Zum Inhalt springen

Header

Video
Coronavirus: Wer bezahlt für ein mögliches Swiss-Grounding?
Aus 10vor10 vom 19.03.2020.
abspielen
Inhalt

Airline kämpft ums Überleben Wie ist die Swiss zu retten?

Ohne die Unterstützung der Lufthansa gehe es nicht, aber auch der Schweizer Staat müsse mithelfen, sagt der Swiss-Chef.

Die Fluggesellschaft Swiss hat im vergangenen Jahr über eine halbe Milliarde Franken Gewinn gemacht. Heute könne man wegen des Coronavirus zumindest ein Teil-Grounding nicht mehr ausschliessen, sagte Swiss-Chef Thomas Klühr heute an der Jahreskonferenz. Swiss-Flugzeuge sollen auch in diesen schwierigen Zeiten abheben: «Einen Rumpfflugplan wollen wir aufrechterhalten», so Klühr. Allerdings fliegen dann nur noch ein Langstreckenflieger und fünf Kurzstreckenflugzeuge.

Klühr: Die Schweiz muss mithelfen

Die Buchungen seien extrem zurückgegangen. Es komme schlicht kaum mehr Geld rein. Deshalb liege die Priorität klar bei der Liquiditätssicherung, sagt Klühr, diese könne die Swiss nicht alleine stemmen. Ohne die Unterstützung der Lufthansa gehe es nicht, aber auch der Schweizer Staat müsse mithelfen.

2001 war die Swissair auf einen Schlag zahlungsunfähig, hunderte Maschinen blieben am Boden. Bund und Wirtschaft retteten die Airline später mit über drei Milliarden Franken. Wenig später wurde sie zu einem Dumpingpreis an die Lufthansa verkauft. Das Grounding von 2001 sei ein völlig falscher Vergleich: «Wir kommen aus einer Phase finanzieller Robustheit», sagt Klühr, «es geht um eine temporäre Überbrückung, um nach der Krise die Anbindung der Schweiz wieder sicherstellen zu können.»

Beteiligung als Möglichkeit?

Für Airline-Experte Andreas Wittwer macht die derzeit diskutierte Möglichkeit einer Rück-Übernahme der Swiss durch den Staat keinen Sinn. Die Swiss ist als Tochter der Lufthansa über Star Alliance mit einem weltweiten Netzwerk verbunden. Ohne Lufthansa stünde die Swiss alleine da, sagt Wittwer. Und: Alleine wäre die Swiss nicht überlebensfähig.

«Den Ruf nach Staatshilfe kann ich verstehen», meint Wittwer, aber da müsse Deutschland mit Hand bieten. «Man muss eine staatenübergreifende Lösung finden.» Allenfalls könne sich die Schweiz an der Fluggesellschaft beteiligen. Der Aktienkurs der Swiss sei tief. Wittwer ist überzeugt: «Am Schluss müsste für den Staat Schweiz etwas herausschauen!»

SRF 4 News, 19.03.2020, 12 Uhr

Schliessen

Jederzeit top informiert!

Wir informieren laufend über die aktuelle Entwicklung und liefern Analysen zum Coronavirus. Erhalten Sie alle wichtigen News direkt per Browser-Push. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

41 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Matthias Kessler  (TichuPotter)
    Keine einzige Fluggesellschaft soll gerettet werden. Diese Fliegerei auf Teufel komm raus muss endlich ein Ende haben.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Joel Benz  (J.Benz)
    Vielen scheint die Swiss egal zu sein, weil sie der Lufthansa gehört. Zur Erinnerung: Die Lufthansa hat die Swiss übernommen, weil die Schweizer Politik-und Finanzelite es beinahe fertig brachten, innert 10 Jahren zwei Nationalairlines in den Boden zu wirtschaften. Man kann die Swiss natürlich fallen lassen und nachher für Milliarden nochmals so ein Experiment starten. Ich denke, ein Überbrückungskredit unter gewissen Auflagen ist die günstigste und auch sicherste Lösung für alle Beteiligten.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Bruno Bär  (Wahrheitssucher)
    Die Swiss kann doch auch als selbstständiges Unternehmen der Star Alliance angehören. Also das Argument von Wittwer sticht nicht. Der Bund soll die Swiss von der Lufthansa zum selben Preis wie 2001 zurückkaufen. Anschliessend, wenn sich alles wieder normalisiert hat, kann eine Privatisierung angegangen werden durch Ausgabe von Aktien an Schweizer Bürger. Dann wäre es wieder unser Flaggschiff und wir würden über Umweltschutzmassnahmen bestimmen können.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Die Airline-Branche ist bedeutend schwieriger geworden als zu Zeiten der Swissair. Es hat seither ein mörderischer Preiskampf eingesetzt. Z. B. kostete ein Swissair-ticket Zürich- New York retour 1964 1575 CHF. Erinnern Sie sich noch, wie hoch die Gehälter damals waren?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen