Zum Inhalt springen

Header

Audio
Die Zahl der Arbeitslosen in der Schweiz steigt
Aus HeuteMorgen vom 27.03.2020.
abspielen. Laufzeit 12:24 Minuten.
Inhalt

Auswirkungen auf Arbeitsmarkt Corona-Krise kostet erste Jobs

  • Mit Dutzenden Milliarden Franken stützt der Bund in der Corona-Krise die Schweizer Wirtschaft.
  • Oberstes Ziel ist es, den Konkurs von Unternehmen und massenweise Entlassungen von Angestellten zu verhindern.
  • Erste Zahlen zeigen nun, dass die Zahl der Arbeitslosen seit Mitte März dennoch deutlich angestiegen ist.

Trotz Krise sollen die Unternehmen ihre Angestellten im Betrieb behalten und sie einfach weniger lange arbeiten lassen – das ist das Ziel der Kurzarbeits-Entschädigung, die der Bund massiv aufgestockt hat. Und dieses Instrument ist gefragt: Bis gestern hatten bereits über 40'000 Unternehmen Kurzarbeit für 570'000 Angestellte beantragt.

Tausende zusätzliche Arbeitslose

Und doch konnten damit Entlassungen nicht ganz verhindert werden: Seit Mitte März seien 12'000 zusätzliche Arbeitslose und 17'000 zusätzliche Stellensuchende registriert worden, sagte der Arbeitsmarkt-Verantwortliche des Seco, Boris Zürcher. Er bedaure dies ausserordentlich.

Eine Nachfrage bei einigen Kantonen bestätigt diesen Befund: In Basel-Stadt heisst es, dass die Gesuche auf den Regionalen Arbeitsvermittlungs-Ämtern (RAV) nun anziehen würden. Insbesondere in der Gastronomie sei es zu einem Anstieg gekommen; dieser liege aber im Rahmen.

Analyse der RAV-Daten steht noch aus

Der Kanton Bern antwortet, es gebe eine Zunahme der Anmeldungen, ohne diese zu beziffern. Im Aargau wurden seit Mitte März fast 1800 neue Arbeitslose registriert.

In Zürich schliesslich heisst es auf Anfrage, man könne noch keine Angaben machen, weil die Anmeldungen bei den RAV zuerst analysiert werden müssten.

Appell an die Unternehmen

Die Behörden appellieren nochmals an die Unternehmen, die Sofort-Hilfsmassnahmen zu nutzen und ihre Angestellten nicht aufs RAV zu schicken, sondern zu versuchen, mit Kurzarbeits-Entschädigungen über die Runden zu kommen.

Denn dies hat nicht nur den Vorteil, dass Arbeitslosigkeit vermieden werden kann. Ein weiterer Nutzen liegt darin, dass nach der Krise die Unternehmen auch für den Aufschwung gut aufgestellt sind und auf ihr erfahrenes Personal zählen können, wenn es wieder mehr zu tun gibt.

SRF 4 News, 27.03.2020, 06:00 Uhr

Schliessen

Jederzeit top informiert!

Wir informieren laufend über die aktuelle Entwicklung und liefern Analysen zum Coronavirus. Erhalten Sie alle wichtigen News direkt per Browser-Push. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

13 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Markus Bossert  (EEE)
    Das Problem betrifft ja nicht nur die vom Bund geschlossenen Betriebe, sondern auch die ganzen Zulieferketten und jene Dienstleisungsunternehmen, welche durch diese Massnahmen schlicht keine Aufträge mehr haben, aber noch arbeiten dürften. Diese gehen zurzeit bankrott.
    Mit dem Lockdown macht der Bund gerade ein gigantisches, sehr heikles Experiment mit der ganzen Volkswirtschaft. Und diese Staatsverschulgungen müssen danach über jahrzehnte abgestottert werden! Sehr heikle Strategie!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Markus Bossert  (EEE)
      Was gibt es für Gründe, den Kommentar abzulehnen? Das sind reine Fakten, wenn auch unangenehme.
      Wenn wir aber die Augen vor den unangenehmen Fakten verschliessen, werden sie auch nicht besser.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Roger Stahn  (jazz)
      Markus Bossert, es gibt keine Gründe die Realität abzulehnen oder zu ignorieren. Die Ablehner sind wohl eher Anhänger eines radikalen Konstruktivismus oder Realitätsverweigerer oder Obrigkeitsgläubige Untertanen, die sich in ihrer heile Welt-Soll-Blase durch das was Ist gestört fühlen und deshalb frustriert einfach auf Ablehnen klicken, in der Hoffnung, der Realität ein Schnippchen schlagen zu können...
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Soren Erlandsen  (Soren Erlandsen)
    50 Milliarden geteilt durch alle Erwachsene gibt ca. 10'000 CHF pro Kopf.
    Ich bekomme (nach 2 tägigen ausfüllen von unglaubliche Bürokratische Formulare ) für mein Einzel Unternehmen gerade 500 chf für 20 Tage Arbeits Ausfall.
    Ich würde lieber die 10'000 nehmen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Soren Erlandsen: Die 50 Milliarden müssen letzten Endes auch von jemandem bezahlt werden. Wenn man zu vielen Menschen das Arbeiten verbietet, gibt es keine Wertschöpfung mehr und demzufolge häufen wir einfach Schulden an. Diese Schulden werden den zukünftigen Konsum einschränken. Eine andere Möglichkeit wäre, die Kredite über die Notenpresse zu finanzieren und Inflation in Kauf zu nehmen. Dadurch sinkt der Geldwert und die Schulden können so finanziert werden. Die Sparer wird's nicht freuen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Thilo Arlt  (Der Strahler)
    Bravo, das haben wir jetzt davon. Der Schaden durch die Massnahmen wird um vieles grösser sein als der Schaden durch das Virus selbst.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Beat Stocker  (Beat Stocker)
      Nach Schweizer Rechtssprechung kann ein Menschenleben nicht so teuer sein. Ein verlorenes Bein ist keine 5-stellige Summe wert; ein ganzer Mensch also maximal knapp 6-stellig.
      Also hat Thilo Arlt wohl nicht ganz unrecht.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen