Zum Inhalt springen

Header

Audio
Porträts von Michel, Tännler, Zimmermann und Thöni - und was sie zur Konzernveranwortungsinitiative sagen
abspielen. Laufzeit 16:09 Minuten.
Inhalt

Ständeratswahl Kanton Zug Zuger Ständerats-Kandidaten und die Rohstoff-Konzerne

Würde die Konzernverantwortungsinitiative angenommen, wären Zuger Firmen besonders betroffen. Politiker nehmen Stellung.

Vor gut zwei Jahren wurde die Konzernverantwortungsinitiative eingereicht. Sie verlangt, dass Unternehmen mit Sitz, Hauptverwaltung oder Hauptniederlassung in der Schweiz die international anerkannten Menschenrechte und Umweltstandards respektieren müssen – im In- und Ausland. Die Initiative kommt voraussichtlich im nächsten Jahr zur Abstimmung.

Würde die Konzernverantwortungsinitiative angenommen, wäre der Kanton Zug als Standort vieler internationaler Konzerne besonders betroffen davon. In dieser Wahlvorschau nehmen deshalb vier der sieben Ständeratskandidatinnen und -kandidaten Stellung zur Initiative. Die weiteren drei befassten sich am 17. September mit dem Thema bezahlbares Wohnen. Die Antworten finden Sie hier.

Matthias Michel ist der Ständerats-Kandidat der FDP. Der Zuger alt Regierungsrat ist als Wirtschaftsliberaler klar gegen die Konzernverantwortungsinitiative. Ihn stört, dass Rohstoff-Firmen grundsätzlich einen schlechten Ruf haben und alle über einen Leisten geschlagen werden, wie er im Interview sagt.

«Wir alle sind auf Unternehmen angewiesen, die Rohstoffe abbauen und handeln.» Die Schweiz biete diesen Unternehmen einen stabilen und guten Rechtsrahmen, so Michel, «es ist viel besser und sauberer, sie wirtschaften von hier aus, als wenn sie nach China zögen».

Auch bei Heinz Tännler, Zuger Regierungsrat und Ständerats-Kandidat der SVP, löst die Initiative keine Begeisterung aus. «Solange die Rechtsordnung vor Ort eingehalten und sauber gearbeitet wird, muss die Schweiz nicht strenger sein als alle anderen.»

Ein kategorisches Nein soll es für Heinz Tännler aber auch nicht sein, er sei «auf der anderen Seite schon der Meinung, dass sich gerade die internationalen Rohstoff-Firmen ihrer Verantwortung bewusst sein müssen.» Da könne man die eine oder andere Schraube durchaus anziehen. Tännler nimmt damit innerhalb seiner Partei – der SVP – eine gemässigte Haltung ein.

Ein klares Ja zur Initiative kommt von Tabea Zimmermann, der Kandidatin der Alternativen–die Grünen. Die Kantonsparlamentariererin kann sich sogar vorstellen, dass ein Ja positive Auswirkungen auf Firmen wie Glencore haben könnte.

«Es könnte einen Imagegewinn für die Rohstoff-Firmen bedeuten. Ihre Tätigkeiten entsprächen hohen Standards.» Von einem Ja erhoffe sie sich weiter, dass sich etwa Glencore «nicht nur in Ländern an die Regeln hält, in denen der Firma auf die Finger geschaut wird».

Entschiedener Befürworter der Initiative ist auch Stefan Thöni, der für die neu gegründete Parat-Partei antritt. Man könne sich in dieser Sache nicht alleine auf internationale Absprachen verlassen. «Wenn man immer darauf wartet, dass auch der Langsamste einverstanden ist, kommt man nirgendwo hin.»

Es sei natürlich so, dass die Initiative vielen internationalen Konzernen in Zug nicht passe, «doch wir müssen unbedingt Verantwortung für Mensch und Umwelt übernehmen, auch wenn diese nicht in der Schweiz sind.»

Video
Zuger Ständerat: Alt Regierungsrat Matthias Michel hat starke Konkurrenz
Aus SRF News vom 16.09.2019.
abspielen
Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

2 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Barbara Mujagic  (bdm)
    Nein, es werden nicht alle Konzerne über einen Leisten geschlagen: "Betroffen" von der Konzernverantwortungsinitiative sind, auch in Zug, nur diejenigen Firmen, welche anderswo die Rechte von Menschen verletzen und deren Lebensräume zerstören. Und nein, für die missachteten Menschen, ist es unwesentlich, ob ihre Rechte von der Schweiz oder von China ignoriert werden. Und wie würden die Abbaubedingungen für weltweit begehrte Rohstoffe aus Schweizer Boden aussehen?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Peter Frei  (Peter Frei)
    Ich stimme der Konzernverantwortungsinitiative zu. Obwohl bisher wirtschaftsfreundlich, SVP-Wähler. Aus Protest gegen Economiesuisse/ FDP-Wirtschaftslobbyisten die alle mit Ihren JA zum RA die direkte Demokratie zerstören. Sollen doch die Konzerne/inkl.Manager/Mitarbeiter ins Ausland abwandern, dann wird die MEI doch noch indirekt umgesetzt. Ich hoffe, dass alle SVP-Wähler ab sofort keine einzige Stimme mehr den RA-JAsagern = FDP-Kandidaten geben + NEIN sagen zu allem was Economiesuisse will
    Ablehnen den Kommentar ablehnen