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Ansteckungen fast verdoppelt Das Virus droht die Wirtschaft erneut zu infizieren

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Berset zur Frage, ob Nachtclubs wieder geschlossen werden sollten
Aus News-Clip vom 12.10.2020.
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Ob Menschen ein zweites Mal an Covid-19 erkranken können, wird noch untersucht. Dass die Wirtschaft immun ist gegen eine Zweitansteckung, scheint hingegen ausgeschlossen. Selbst ohne einschneidenden zweiten Lockdown.

Über 2800 neue Ansteckungen an einem Tag bedeuten fast eine Verdoppelung der Zahl vom Vortag. Sie bedeuten auch eine Verdoppelung der Kontakte von Infizierten, die zusätzlich rückverfolgt werden müssen. Wenn das Regime nicht ändert, bedeutet das eine Verdoppelung der Zahl der Personen in Quarantäne und wohl auch eine baldige Verdoppelung der täglichen Spitaleintritte.

Zweiter «Lockdown» am Horizont?

Ungute Erinnerungen an Bilder von überfüllten ausländischen Intensivstationen kommen auf. Dazu passt die heutige Warnung des Spitals Schwyz: Die sich abzeichnende enorme Belastung des Spitals mit Covid-19-Patienten müsse reduziert werden.

Es scheint bloss noch eine Frage der Zeit, bis das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben wieder eingeschränkt wird. Auch wenn die Verantwortlichen ein so weitgehendes Runterfahren des Wirtschaftslebens wie im Frühjahr wohl mit allen Mitteln zu vermeiden versuchen.

Dennoch sind auf der wirtschaftlichen Seite jetzt schon die ausfallenden Arbeitsstunden wieder stark am Steigen. Und der Mut der ohnehin Gebeutelten, neue Veranstaltungspläne zu schmieden, Restaurant- oder Hotelpersonal für die Wintersaison zu rekrutieren, dürfte so lange schwinden, als die Neuansteckungen von Tag zu Tag derart wachsen.

Positive Konjunkturprognosen unglaubwürdig

Gleichzeitig erscheinen die jüngst im Wochenrhythmus aufpoppenden Entwarnungen von der Konjunkturfront immer unglaubwürdiger. Nicht mal um vier Prozent solle die Schweizer Wirtschaft dieses Jahr schrumpfen, versprechen die Wirtschaftspropheten inzwischen.

Zu beneiden sind sie nicht. Sie sollen Prognosen berechnen, obwohl genau diese Pandemie unberechenbar ist. Und die angesichts der Ansteckungszahlen wohl zu positiven Prognosen verfälschen die Wahrnehmung der sich eintrübenden wirtschaftlichen Situation.

So waren beispielsweise die Passagierzahlen am Flughafen Zürich im September wieder stärker rückläufig als noch im August oder Juli. Im Oktober läufts bisher noch schlechter, hört man. Es geht nicht mehr langsam aufwärts, sondern abwärts.

Geschäftsinhaber berichten, sie kämpften inzwischen um ihre Existenz. Meldungen von Stellenabbau und Entlassungen sind an der Tagesordnung. Und dies momentan noch ohne einschneidende Massnahmen gegen die weitere Ausbreitung des Coronavirus.

Ist man vorbereitet?

Fragt sich, ob die Schweizer Politik, ob die Behörden auf eine zweite Coronawelle vorbereitet sind. Ob sie neue Erkenntnisse gewinnen konnten, welche Massnahmen epidemiologisch am besten wirken und wirtschaftlich am wenigsten schaden. Ob sie eine zweite breite Ansteckung auch der Wirtschaft rechtzeitig erkennen werden.

Der Paukenschlag vom Frühjahr mit den staatlich innert kurzer Zeit verordneten Einschränkungen hatte immerhin dazu geführt, dass der Bedarf an Notkrediten oder Lösungen für Kurzarbeit offensichtlich wurde.

Die Gefahr besteht, dass inzwischen Firmen und Arbeitsplätze durch das Virus wieder ebenso stark bedroht werden wie zu Beginn der Pandemie – und dass jene, die letztes Mal zu Hilfe eilten, diesmal gar nicht alarmiert sind.

Roman Mezzasalma

Roman Mezzasalma

Leiter Wirtschaftsredaktion Fernsehen SRF

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Nach dem Ökonomie-Studium arbeitete Mezzasalma von 1992 bis 1995 als Wirtschaftsredaktor bei Radio SRF, danach als USA-Korrespondent in San Francisco. Während neun Jahren war er bei einer Grossbank und in einer eigenen Kommunikationsagentur tätig. 2010 kehrte er als Leiter der Radio-Nachrichtenredaktion zu SRF zurück. 2018 wechselte er in die Wirtschaftsredaktion TV.

