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Legende: Audio «Der Effekt des Frauenstreiks ist etwas verpufft» abspielen. Laufzeit 01:57 Minuten.
Aus HeuteMorgen vom 06.09.2019.
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SRG-Wahlbarometer 2019 Frauenstreik-Effekt verpufft – Wunsch nach mehr Frauen bleibt

Nicht nur das Klima, auch der Frauenanteil in der Politik bewegt die Wähler. Viele wünschen sich eine Verbesserung.

Der Kampf gegen den Klimawandel ist dieses Jahr das grosse Thema im Wahlkampf. Daneben gibt es aber noch ein zweites grosses Thema, dass den Wahlkampf prägt: die Frauen. Spätestens seit dem Frauenstreik vom Juni ist klar, dass viele Frauen fordern, sie müssten besser vertreten sein im Parlament.

Die Eckwerte der Umfrage

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Die Datenerhebung zum SRG-Wahlbarometer fand zwischen dem 19. und 25. August 2019 statt. Die Befragung erfolgte online. Die Rekrutierung der Befragten fand einerseits über die Webportale der SRG SSR, andererseits via Online-Panel der Forschungsstelle Sotomo statt.

Nach der Bereinigung und Kontrolle der Daten konnten die Angaben von 17'128 Stimmberechtigten für die Auswertung verwendet werden.

Da sich die Teilnehmenden der Umfrage selber rekrutieren (sogenanntes Opt-in), ist die Zusammensetzung der Stichprobe nicht repräsentativ. So nehmen typischerweise mehr Männer als Frauen an politischen Umfragen teil.

Repräsentative Gewichtung

Deshalb hat Sotomo die Antworten gewichtet: Den Verzerrungen in der Stichprobe wird mittels statistischer Gewichtungsverfahren entgegengewirkt.

Neben räumlichen (Wohnort) und soziodemographischen (Alter, Geschlecht, Bildung) Gewichtungskriterien werden dabei auch politische Gewichtungskriterien beigezogen (Stimm- und Wahlverhalten, regionale Parteienstruktur usw.). Durch die Gewichtung wird eine hohe Repräsentativität für die aktive Stimmbevölkerung erzielt.

Der Stichprobenfehler, wie er für Zufallsstichproben berechnet wird, lässt sich nicht direkt auf politisch gewichtete Opt-in-Umfragen übertragen. Die Repräsentativität dieser Befragung ist laut Sotomo jedoch vergleichbar einer Zufallsstichprobe mit einem Strichprobenfehler von +/-1.2 Prozentpunkten.

Dies schlägt sich auch im SRG-Wahlbarometer nieder: Knapp die Hälfte der 17’000 Befragten sind der Meinung, dass es zu wenig Frauen in der Politik gibt. Viele Befragte wollten dagegen auch konkret etwas tun, sagt Politgeograf Michael Hermann vom Forschungsinstitut Sotomo: «Insbesondere auf der linken Seite wollen viele gezielt mehr Frauen wählen, weil sie finden, dass zu wenig Frauen im Parlament sind.»

So sagen 80 Prozent der Links-Wähler, sie wollten gezielt Frauen wählen. Bei den Mitteparteien sind es zwischen 40 und 60 Prozent, bei den SVP-Anhängern nur gut zehn Prozent. Voraussetzung, dass mehr Frauen gewählt werden, ist, dass mehr Frauen kandidieren. Und das ist dieses Jahr der Fall: Gemäss der Frauenorganisation Alliance f kandidieren fast 40 Prozent mehr Frauen als vor vier Jahren.

Doch damit diese Kandidatinnen reelle Wahlchancen haben, müssen sie auch gute Plätze auf den Wahllisten erhalten. Viele Parteien würden heute gezielt Frauen fördern, sagt Hermann. Deshalb ist der Politgeograf überzeugt, dass der Frauenanteil im Nationalrat bei den Wahlen steigen wird.

Frauenstreik nicht mehr gleich präsent

Doch der Effekt des Frauenstreiks sei bereits wieder etwas verpufft: «Im Frühjahr war die Frauenthematik auf dem Höhepunkt. Seither hat es ein wenig abgenommen, auch auf der linken Seite, und wird weniger als Problem genannt.» Aber die Thematik sei nach wie vor vorhanden.

Frauenanteil Parlament seit 1971

Weniger gut als im Nationalrat sieht es – aus Sicht der Frauen – im Ständerat aus: Dort treten fünf von sechs amtierenden Ständerätinnen zurück. Im Ständerat könnte der Frauenanteil nach den Wahlen also sogar sinken.

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25 Kommentare

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  • Kommentar von jean-claude albert heusser  (jeani)
    Weiss es Ich wiederhole mich, aber Fakt ist in erster Linie müssen die "Frauen wollen" sonst bringt die ganze "Polemik nichts"!
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  • Kommentar von Reto Derungs  (rede)
    Ich denke, dass politisch tätige Personen in erster Linie fähig sein sollte. Geschlecht, Religion oder Hautfarbe sollten dabei keinen Rolle spielen. Leider ist es eine Tatsache, dass sich Frauen viel weniger politisch engagieren als Männer. Und das spiegelt sich in der Zusammensetzung des Parlaments wider. Ich selber war auf lokaler Ebene an einem Frauenförderungsprogramm beteiligt. Es war erstaunlich wie wenig Frauen bereit waren, sich zu engagieren, trotz ausgezeichneter Voraussetzungen.
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  • Kommentar von Roger Ebischer  (RO.Ebi)
    Liebes SRF

    Ich befürworte, wie vermutlich die meisten Männer oder leute mit gesunden Menschenverstand, eine Frau oder besser gesagt: die bestmögliche Person für den Job. Das Geschlecht sollte hierbei keine Rolle spielen, wie auch ein Teil der Feministischen oder linken Bewegung fordert, sollten Positionen oder die Löhne anhand messbaren Kriterien entschieden werden. Was soll nun die Diskussion über eine Quote? die bestmögliche Person soll ins Parlament. Wo ist sonst die Männerquote?
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