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Nachfolge von Rösti: Parteipräsidien gelten als Knochenjob
Aus HeuteMorgen vom 23.12.2019.
abspielen. Laufzeit 02:37 Minuten.
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Wer übernimmt Röstis Amt? «Dieser Job ist nicht jedermanns Sache»

Albert Rösti will im Frühjahr 2020 das SVP-Parteipräsidium abgeben. Der Schritt kommt überraschend und es dürfte nicht einfach werden, das Amt neu zu besetzen. Mit diesem Problem steht die grösste Partei des Landes nicht allein da, denn auch SP, Grüne und BDP müssen im Frühjahr ihr Präsidium neu besetzen. Der Job des Parteipräsidenten, der Parteipräsidentin sei nicht jedermanns und jederfraus Sache, sagt Politologe Marc Bühlmann.

Marc Bühlmann

Marc Bühlmann

Politologe, Universität Bern

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Bühlmann ist Professor am Institut für Politikwissenschaft der Universität Bern und verantwortlich für «Année Politique Suisse», einem Jahrbuch und einer Online-Plattform zur Schweizer Politik.

SRF News: Warum sind Parteipräsidien derart schwierig zu besetzen?

Marc Bühlmann: Man muss sehen, dass man fast einen 24-Stunden-Job annimmt. Man muss innerhalb der Partei schauen, dass die Leute auf Kurs bleiben. Und extern muss man das Gesicht der Partei sein, muss den Medien zur Verfügung stehen – und das ist bei immer schnelleren Medienlandschaften eben durchaus schwierig.

Man nimmt fast einen 24-Stunden-Job an.

Zudem muss man auch noch im Parlament seinen Mann oder seine Frau stehen. Parteipräsidentin oder -präsident ist wirklich ein Job, der nicht jedermanns Sache ist.

Doch sind Parteipräsidien prestigeträchtig und ein Sprungbrett.

Ja das ist so. Am Kopf einer Partei kann man tatsächlich sehr viel bewegen. Das ist nicht nur Prestige, sondern man kann sehr viel tun.

Lange galt: ‹Wer eine Partei präsidiert, wird nicht Bundesrat.› Liegt da das Problem?

Das denke ich nicht. Zwar möchte man vielleicht als Nationalrätin oder Nationalrat gerne mal Bundesrätin oder Bundesrat werden, aber auch das Parteipräsidium hat sehr viel Prestige. Es ist aber so, dass man sich in der Regel als Parteipräsidentin oder als Parteipräsident derart outet, dass man vielleicht nicht mehr als kompromissbereit gilt. Das dürfte dann eben der Umstand sein, weshalb man eher nicht Bundesrat oder Bundesrätin wird.

Gerhard Pfister oder Petra Gössi hatten für die Präsidien der CVP und FDP schlicht keine Konkurrenz. Weshalb ist der Job nicht umkämpfter?

Auf der einen Seite ist es vielleicht schon so, dass nicht viele Leute Schlange stehen für dieses Amt. Auf der anderen Seite möchte man aber vielleicht auch als Partei zeigen, dass man gegen aussen geeint ist und dass man einer Person die Stange hält.

Eventuell ist eine Kampfkandidatur innerhalb einer Partei gar nicht so gut.

Eventuell ist eine Kampfkandidatur innerhalb einer Partei gar nicht so gut, weil das für böses Blut sorgen kann – und gegen aussen so wirken könnte, als hätte man grossen Streit innerhalb der Partei.

Wissen die Parteien also intern ganz genau wen sie wollen? Und das dringt einfach nicht nach aussen?

Das könnte ich mir gut vorstellen. Eine Partei ist in der Regel auch strategisch gewieft, man sucht sich diese Leute vorher aus und führt Gespräche mit geeigneten Personen. Es ist nicht so, dass man da einfach irgendjemanden fragt, oder hofft, dass sich da irgendjemand zur Verfügung stellt.

Das Gespräch führte Romana Costa.

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16 Kommentare

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  • Kommentar von S. Borel  (Vidocq)
    Ist bei einer SVP doch völlig egal wer‘s wird... an den Fäden der Marionette ziehen ganz andere Herren... wohl nach wie vor insbesondere einer...
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  • Kommentar von Marlies Artho  (marlies artho)
    Den Ablehnungen nach, bei meinen Kommentaren, gibt es in diesem Fall nur bei der SVP Lobbyisten. Auch stelle ich nur schon hier fest, wie schwer es eine SVP hat, gegen Vorverurteilungen.
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    1. Antwort von Mark Stalden  (Mark)
      Frau Artho. Wurmplakate, Jugos Schlitzen Schweizer auf, Zigeuner Plakate Schwarze Schafe und und und die Liste was die SVP geboten hat in denn Letzten Jahren ist lang. Opfer ist die SVP nicht, sie ist der Provokateur und dass ganz Bewusst mit Unwahrheiten und ihn einer Art und Weise die oft Völlig daneben und keines Falls der Konsens Politik der Schweiz entspricht. Die SVP ist vieles aber nicht das Opfer. Die Abwärtsspirale wird sich Fortsetzen für die SVP.
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  • Kommentar von Hanspeter Flueckiger  (Hpf)
    Ich wünsche mir Roger Köppel. Kein netter Lavierer, sondern einer, der die Sache auf den Punkt bringt.
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    1. Antwort von Marlies Artho  (marlies artho)
      H. Flueckiger denke, dass R. Köppel für ein solches Amt, wirklich die Zeit fehlen würde 24 Std. Job, er hat auch noch eine junge Familie 4 Kinder. Dazu kommt noch, dass er als Journalist eher Zeit nimmt um genauer hin zu schauen, was in der Welt geschieht. Am Intellekt würde es an ihm bestimmt nicht fehlen, jedoch ob dies einige auch goutieren würden.
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    2. Antwort von Hanspeter Flueckiger  (Hpf)
      Marlies Artho: ich weiss. Aber an Weihnachten darf man doch noch Wünsche haben. Abgesehen davon, dass man in ernsten Lagen im Kampf gegen links-grün-nett auch Opfer bringen muss. Während dem 2. WK war es für viele Familien auch nicht einfach, den Vater weg zu haben.
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    3. Antwort von Mark Stalden  (Mark)
      Herr Flueckiger. Der Wunsch Köppel werde Partei Präsident ist schon Absurd aber ihr 2 WK Vergleich entzieht sich jeglicher Parallelen. Und zeigt einmal mehr was sich alles in der SVP tummelt.
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    4. Antwort von M. Keller  (mkel)
      @Flückiger: Sie bezeichnen die Schweizer Politik als Kampf und vergleichen diesen mit dem 2. Weltkrieg?! Meine Güte, in solch einer kruden Gedankenwelt möchte ich nicht leben. Falls Sie es noch nicht gemerkt haben, die Schweiz ist so erfolgreich und stabil, weil wir den Konsens suchen und nicht irgendeinen sinnlosen Kampf zwischen Extrempositionen führen.
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