Tagesschau, 14.10.2020, 12:45 Uhr

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79 Kommentare

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  • Kommentar von Franz NANNI  (Aetti)
    Die Durchseuchung wird weiter schreiten, unaufhaltsam.. was wir tun ist verlangsamen, die Schwachen werden gehen.. sind wohl die Meisten schon gegangen.. die Anderen werdens uberleben und sich immunisieren... natuerlich.. und wenn dann nch ein Impfstoff kommt der zuverlaessig ist ist as Problem geloest. Noch ein lock-down, na ich denke den kann man sich sparen!!! Allen allse Gute, Ich habs hinter mir, problemlos.. Ihr schaffts auch!
    1. Antwort von Krebs Alfred  (A.Santiago)
      @Aetti. So spricht Donald Trump. Hoffentlich liegen sie und er nicht falsch. Sonst haben wir ein grösseres Problem.
    2. Antwort von Hanspeter Gafner  (GesunderMV)
      Bravo, sie haben recht. Das sehe und sage ich schon seit langem.
      Wobei ich beim Impfstoff doch eher skeptisch bin. Ich denke sobald dieser da ist. Werden wir, nicht immunen, durch Einschränkungen der persönlichen Freiheiten "Erpresst" diese Impfung durchzuführen. Da möchte ich, auch wenn ich die Folgen für mich nicht kenne, lieber die Krankheit durchmachen!!
      So, und jetzt dürft ihr alle eure Bösen Kommentare hinterlassen.:-)
    3. Antwort von Olaf Schulenburg  (freier Schweizer)
      @Nanni: Die Schwachen werden gehen? Im Ernst jetzt? Entschuldigen Sie freundlichst, dieser Satz wurde in den 30er des letzten Jahrhunderts verwendet, in Nordkorea oder von mit aus noch in der Trump Clique. Aber doch nicht in einem Land in dem in der Verfassungspräambel steht: ... und dass die Stärke des Volkes sich misst am Wohl der Schwachen,
    4. Antwort von Franz NANNI  (Aetti)
      Herr Schulenberg... ich spreche von facts, die wohl kaum verhindert werden koennen, der Durchseuchung, und klar jeder Tote ist zu beklagen, und natuerlich soll man sich aus Solidaritaet nicht von den Schutzmassnahmen trennen... denn Maske wie Hygiene und distancing helfen, die Durchseuchung zu verlangsamen... und geben gewissen Risiko-Menschen die Zeit, die sie benoetigen um in den Genuss einer Impfung zu kommen. Man soll nicht immer Negtives in meine Aeusserungen legen!!!
    5. Antwort von Eva Wädensweiler  (E. W.)
      O. Sch.
      Was so ein Virus alles bewirken kann.
      Plötzlich erinnert man sich wieder an die Schwachen in der Gesellschaft, welche vorher doch eher hinderlich waren. Bei diesem Rennen nach immer mehr Wohlstands- & Wirtschaftswachstum standen sie bisher nur im Weg & Schuld daran waren sie auch, dass die KK - Prämien durch sie ständig angestiegen sind. Sie das ganze Gesundheitssystem strapazieren & so verteuern.
      Auf alle Fälle war dies der Tenor vieler vor Corona.
  • Kommentar von Sibylle Corrodi  (SC)
    Herr Rast hat recht. Das Refenzlabor Spiez schreibt zum PCR Test: Vorteile: Schnelligkeit; in 45 min können kleinste DNA-Mengen vervielfältigt und nachgewie-
    sen werden. Sensitivität; Die PCR erreicht dabei eine Nachweisgrenze von 10 DNA-Kopien.
    Nachteile: Es kann nicht nachgewiesen werden, ob der Mikroorganismus infektiös (virulent,
    «lebendig») ist oder nicht. Die Gen-Sequenz des Mikroorganismus muss bekannt sein.
    1. Antwort von Beate Rieger  (Silenzio)
      @Corrodi: Bitte erklären Sie, was das alles bedeutet? Ist 45 Min. schnell? Warum ist Schnelligkeit ein Vorteil? Was sind kleinste DNA Mengen? Warum müssen diese vervielfältigt und nachgewiesen werden? Was sind 10 DNA Kopien? Warum eine Nachweisgrenze? Was ist ein Mikroorganismus und warum wie könnte man nachweisen, ob er „lebendig“ ist? Gen-Sequenz was ist das? Weshalb ist die bei einem Mikroorganismus bekannt sein?
      Bin Ihnen dankbar, wenn Sie mir das bitte alles einfach erklären können?
  • Kommentar von Daniel Bachmann  (@danibachmannch)
    Jetzt ist die Tsunamiwelle da, die ich nonstop seit Tag 1 der Lockerungen prophezeit habe und niemand hat es so wirklich Ernst genommen aber seit einer Woche wundert man dass die Ansteckungen und Positivität so extrem hochgehen, obwohl dies zu Erwarten war. Wir sind jetzt bereits zu spät mit Masssnahmen, da geht nur noch Lockdown bald.