Zum Inhalt springen

Header

Audio
Swisspass: Nach wie vor ein Experiment?
Aus Rendez-vous vom 07.01.2020.
abspielen. Laufzeit 03:45 Minuten.
Inhalt

Viereinhalb Jahre Swisspass «Man muss diese Karte nutzen, trotz vieler Kinderkrankheiten»

Noch nicht alles ist mit dem Swisspass machbar. Doch die Entwicklung geht weiter.

Seit diesem Jahr heisst die neue Branchenorganisation des öffentlichen Verkehrs Alliance Swiss Pass. In dieser Organisation haben sich 250 Schweizer Transportunternehmen wie SBB, BLS und auf Tarifverbünde wie der Zürcher ZVV oder der Berner Libero zusammengeschlossen.

Sie wollen künftig, dass das Benutzen von Zug, Bus und Tram noch einfacher wird. Der Name Swiss Pass ist Programm. Geschäftsführer Helmut Eichhorn sagt denn auch: «Der Swisspass ist definitiv etabliert.» Eine Kurzumfrage am Hauptbahnhof Zürich zeigt aber, dass nicht alle Benutzerinnen und Benutzer davon begeistert sind.

Doch das digitale Ticket soll sich weiter etablieren. So ist seit Anfang Jahr das automatische Ticketing definitiv eingeführt. Wer über ein Smartphone und die dazugehörige App verfügt, kann überall in Bahn, Bus und Tram einsteigen und irgendwo wieder aussteigen und zahlt dann immer den bestmöglichen Tarif. Und das sei erst der Anfang sagt Geschäftsführer Eichhorn: «Wir möchten auch Kundenbedürfnisse genauer in unseren Überlegungen integrieren können. Das ist Sinn und Zweck der Alliance Swiss Pass.»

«Ein grosses Experiment»

Schneller werden beim Weiterentwickeln des Swiss Passes sei dringend nötig, sagt denn auch Sara Stalder, Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz: «Als Fahrgast hat man keine Wahl. Man muss diese Karte nutzen, obwohl sie sehr viele Kinderkrankheiten hat. Sie ist – zusammengefasst – immer noch ein grosses Experiment.»

Zwar kann man seit bald zwei Jahren den Swiss Pass über die entsprechende Smartphone-App verwalten und sieht darauf auch, wann das Streckenabonnement, das Halbtax oder das GA ausläuft, aber nach wie vor gelte der Slogan «Eine Reise, ein Ticket» nicht immer, sagt auch Karin Blättler. Sie ist Präsidentin des Fahrgastverbandes Pro Bahn. «Die Veloreservation kann ich nicht über den Swisspass lösen. Und es fehlt die Kinder-Mitfahrkarte.»

Weniger Schnäppchen, dafür günstige Tarife für alle

Am meisten ärgert sich Blättler aber über den Tarifdschungel beim öffentlichen Verkehr. Da würden gewisse Reisen – je nachdem wo und über welche Strecke man sie macht – mehr oder weniger kosten. Blättler wünscht sich deshalb weniger Sparbillette für Schnäppchenjäger und anderweitige Aktionen der ÖV-Betreiber, dafür einen günstigen, schweizweit gültigen Tarif, den jeder und jede einfach nachvollziehen könne.

Dieses Problems ist man sich bei Alliance Swiss Pass bewusst. Man werde daran arbeiten, dass die Transparenz besser werde, aber trotz der neuen Branchenorganisation gelte halt auch beim öffentlichen Verkehr der guteidgenössische Föderalismus. Die 17 Tarifverbünde gestalteten in ihrem Gebiet die Billettpreise autonom, sagt Eichhorn.

Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

9 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Richard Limahcer  (Limi)
    Zum Glück fährt meine Velo auch ohne Swisspass mit seinen NSA-Allüren.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Stefan Gisler  (Stefan Gisler)
    Swisspass ist längst überholt, wann schaffen wir es ,,easy ride,, in der Schweiz zu bekommen. Betührungslos, ohne App und Ticket zu kaufen den ÖV zu nutzen. Die SBB hatte vor 20 Jahre die Vision und das Projekt, scheiterte am Unvermögen und Zusammenarbeut bei den verschiedenen Unternehmungen im ÖV. Die Technik ist da, nur der Wille nicht und zu viel Angst betr. Datensammlung.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Beni Fuchs  (Beni Fuchs)
    Ja, man muss, wenn man ÖV benutzen will. Und man darf scheinbar nicht aussprechen, dass sie vor allem der Datensammlung und Kontrolle, also quasi der Überwachung dient. (?) 'chinesische' Tendenzen... auf Schleichwegen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen