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Zweite SRG-Umfrage Klimafonds-Initiative zündet fast nur bei SP und Grünen

  • Gemäss der zweiten SRG-Umfrage lehnen 65 Prozent der Stimmberechtigten die Klimafonds-Initiative ab. Dafür sprechen sich 31 Prozent aus.
  • Die Vorlage vermag kaum über das links-grüne Lager hinaus zu überzeugen.
  • Beim Urnengang vom 8. März ist eine Ablehnung der Initiative wahrscheinlich.

Im Bundeshaus tobt ein finanzpolitischer Verteilkampf. Die Mittel sind knapp, die Ansprüche gross. Im Zentrum der Debatte stehen dabei die Armee und die AHV – also die Aufrüstung und Altersvorsorge.

Forderungen, wonach mehr in den Klimaschutz investiert werden soll, sind dagegen in den Hintergrund gerückt. Eine Entwicklung, die auch in der Stimmbevölkerung spürbar wird.

Das will die Klimafonds-Initiative

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Solarpaneele auf einer Bergwiese mit Bergblick.
Legende: Keystone/Gian Ehrenzeller

Die Klimafonds-Initiative fordert vom Bund massive Investitionen in erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Dekarbonisierung. Mit dem staatlichen Klimafonds soll die Schweiz bis 2050 klimaneutral werden.

Konkret verlangt die Initiative, dass der Bund bis 2050 jährlich 0.5 bis 1 Prozent des nationalen Bruttoinlandprodukts (BIP) in den Fonds einzahlen muss. Zumindest vorübergehend würden die Ausgaben von der Schuldenbremse ausgenommen.

Hinter der Initiative stehen die SP und die Grünen.

So sprechen sich in der zweiten SRG-Umfrage fast zwei Drittel gegen einen staatlichen Klimafonds aus. Obwohl die Gefahren durch den Klimawandel noch immer viele Menschen beschäftigen.

«Problemoptik» hat sich verschoben

Lukas Golder vom Forschungsinstitut Bern erklärt das Phänomen so: Seit zwei Jahren werde intensiv über die angespannte Situation des Bundeshaushalts diskutiert. «In diesem Kontext haben viele den Eindruck, dass beim Klimaschutz bereits genug getan wird und jetzt andere Prioritäten gesetzt werden müssen.»

Gegenüber der ersten SRG-Umfrage hat die Klimafonds-Initiative um vier Prozent an Zustimmung verloren – ein Negativtrend, der sich erfahrungsgemäss nur schwer umdrehen lässt.

Fehlende «Brückenfunktion» in die Mitte

Die Basis von Grünen und SP steht zwar klar hinter der Initiative. Darüber hinaus hat sie aber nur wenig Strahlkraft. «Die Problemoptik beim Klima scheint links immer noch zu verfangen», sagt Golder. «Bei allen anderen Gruppen hat sie aber kaum eine Chance.»

Die GLP trägt zwar das «Grün» im Namen, hat aber die Nein-Parole zur Klimafonds-Initiative herausgegeben. Das hat sich auch auf die Parteibasis niedergeschlagen. Sie ist zwar noch zur Hälfte für die Vorlage, der Trend weist aber Richtung Nein.

Bei Mitte, FDP und SVP dominieren noch deutlichere Nein-Mehrheiten. Die «Brückenfunktion in die politische Mitte» fehlt der Initiative damit, wie es GFS Bern formuliert.

Dem Argument, dass es Investitionen in die Erneuerbaren brauche und so die Versorgungssicherheit der Schweiz gestärkt werde, stimmen zwar zwei Drittel zu. Diese führt aber nicht dazu, dass sich das Stimmvolk hinter der Initiative versammelt.

So sind 60 Prozent der Ansicht, dass die bestehenden Instrumente der Schweizer Klimapolitik ausreichend sind. Weitere 60 Prozent wollen nicht «mehr Staat» beim Klimaschutz, sondern mehr Anreize für Private.

Dynamik spricht für ein Nein

Auffallend: Die Frauen sind der Initiative deutlich freundlicher gesinnt als die Männer. Eine Konstellation, die sich bei Umweltvorlagen immer wieder beobachten lässt. Bei beiden Geschlechtern ist die Zustimmung allerdings rückläufig.

Klare Mehrheitsverhältnisse, links-grüne Isolation und der Fokus auf zu hohe Staatsausgaben: Für GFS Bern ergibt all das «eine Dynamik, die deutlich eher für eine Ablehnung als für eine Annahme spricht.» Das Ruder herumzureissen, dürfte zur Herkulesaufgabe für die Initiantinnen und Initianten werden.

Die Eckwerte der SRG-Umfrage

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Die Umfrage zu den Abstimmungen vom 8. März ist im Auftrag der SRG SSR vom Forschungsinstitut GFS Bern zwischen dem 11. und dem 19. Februar 2026 durchgeführt worden. Insgesamt wurden die Antworten von 11'754 Stimmberechtigten für die Auswertung berücksichtigt.

Der statistische Fehlerbereich beträgt ± 2.8 Prozentpunkte. Das heisst: Bei einem Ergebnis von 50 Prozent liegt der effektive Wert mit 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit zwischen 47.2 und 52.8 Prozent. Dabei sind kleinere Abweichungen wahrscheinlicher, grössere unwahrscheinlicher.

Telefonische Befragung

Telefonisch befragt wurden 505 stimmberechtigte Personen. Diese Stichprobe ist sprachregional gewichtet und repräsentativ für die Schweizer Stimmberechtigten.

Online-Befragung

Zusätzlich konnten online Angaben von 10'744 Personen verwendet werden. Die Teilnehmenden wurden über die Webportale der SRG rekrutiert. Via Social Media konnten Angaben von 505 Personen verwendet werden.

Da sich die Teilnehmenden der Umfrage selber rekrutieren (sogenanntes Opt-in-Verfahren), ist die Zusammensetzung der Stichprobe nicht repräsentativ für die Grundgesamtheit. So nehmen zum Beispiel typischerweise mehr Männer als Frauen an politischen Umfragen teil. Diese Daten werden aber mittels Gewichtungen an die realen Verhältnisse der Stimmberechtigten angenähert. Es werden dabei räumliche (Wohnort), soziodemografische (Alter oder Geschlecht) und politische Gewichtungsfaktoren eingesetzt. Durch diese Gewichtung wird die Repräsentativität der Stichprobe optimiert. Ziel ist, auch die Stichprobengrösse in der französisch- und italienischsprachigen Schweiz zu erhöhen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite von GFS Bern.

Abstimmungsdossier

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SRF 4 News, 25.2.2026, 6 Uhr;flal

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