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Antibiotika-Produktion soll nicht aus Europa verschwinden
Aus Echo der Zeit vom 27.07.2020.
abspielen. Laufzeit 02:42 Minuten.
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Antibiotika aus Europa Corona-Pandemie führt zu einem Umdenken

Die Novartis-Tochter Sandoz produziert weiterhin Penicillin in Österreich. Die Regierung und die EU helfen finanziell.

Die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass internationale Wertschöpfungsketten heikel sein können. Etwa dann, wenn wichtiges medizinisches Material wie Schutzmasken oder Medikamente nur noch in Übersee produziert werden, sie knapp werden und es zu Lieferproblemen kommt.

Sandoz vergrössert Fabrik in Kundl

Bei Penicillin, wie es die Novartis-Tochter Sandoz in Kundl in Tirol herstellt, soll das nicht passieren, sagte sich die österreichische Regierung. Denn Novartis erwog, die Antibiotikum-Produktion nach Asien zu verschieben. So wie das zahlreiche andere Konzerne mit ihren Fabriken aus Kostengründen längst getan haben.

Firmengebäude mit Flaggen «Sandoz».
Legende: Die Antibiotika-Produktion bleibt in Kundl und wird dort sogar noch ausgebaut. imago images

Nun wird die Fabrik in Kundl statt verkleinert sogar vergrössert. Novartis baut den Produktionsstandort aus. Insgesamt sollen in den nächsten fünf Jahren über 150 Millionen Euro investiert werden. Ein Drittel davon sollen Österreich, das Bundesland Tirol und die EU beisteuern, so die Abmachung unter den Parteien.

Im Gegenzug für diese finanzielle Unterstützung der öffentlichen Hand verpflichtet sich Novartis, die Produktion der wichtigsten Penicillin-Wirkstoffe in den nächsten zehn Jahren in Europa zu halten.

Europa muss krisenfester werden

Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz meldete sich in einer Medienmitteilung der Regierung persönlich Wort. Er zeigte sich erfreut über die Vereinbarung, denn eine der Lehren aus der Coronakrise sei, dass Europa wichtige Produktionen nicht mehr in andere Regionen der Welt auslagern dürfe.

Gerade bei der Produktion von medizinischem Material und von Medikamenten müsse man krisenfester werden. Man dürfe nicht abhängig werden von andern Ländern, so Kurz.

Mit den nun präsentierten Plänen zum Standort Kundl soll sichergestellt werden, dass auch künftig Penicillin in Europa fabriziert wird. Denn Kundl ist laut Novartis inzwischen der einzige Standort auf dem Kontinent, an dem noch Antibiotika von A bis Z gefertigt werden.

Noch müssen die involvierten Parteien das Vorhaben absegnen.

Echo der Zeit, 27.7.2020, 18 Uhr

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Schneider  (Alex Schneider)
    Im Nachgang zur Coronakrise dürften Glieder globaler Wertschöpfungsketten in die Nachbarschaft zurückgeholt werden. So sollen Klumpenrisiken bei der Beschaffung und Abhängigkeiten beim Absatz reduziert werden. Wer Vorleistungen, Schutzkleidung oder Medizingüter bis anhin geballt in China einkaufte, wird andere Quellen erschliessen. Zu verletzlich waren globale Lieferketten. Zu wichtig ist nationale Versorgungssicherheit geworden.
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  • Kommentar von Mike Steiner  (M. Steiner)
    Keine Sorge: die Heissluftpunmpen verschiedenster systemrelevanter Industrien laufen derzeit gerade auf Hochtpuren. Wenn in 5 Jahren Gras über die Sache gewachsen ist, wird man zum alten Trott der Auslagerungen zurückkehren. Wetten?
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  • Kommentar von René Balli  (René Balli)
    Bei jeder Steuervorlage drohte die Pharmaindustrie mit der Auslagerung von Arbeitsplätzen und trotzdem wurden diese ausgelagert. Nun müssen die Staaten die best bezahlte Industrie finanziell unterstützen, damit nicht weiter ausgelagert wird, das nenne ich Erpressung.
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