Bienen machen den feinen Honig, den wir uns gerne aufs Brot schmieren, das weiss jedes Kind. Und sie spielen eine wichtige Rolle bei der Bestäubung vieler Pflanzenarten, die ebenfalls auf unseren Tellern landen – auch das wissen die meisten.
Was es sonst noch über Bienen zu wissen gibt, wie schlecht es ihnen wirklich geht und was sie brauchen – ein paar Fakten zum Weltbienentag.
Nur Honigbienen machen Honig
Sie leben – anders als Wildbienen – in Völkern von rund 10'000 bis 40'000 Tieren. Für den Winter legen sie Vorräte in Form von Honig oder Pollen an. Honig entsteht hauptsächlich aus Nektar, den sie aus Blüten saugen, im Stock mehrfach weitergeben und dabei den Wassergehalt reduzieren – so entsteht der zähflüssige Honig.
Spezialistinnen beim Bestäuben
Von über 20’000 Bienenarten weltweit sind die meisten Wildbienen. Sie produzieren keinen Honig, sind für Natur und Landwirtschaft aber ebenso wichtig: Beim Flug von Blüte zu Blüte übertragen sie Pollen und ermöglichen so die Vermehrung vieler Pflanzen. Viele Wildbienenarten sind spezialisiert auf bestimmte Pflanzen, die auf diese spezialisierten Insekten angewiesen sind. Und umgekehrt: Verschwinden Pflanzen oder Nistplätze, verschwinden oft auch die entsprechenden Insektenarten.
Arbeitsteilung zwischen Kultur und Natur
Die Honigbiene ist vor allem für die Landwirtschaft bedeutend, weil sie in grossen Völkern lebt und gezielt eingesetzt werden kann, etwa bei Obst, Beeren oder Raps, erklärt Lars Straub, Wildbienenspezialist am Institut für Bienengesundheit der Universität Bern. Auch Wildbienen leisten einen wichtigen Beitrag zur Bestäubung – vor allem bei Wildpflanzen, aber auch bei zahlreichen Kulturpflanzen.
Bienen zeigen an, wie es der Umwelt geht
Wenn Bienen und Insekten allgemein verschwinden, ist das oft ein Anzeichen dafür, dass Ökosysteme unter Druck stehen. Weil Bienen in einem grossen Gebiet unterwegs sind, kann man mit Bienenprodukten wie Wachs oder Pollen auch die Schadstoffbelastung in der Umwelt überwachen.
Ohne Imker wäre die Honigbiene am Anschlag
Ihr grösster Feind ist in Europa die eingeschleppte Varroamilbe, die als eine der Hauptursachen des seit Langem anhaltenden Bienensterbens gilt. «Gut ausgebildete Imker können Krankheiten gezielt behandeln», so Straub. Das reduziere die Verluste deutlich.
Zusätzlich setzen invasive Arten wie die Asiatische Hornisse den Bienenvölkern zu. Den von Menschen gehaltenen Honigbienenvölkern geht es also vergleichsweise gut, wild lebende Honigbienen sind wegen der Milbe eher vom Aussterben bedroht.
Wildbienen sind stark unter Druck
Mehr als 600 Wildbienenarten kommen in der Schweiz vor, und fast die Hälfte (rund 45 Prozent) gilt als gefährdet. Einige Arten sind bereits verschwunden. Hauptprobleme sind, neben Krankheitserregern wie der Varroamilbe, laut Wildbienen-Experte Straub der Verlust von Lebensräumen, fehlende Blütenvielfalt, Pestizide, und die Folgen des Klimawandels.
Bienen mögen’s bunt
Was den (Wild-)Bienen fehlt, ist unter Imkerinnen und Forschern Konsens: «Vielfältige Lebensräume, also blütenreiche Wiesen, Hecken, naturnahe Gärten. Weniger Pestizide und genügend Nistmöglichkeiten. Viele heutige Landschaften sind für Insekten schlicht zu monoton geworden», so Lars Straub.