnten sich wegen der Bise, die das Wasser aufs Land treibt, verschlimmern. Auch der Pegel des Murtensees stieg heute Morgen weiter an.

Legende: In Yverdon-les-Bains ist der Neuenburgersee über die Ufer getreten und hat den Camping Yverdon Plage überschwemmt. Am 17. Juli stand das Wasser noch immer hoch. Keystone

Region um den Thunersee: Die Pegel der Berner Seen sinken. Beim Thunersee kam es am Samstag innerhalb eines Tages zu einem Rückgang von zehn Zentimetern, die Lage entspannt sich etwas. Entsprechend gilt am See neu die Gefahrenstufe 4 (grosse Gefahr) statt wie bis anhin Stufe 5 (sehr grosse Gefahr). Das Wasser trat an mehreren Stellen über die Ufer. Besonders gefährdet sind die Quartiere Gwatt und Dürrenast. Ein Altersheim musste aus Sicherheitsgründen evakuiert werden.

Für die Aare vom Thunersee bis Bielersee gilt Gefahrenstufe 4 («grosse Gefahr»).

Legende: Der Thunersee schwappt über, am Donnerstag, 14. Juli 2021, im Gwatt in Thun. Keystone

Bielersee: Der Hochwasser-Pegel erreichte am Freitagabend den neuen Rekordwert von 430.94 Metern über Meer. Das ist etwa ein halber Meter über der Schadengrenze. Das bisherige Höchstwasser aus dem Jahr 2007 lag bei 430.88 Metern. Auch für den Bielersee gilt die höchste Gefahrenstufe 5. Vom Samstag auf den Sonntag ging der Seepegel allerdings innerhalb von 24 Stunden um 21 Zentimeter zurück.

Legende: Hochwassersperre in Nidau am Bielersee, aufgenommen am Donnerstag, 15. Juli 2021. Keystone

Für die Aare vom Bielersee bis Mündung Rhein gilt mit Stufe 3 «erhebliche Gefahr».

Aare: In Bern hat das Hochwasser der Aare am Freitagmittag im Altenberg-Quartier die Häuser erreicht. Der Aare-Abfluss unterhalb des Thunersees ist auf Gefahrenstufe 5 angestiegen. An der Messstation Schönau flossen nach 13 Uhr rund 565 Kubikmeter Wasser pro Sekunde vorbei. Der Rekord von 1999 liegt bei 613 Kubikmetern pro Sekunde. Die Feuerwehr hat in den Quartieren Marzili, Altenberg und Matte vorbeugend Hochwassersperren aufgebaut. Mittlerweile sinkt der Pegelstand der Aare in Bern wieder.

Am Samstag hat das Bafu entschieden, dass der Abfluss der Aare aus dem Bielersee erhöht wird, aktuell liegt sie auf Gefahrenstufe 3. Damit bleibt aber der Abfluss der Aare unterhalb des Bielersees in den kommenden Wochen sehr hoch. In der Nähe des Flussufers ist daher weiterhin Vorsicht geboten.

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Das überschwemmte Marzili-Bad in Bern
Aus News-Clip vom 16.07.2021.
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Für den Rhein von Mündung Aare bis Basel gilt Gefahrenstufe 4 («grosse Gefahr»). Auch am Hochrhein (Bodensee bis Basel) gilt laut Bafu «grosse Hochwassergefahr». Der Kanton Basel-Stadt hat für das Rheinufer eine Hochwasserwarnung herausgegeben.  Die Rheinschifffahrt bleibt gesperrt. Als Vorsichtsmassnahme wurde zudem die Grenzacherstrasse temporär gesperrt. Das Rheinufer wurde laut Angaben von Polizei und Rettung Basel-Stadt auf Höhe Rankhof unterspült, es kam zu einem Hangabbruch.

Gefahr von Erdrutschen

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Laut den Expertinnen und Experten von SRF Meteo kann es derzeit in der ganzen Schweiz zu Erdrutschen und Murgängen kommen. Durch den vielen Regen in den letzten Tagen und Wochen seien die Böden so gesättigt, dass sie kaum mehr zusätzliches Wasser aufnehmen könnten.

Im Kanton Schaffhausen überschwemmten angeschwollene Bäche die Gemeinden Oberhallau, Schleitheim und Beggingen. Eine meterhohe Flut floss kurzzeitig durch Strassen, füllte Keller, riss Fahrzeuge mit und zerstörte kleinere Brücken.

Zürichsee: Das Bafu stuft die Hochwassergefahr weiterhin als «gross», also Stufe 4 von 5, ein. Am Samstag haben der Zürich- und der Greifensee den Höchstwert erreicht, teilte der Kanton auf Anfrage mit. Nun dürften die Wasserstände für Tage auf sehr hohem Niveau verharren, die Lage hat sich allerdings stabilisiert. Die Polizei hat private Bootsbesitzer vorerst zum Verzicht auf Ausfahrten aufgefordert. Der kommerzielle Schiffsverkehr auf dem Zürichsee wurde bis mindestens Samstag teilweise eingestellt.

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Schleusen des Sihlsees lassen Wassermassen ab
Aus News-Clip vom 14.07.2021.
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Wie dem Naturgefahren-Bulletin des Bundes zu entnehmen ist, steigt der Bodensee seit Donnerstag mit zunehmender Geschwindigkeit und befindet sich nun in Gefahrenstufe 3. Bis am Sonntag stieg der Pegel weiterhin.

Tagesschau, 17.07.2021, 19:30 Uhr;

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Fried Haslimann  (Friedo)
    Vielleicht sollten wir das Volk befragen: Wollen wir diese Naturkatastrophen? Wahrscheinlich wäre das Volk dagegen -allerdings gratis! (Ironie!)
  • Kommentar von Sonja BIGLER  (sbs)
    Schade, dass die Unwetter nicht früher passiert sind! Was soll das? Nur einfach schlimm, dass es passiert ist. Und dann dieses Gezänk wegen Hotspot oder Schwerpunkt und grundsätzlichem Sprachgebrauch bei SRF. Zumindest sind wohl alle die da mitmachen weit entfernt vom Unwetter und vom Hochwasser. Denn all die Betroffenen haben zurzeit ganz andere Sorgen.
  • Kommentar von Nicola Winzer  (niwi)
    Schade ist, dass die Unwetter nicht vor der Abstimmung über das CO2-Gesetz passiert sind.
    1. Antwort von Reinhard Grunder  (Reinhard Grunder)
      Sie müssen ja sehr sehr sehr jung sein, wenn sie vor der Abstimmung noch nie ein Unwetter erlebt haben.
    2. Antwort von Mec Tung  (MecTung)
      @niwi
      hätte nix geändert die Nein-Stimmer würden nur noch mehr subventionen bekomm. (Gruss an den Bauerverband ;) )