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Corona krempelt auch die Spitallandschaft um
Aus HeuteMorgen vom 15.01.2021.
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Zukunft der Spitallandschaft Ökonomin: «Horten von Spitalbetten ist keine Lösung für Krisen»

Das Bereitstellen von mehr Betten sei keine Lösung, sagen Experten. Die ambulante Medizin auszubauen dagegen schon.

Ein Drittel aller Spitäler sei überflüssig. Mit dieser Ansage machte die Ökonomin Annamaria Müller vor einem Jahr Schlagzeilen. Damals war Covid-19 noch weit weg.

Dennoch steht sie nach wie vor zu ihrer Aussage: «Trotz der Coronakrise denke ich nicht, dass das Horten von Spitalbetten eine Lösung für diese oder kommende Krisen ist. Es muss ein Wandel in der ganzen Branche stattfinden.» Das vergangene Jahr habe gezeigt, dass sich die Bettenanzahl im Krisenfall rasch erhöhen lasse.

Mehr Reha-Plätze für Ältere

Müller ist seit einem Jahr Verwaltungsratspräsidentin am Freiburger Spital. Zuvor war sie für die Berner Spitalplanung zuständig. Aus ihrer Sicht muss sich die Spitallandschaft hin zu mehr Angeboten in der ambulanten Medizin wandeln.

Auch brauche es mehr Plätze für Rehabilitation und Pflege nach Operationen für die älter werdende Gesellschaft. So würde das Gesundheitswesen flexibler – auch in einer neuen Pandemie.

Angesichts der Tatsache, dass derzeit zahlreiche Spitäler neu- und umbauen, zweifelt Müller daran, dass dieser Wandel tatsächlich stattfindet.

Gute Koordination zwischen den Kantonen

Etwas weniger skeptisch ist Gesundheitsökonom Simon Hölzer. Die Krise habe gezeigt, dass sich die Spitäler und Kantone überregional koordinieren und absprechen können, um eine gute Versorgung zu gewährleisten:

«Auf der anderen Seite sieht man aber auch, welche Klinik und Spitäler tatsächlich versorgungsrelevant beziehungsweise systemrelevant sind.» Er glaube, dass die Krise eine Chance sei, um zu sehen, was funktioniere, welche Infrastruktur in welcher Region notwendig sei und wo man Infrastrukturen hinterfragen müsse.

Deshalb wünscht auch er sich einen Wandel – hin zu den wirklich nötigen Spitalplätzen. Aufgrund der Coronakrise möglichst viele Spitäler und Betten zu fordern, sei falsch, sagt Hölzer, der die Organisation der Spitalfallpauschalen führt.

SRF 4 News, HeuteMorgen, 14.1.2021, 6.00 Uhr

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Urs von Känel  (Urs von Känel)
    Sorry, der Ansatz vom Ausbau der ambulanten Medizin ist ein weiterer Holzweg des schweizerischen gewinnorientierten KRANKENsystems.

    Unser Krankensystem müsste durch ein nachhaltiges Gesundheitssystem ergänzt werden, das u.a folgende Aspekte der Gesundheit fördert: Mehr Bewegung, gesunde Ernährung, stabile Psyche und soziales Umfeld.

    Nur das wird nachhaltig zur Entlastung im Gesundheitswesen führen.

    Es wäre so einfach... Bringt der Industrie aber keine Kohle.
  • Kommentar von Lukas Troxler  (lukastroxler)
    Hmmm sind eine Ökonomin und der Leiter der Spitalfallpauschalen die richtigen "Experten"? - Wohl kaum: Das einzige, was diese "Experten" vollbracht haben, ist ein Gesundheitssystem zu schaffen, dass
    A: Trotz Fallpauschalen immer teurer wird.
    B: Ganz offensichtlich nicht kriesenresistent ist.
    Das ist so, als würde man die Polizei oder die Feuerwehr psydo privatisieren. Das geht in diesen Bereichen nicht, denn das Angebot steuert die Nachfrage und nicht umgekehrt.
  • Kommentar von Christoph Wolfensberger  (Christoph Wolfensberger)
    Für mich ist ein Kriterium sehr entscheidend:
    Qualität der Spitäler und ihren Vertrags-Ärzten / Nach meiner Ansicht hätten wir schon einige automatische Spital Schliessungen. Werde mich über mögliche Spitäler nich äussern da die verschiedenen Verwaltungen es wissen und trotzdem weiter machen. Auf Kosten der Allgemeinheit.