Schon seit längerem laufen Verhandlungen zwischen der Schweiz und den USA über die Zollpolitik. Mit Blick auf ein mögliches Abkommen hatte der Bundesrat im November Zollsenkungen auf Fisch, Meeresfrüchte und andere Agrarprodukte, die aus den USA in die Schweiz kommen, beschlossen.
Über diese Zollerleichterungen für die USA kann das Parlament in der Frühlingssession abstimmen. Dazu gibt es jetzt kritische Stimmen aus dem Parlament.
Keine Zollsenkung bei instabilen Beziehungen mit den USA
SP-Nationalrat und Aussenpolitiker Fabian Molina fordert, die parlamentarische Genehmigung der Zollerleichterungen für die USA zu sistieren. «Bevor wir nicht Stabilität in den Beziehungen mit den USA haben, bevor wir nicht Klarheit haben, gibt es keinen Grund, diese Zollsenkungen definitiv zu genehmigen», sagt Molina. Man könne die Zölle vorläufig in Kraft lassen.
Der SP-Nationalrat betont, dass er die Zollerleichterung sistieren und nicht gleich streichen wolle. Denn letzteres würde zu höheren Zöllen für die USA führen. «Jetzt in dieser Phase einseitig die Zölle, die man zuvor gesenkt hat, wieder zu erhöhen, wäre verhandlungstaktisch sicherlich nicht sehr schlau», führt er aus.
Die Zollerleichterungen des Bundesrates würden also in Kraft bleiben, behielten aber einen provisorischen Charakter. Donald Trump soll nicht provoziert, sondern nur unter Druck gesetzt werden.
SVP-Nationalrat Roland Rino Büchel hingegen ist gegen eine Sistierung. Eine solche sei nicht im Interesse der Schweiz, betont er.
Der Versuch einer Sistierung sei ein «weiteres Störmanöver». Damit würde es schwieriger für die Schweiz, ein rechtlich bindendes, umfassendes Abkommen mit den USA zu erzielen. «Solche Störmanöver bringen schlicht nichts», so Büchel.
Ich war schon vor dem Entscheid des Supreme Courts der Meinung, dass die Schweiz sich nicht unter Druck setzen lassen sollte.
Demgegenüber unterstützt Mitte-Nationalrat Gerhard Pfister eine Sistierung der Zölle. «Ich war schon vor dem Entscheid des Supreme Courts der Meinung, dass die Schweiz sich nicht unter Druck setzen lassen sollte», erklärt Pfister.
Nach dem Entscheid des Supreme Courts sei er noch stärker dieser Meinung. Es mache jetzt keinen Sinn, Verhandlungen vorwärtszutreiben. Denn deren Ergebnis und die Einhaltung des Ergebnisses seien höchst ungewiss.
Zeichen in Richtung Washington
Nach dem Entscheid des Obersten Gerichtshofes in den USA zeigt sich: Schweizer Aussenpolitikerinnen und Aussenpolitiker sehen sich in ihrer Haltung bestärkt. Sie könnten den USA bereits gewährte Zollerleichterungen vorerst mal nur provisorisch gewähren – und somit ein kleines Zeichen in Richtung Washington schicken.