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Joseph Bonnemain wird zum Bischof von Chur geweiht
Aus Schweiz aktuell vom 19.03.2021.
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Weihung in Chur Joseph Bonnemain präsentiert sich als Bischof für alle

  • Das Bistum Chur hat knapp zwei Jahre nach dem Rücktritt von Vitus Huonder einen neuen Bischof.
  • Der 72-jährige Joseph Maria Bonnemain ist in der Kathedrale in Chur geweiht worden.
  • Wegen der Corona-Einschränkungen nahmen zusammen mit den Mitwirkenden nur etwa 100 Personen an der Veranstaltung teil.

Bonnemain präsentierte sich in Worten und in der Symbolik als ein Bischof für alle. Auf seinen Wunsch hin prägten Frauen aus der Diözese weite Teile der feierlichen Zeremonie – mit Gebet, Lesung oder der Überbringung von Segnungswünschen.

Erst als Student in die Schweiz gekommen

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Der neue Churer Bischof erblickte am 26. Juli 1948 in Barcelona das Licht der Welt. In Spanien wuchs er als Auslandschweizer auf und besuchte dort Primar- und Mittelschule bis zur Matura 1967.

In der Schweiz studierte Bonnemain Medizin und schloss mit der Doktorwürde ab. 1978 wurde er zum Priester der Prälatur Opus Dei geweiht. Die erste Messe als Priester feierte er in der Pfarrei St. Anton in Zürich.

1981 wurde Bonnemain zum Diözesanrichter ernannt, ein Jahr später erfolgte die Berufung zum Vizeoffizial. Vorsitzender (Offizial) des Gerichtswesens der Diözese Chur wurde er 1989. Daneben war er in Zürich unter anderem als Spitalseelsorger tätig.

Als Gäste hatte Bonnemain auch Randständige von der Zürcher Langstrasse in die Kathedrale St. Mariä Himmelfahrt eingeladen: Prostituierte, Stricher und Flüchtlinge. Einladungen gingen zudem an Vertreter anderer Religionen.

Einheit und Vielfalt gleichzeitig

Anderen nicht mit Respekt zu begegnen, habe das Bistum krank gemacht, sagte das neue Oberhaupt. «Streben wir im Bistum die Einheit an und lassen die Vielfalt aufblühen», forderte er die Gläubigen auf.

Mann.
Legende: Joseph Maria Bonnemain wird von Kardinal Kurt Koch zum neuen Bischof von Chur geweiht. Keystone

Von den Pfarreien des Bistums verlangt der neue Bischof, stärker auf Menschen zuzugehen und diese auch aufzusuchen, etwa Bedürftige. Geh-hin-Kirche nennt er seine Vision eines «geheilten» Bistums Chur. Sein Bischofsmotto lautet in Anlehnung an Papst Franziskus: «Der Mensch ist der Weg der Kirche».

Viele erwarteten von Bonnemain, dass er Brücken baue im gespaltenen Bistum Chur, sagte der Kurienkardinal Kurt Koch. Er war aus Rom angereist, um Bonnemain zum Bischof zu weihen.

Es sei aber falsch, alle Erwartungen auf das Brückenbauen zu legen, warnte der Schweizer Kardinal. Die Mitglieder des Bistums müssten bereit sein, diese Brücken auch zu betreten und sich darauf die Hand zu reichen.

Pandemie-bedingt nur wenige Gäste

Wegen der Corona-Pandemie wurde der feierliche Anlass nur mit einer beschränkten Anzahl von geladenen Gästen durchgeführt. Zusammen mit den Mitwirkenden der Zeremonie waren nur etwa 100 Personen in der Kathedrale. Die Weihe des Bischofs wurde darum live im Internet übertragen, und dort von zahlreichen Gläubigen verfolgt.

An der Zeremonie wirkten Mitglieder der Schweizer Bischofskonferenz mit, die allem Anschein nach vollständig erschienen war. Aus der Diözese Chur nahmen Männer und Frauen teil, die im Bistum unterschiedlichste Funktionen wahrnehmen.

Schweiz Aktuell, 19.3.2021, 19:00 Uhr;

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Marcel Lehmann  (Mike123)
    Die Gottesvertreter auf Erden nehmen einen neuen Anlauf auf der Basis des bisher nicht bewährten Dogmen. Es gelten weiterhin die Bücher der absoluten Weisheit in denen ersichtlich ist, dass auch Jesus nichts mit Frauen anfangen konnte oder wollte.
    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Marcel Lehmann: Es wäre super, wenn Sie uns noch erklären könnten, was Sie damit genau aussagen wollen. Geben Sie dem Mann eine Chance, so dass er seine Möglichkeiten ausschöpfen kann und urteilen Sie danach. Immerhin könnte er mehr bewirken als wir beide zusammen.
    2. Antwort von Ueli von Känel  (uvk)
      Herr Lehmann:Verstehe ich Sie richtig so:Die Kirchen waren es, die die Dogmen errichtet und ein Jesusbild entworfen hatten,das den Mächtigen der Kirche und deren strengen Dogmen entsprach?Es deutet einiges darauf hin,dassJesus nicht verheiratet war,aber das heisst überhaupt nicht,dass er nicht z.B.mit Maria Magdalena ein zärtliches Verhältnis gehabt hätte.Was wäre dagegen einzuwenden gewesen. Die Liebe soll frei sein,solange die goldene Regel (Mt 7, 12) eingehalten wird. Freiheit statt Dogmen!
    3. Antwort von Ueli von Känel  (uvk)
      Erg: Zum Teil wurde durch kirchliche Dogmen ein enges Jesusbild entworfen, als ob er auf Sicher keusch, brävelig, gesittet gewesen wäre. Er hatte auch Gefühle wie andere Menschen: Freude an der Hochzeit zu Kana; Trauer über das von Rom äusserst bedrohte Jerusalem; zumindest freundschaftlich zu Maria Magdalena, Angst bis auf die Knochen im Garten Gethsemane vor seiner Gefangennahme. Kämpfer für mehr Gerechtigkeit. Die 4 Evangelien zeichnen ein viel breiteres Bild von Jesus als kirchl. Dogmen.
  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Ich wünsche Bischof Joseph Bonnemain eine segensreiche Zeit. Er scheint einer der fortschrittlicheren Bischöfe zu sein und setzt ein gutes Zeichen, dass er auch sogenannte „Randständige“ eingeladen hat. Das geschieht wohl in Anlehnung ans Lukasevangelium, wo erzählt wird, dass Jesus „Randständige“ jeglicher Art an seinen Tisch eingeladen hatte - eben nicht nur sogenannte Leute, die sich „Sauberbürger“ nennen. Es ist zu hoffen, dass nicht Erzkonservative den Bischof arg zurückbinden.
    1. Antwort von Marcel Lehmann  (Mike123)
      Wenn schon die heiligen Schriften gewisse Leute als Randständige erwähnt, scheint diese Diskriminierung schon so alt wie die Religion zu sein.
    2. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Marcel Lehmann: Immerhin entspringen die beiden grössten Hilfswerke Caritas und Heks der katholischen und reformierten Kirche. Ohne diese Hilfswerke hätten es die meisten Randständigen und Menschen am unteren Ende der Gesellschaft noch schwerer. Für mich ist das konkrete Resultat der Handlung entscheidend und nicht was wortwörtlich in 2000jährigen Schriften steht, die man so oder so aus der damaligen Zeit interpretieren muss und, wenn man will, auch der heutigen Zeit angepasst, lesen kann.