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Pro und Kontra Lockerungen der Corona-Massnahmen
Aus Rendez-vous vom 12.04.2021.
abspielen. Laufzeit 06:20 Minuten.
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Anstehende Bundesratssitzung Gewerbeverband will sofortigen Stopp aller Massnahmen

  • Der Druck auf den Bundesrat, der am Mittwoch über mögliche Lockerungen der Corona-Massnahmen entscheidet, steigt.
  • Am Freitag hatte der Arbeitgeberverband erklärt, wenn die Risikopatienten geimpft seien, könnte die Schweiz bis zu 30'000 Neuansteckungen pro Tag verkraften.
  • Heute doppelt der Gewerbeverband mit einer nicht weniger deutlichen Forderung nach: Er will die sofortige Beendigung des Shutdowns.

Fabio Regazzi, Präsident des Gewerbeverbands (SGV), machte an einer Online-Medienkonferenz ultimativ klar: «Der Bundesrat muss den Lockdown sofort beenden.» Denn der wirtschaftliche Schaden werde immer grösser.

«Der plumpen Lockdown-Politik, wie sie bis heute durchgezogen wird, fehlt es nicht bloss an Fantasie und Perspektive. Sie bringt keine Lösung für die Probleme, sondern verschärft sie noch zusätzlich und völlig unnötig.»
Die Kritik des Gewerbeverbands zielt direkt auf den Bundesrat. Er gebe nicht die grossen Linien vor, sondern verstricke sich im Mikromanagement.

Büezerbeizen sind okay, Restaurants nicht

Die Folge seien teils absurde Massnahmen, die immer weniger nachvollziehbar seien. Er nennt ein Beispiel: «Zum Mittagessen dürfen vier Kollegen vom Bau zusammen in einer sogenannten Büezerbeiz essen.»

Am Abend jedoch, in ihrer Freizeit, dürften sie dies nicht mehr tun, weil das gleiche Restaurant behördlich geschlossen sei, kritisiert Regazzi. Da stelle sich doch die Frage: «Sind dieselben Schutzkonzepte, die über Mittag funktionieren, am Abend tatsächlich ganz plötzlich nicht mehr wirksam?»

Generell sei die Pandemie-Politik zu einseitig auf gesundheitspolitische Überlegungen ausgerichtet, kritisierte SGV-Direktor Hans Ulrich Bigler. Auch, weil der Einfluss der wissenschaftlichen Covid-19-Taskforce zu gross sei.

Kritik an Pandemie-Politik des Bundes

Diese spiele eine Rolle, die im politischen System der Schweiz gar nicht vorgesehen sei. Ihr fehle die demokratische Legitimation, sagt Bigler. «Unserer Meinung nach werden andere wichtige Faktoren nicht einbezogen. Ich denke an die Wirtschaftspolitik. Ich denke an die Finanzpolitik. Ich denke aber auch an die sozialpolitischen Auswirkungen auf unsere Gesellschaft.»

Die Kosten der aktuellen Pandemie-Politik würden in die Zukunft verschoben. Die Schulden von 30 Milliarden Franken, die bereits aufgetürmt worden seien, würden den nächsten Generationen aufgebürdet. Die Härtefall-Entschädigungen für Unternehmen befürworte zwar auch der SGV.

Bigler kritisiert aber, dass damit wirtschaftliche Normalität vorgetäuscht werde. Das setze Anreize für den Bundesrat, den Shutdown zu verlängern, so Bigler, und für das Parlament, dies widerspruchslos zu akzeptieren.

Rendez-vous, 12.04.2021, 12:30 Uhr

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183 Kommentare

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  • Kommentar von Kurt Flury  (Simplizissimus)
    Die Sache ist ganz einfach: Stehen Regazzi und/oder Bigler hin und erklären den wütigen Angehörigen, von zusätzlich wegen den vorzeitigen Öffnungen Verstorbenen, was Sache ist? Dann muss man sofort öffnen. Vermutlich sind die beiden Herren dann aber nicht mehr zu sprechen! Beiläufig erwähnt sei, dass Schulden immer erst in Zukunft beglichen werden. Die Erklärung dazu: Sorry, es gibt keine Härtefallgelder weil deine Kinder und Enkel das ja wieder zurückzahlen müssten. Bestechende Logik!
  • Kommentar von Ernst Siegenthaler  (Sigi1)
    Vielleicht sollten die vom SGV sich mal schlau machen statt nur rummotzen und ausrufen. Das Institut Économique Molinari hat eine Studie veröffentlicht, in der klar hervorgeht, dass Länder mit Zero-Covid Strategie, was einen harten Lockdown nach sich zieht, sowohl wirtschaftlich als auch von den Todesfällen besser abschneiden als alle andern. Wenn sie schon die Wirtschaft schützen wollen, dann mit den richtigen Mitteln. Nur Machtpolitik bringt eben nicht, Herr Bigler.
  • Kommentar von Peter Steiner  (pcsteiner)
    Begreifen diese Schreihälse nicht, dass die sogenannte Wirtschaft ohne gesunde und motivierte Menschen rein nichts wert ist?