Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Video Auch die SP setzt auf «Grün» abspielen. Laufzeit 03:36 Minuten.
Aus 10vor10 vom 18.06.2019.
Inhalt

Sozialdemokraten im Wahlkampf Grün ist Trumpf – auch bei den Genossen

Die Klima- und Umweltdiskussion wird die Wahlen im Herbst prägen. Da will auch die SP nicht hintanstehen.

Im Ratssekretariat des Parlaments dürften sie am 5. und 6. Juni nicht schlecht gestaunt haben. Gleich neun Vorstösse reichten SP-Parlamentarierinnen und Parlamentarier an diesen beiden Tagen ein: allesamt zur Umweltpolitik, allesamt mit Kernthemen der Grünen.

Die grüne Woche der SP

Nationalrat Fabian Molina hat Fragen zum Lebenszyklus der Aale, Nationalrätin Silva Semadeni will mehr wissen zur Pestizidreduktion, Nadine Masshardt fordert in ihrem Vorstoss eine klimaneutrale Bundesverwaltung.

Der mediale Auftritt von SP-Präsident Christian Levrat fünf Tage später mit der Forderung nach einem ökologischen Marschallplan für die Schweiz mit jährlich zwölf Milliarden Franken für den Umweltschutz machte dann die grüne Woche der SP komplett.

Vier Monate vor der Wahl schärft die SP ihr grünes Profil. Zufall sei das natürlich nicht, sagt SP-Wahlkampfleiterin Masshardt. Die SP setze sich seit eh und je für Mensch und Umwelt ein. «Das gehört zu unserer Politik, das gehört zur DNA der SP-Politik», so die Berner Nationalrätin.

Legende: Video Nadine Masshardt, Wahlkampfleiterin SP: «Gehört zur DNA der SP Politik» abspielen. Laufzeit 00:09 Minuten.
Aus News-Clip vom 18.06.2019.

Grün ist total angesagt

In Zeiten, in denen öffentlich intensiv über den Klimawandel diskutiert wird wie noch nie und in denen und Wählerinnen und Wähler in Befragungen den Klimaschutz zu einer ihrer Hauptanliegen erklären, setzen die Parteien vermehrt auf grün.

So versuchte im Februar dieses Wahljahrs bereits die FDP-Leitung ihrer Partei ein ökologischeres Profil zu geben. Es folgten Verluste bei den kantonalen Wahlen in Luzern und in Zürich und innerparteiliche Spannungen wegen des neuen Grünanstrichs.

Diese Gefahr bestehe für die SP nicht, wenn sie jetzt die Ampel auf Grün stellt, meint der Leiter der Forschungsstelle Sotomo, Michael Hermann. Diese Wahlkampfstrategie sei sogar geradezu zwingend für die SP, weil ihre Basis das Klimathema derzeit als das wichtigste befinde.

SP setzte schon immer auf die Umwelt

«Deshalb muss die SP darauf eine Antwort haben.» Und die Sozialdemokraten könnten durchaus glaubwürdig eine Antwort darauf geben. Schliesslich habe die Schweizer SP im Vergleich zu anderen sozialdemokratischen Parteien in Europa schon immer auf dieses Thema gesetzt.

Ein weiterer wesentlicher Grund für die neue starke Gewichtung der Klimathemen dürfte auch die Verschiebung in der deutschen Parteienlandschaft sein. Dort haben die Genossen innerhalb von eineinhalb Jahren 1.2 Millionen Wählerinnen und Wähler an die Grünen verloren.

Die deutsche SPD setzt sich noch heute für den Erhalt der umweltbelastenden Kohlegruben im Land ein, um ihre Klientel der Arbeiterschaft zu bedienen. Sie verliert dabei aber all jene traditionellen Wähler, welche der Klimapolitik heute mehr Bedeutung zumessen.

Hoffnungsvolle Freude bei den Grünen

Entspannt nimmt die Präsidentin der Schweizer Grünen, Regula Rytz, das «Grünerwerden» der Schweizer Genossen zur Kenntnis. Die Grünen dürften bei der Wahl im Herbst – Stand jetzt– am stärksten zulegen.

Legende: Video Regula Rytz, Präsidentin Grüne: «Grüne haben Umweltpolitik stark vorangebracht» abspielen. Laufzeit 00:21 Minuten.
Aus News-Clip vom 18.06.2019.

Die Grünen hätten die Umweltpolitik in dieser Legislatur stark vorangebracht, so Rytz. «Das wissen die Menschen. Wenn die anderen Parteien mithelfen, werden wir zukünftig im Parlament noch schneller vorwärtskommen in Sachen Klima und Artenschutz.»

Grün ist Trumpf im Wahljahr. Und vieles deutet darauf hin, dass es im Herbst im Bundeshaus noch ein bisschen grüner wird.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

10 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Thomas Tanneler  (ipool)
    Wenn grün vor rot steht, werden dijenigen die wirklich grün wählen wollen grün wählen. Die Arbeiter, die den grünen Fundamentalismus bezahlen müssen, könnten zu braun wechseln, obschon diese nicht wirklich die Arbeiterschaft vertreten. Liebe SP: Grün ist ok, vergesst aber nicht die Interessen der Arbeiter. Der gewerkschaftliche Flügel ist wichtiger wie nie zuvor.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von antigone kunz  (antigonekunz)
    Es sollte definitv aufgehört werden von Klimaschutz zu sprechen. Die Erde wird wärmer aus welchen Gründen auch immer. Natürliche Resourcen werden vom Mensch unbekümmert geplündert. Lebensraum wird knapper. Migrationsströme grösser. Es geht um Lebensraumerhaltung für uns und unsere Mitwesen. Mehr nicht. Das Klima irgendwie schützen zu wollen gehört zur menschliche Selbstüberschätzung. Es genügt, wenn wir gut zu dem schauen was wir haben und anständiges Leben für alle möglich werden lassen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Wolfgang Nivard Wolfsgruber  (Nivi)
    Mit dem sogenannten Klimaschutz werden furchtbare Umweltsünden begangen! Siehe: Siliziumabbau für Autobatterien, Urwaldzerstörung für Wasserkraftwerke, Abbau von seltenen Erden. Doch die grüne Welle will davon nichts wissen.
    Auch stört sie die weltweite Einführung von 5G nicht, obwohl dafür Millionen gesunder Bäume gefällt werden müssen und die gesundheitlichen Risiken völlig unbekannt sind. Es gibt keine Versicherung auf der Welt, die bereit wäre die Risiken für 5G zu versichern - warum wohl?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen