Zum Inhalt springen

Header

Audio
Schweizer Online-Handel: Gefragt ist Kreativität
Aus Rendez-vous vom 01.07.2020.
abspielen. Laufzeit 03:15 Minuten.
Inhalt

Boomender Onlinehandel Jetzt das Vertrauen nicht verspielen

Der Lockdown Mitte März war für den Detailhandel eine Zäsur. Zahlreiche Shops mussten schliessen. Doch die Onlineverkäufe erreichten noch nie dagewesene Grössenordnungen: Kundinnen und Kunden mussten Kleider, Elektronik und anderes entweder Online einkaufen oder darauf verzichten.

Viele wählten die erste Variante – wohl zum allerersten Mal in ihrem Leben. Die neu erlernten Kompetenzen – wie man im Internet bestellt, wie man im Internet bezahlt – wenden viele nun auch nach dem Lockdown an. Sie haben Vorteile entdeckt, auf die sie nicht mehr verzichten wollen.

Misstrauen gegenüber Onlinehandel abgelegt

Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung im Lebensmittel-Onlinehandel. Beim Online-Shop Farmy zum Beispiel liegen die Umsätze auch jetzt dreimal höher als vor der Corona-Krise. Das ist umso bemerkenswerter, weil die Kundinnen und Kunden bei den Lebensmitteln während des Lockdowns auch vor Ort in stationären Läden hätten einkaufen können. Doch sie haben das Misstrauen gegenüber Online-Lebensmitteleinkäufen abgelegt, aus Angst vor dem Virus.

Der Schub zeigt aber auch: Schweizer Onlinehändler – insbesondere die Lebensmittelhändler – haben es in den letzten Jahren verpasst, genügend Vertrauen aufzubauen. Denn: Warum ist man Nutzerin und Nutzer von sozialen Medien, gibt für Streaming-Plattformen unbedarft persönliche Daten frei und tippt munter Anfragen in Suchmaschinen, aber beim Online-Einkaufen zieht man die Bremse?

Datenschutz und Transparenz sind wichtig

Bei den Lebensmitteleinkäufen spielt zudem die Gewohnheit eine zentrale Rolle. Konsumentinnen und Konsumenten haben der Qualität eines Apfels oder eines Salats bisher erst dann vertraut, wenn sie das Produkt selbst anfassen und auswählen konnten. In Zeiten des Lockdowns haben sie offensichtlich mit der Qualität von Frischprodukten gute Erfahrungen gemacht.

Dieses neu erlangte Vertrauen dürfen die Onlinehändler nun nicht verspielen. Es braucht einen behutsamen Schutz der Kundendaten und Transparenz, im Einklang mit einfachen Nutzeroberflächen, Marketing und Innovation. Das alles ist kostspielig. Ob sich Alleingänge von kleineren Shops noch lohnen, ist fraglich. Experten raten zur Zusammenarbeit.

Klar ist: Bei der Sicherheit Abstriche zu machen, wäre fatal. Denn wie schreiben die Experten des heute Mittwoch erschienen E-Commerce-Reports: Dass das Virus biologisch ist, ist eine Laune des Schicksals. Es hätte auch digital sein können.

Lucia Theiler

Lucia Theiler

Wirtschaftsredaktorin

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Lucia Theiler arbeitet als Wirtschaftsredaktorin bei SRF. Zuvor war sie unter anderem Leiterin der Wirtschaftsredaktion der Nachrichtenagentur sda. Theiler hat Betriebswirtschaft studiert.

Rendez-vous 01.07.2020, 12:30 Uhr; fulu

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

7 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Andy Gasser  (agasser)
    Der Strukturwandel im Detailhandel ist nicht umkehrbar. Gewisse bereiche werden ganz verschwinden oder nur noch eine Nische haben. Ein gutes Beispiel sind die Elektronikhändler. Diese sind bereits Obsolet und verkaufen nur noch Ramsch zu überteuerten Preisen. So könnte es diversen Sparten im Handel gehen. Wer heute einen Notebook oder TV im Laden kauft wird häufig über den Tisch gezogen und erhält erst noch schlechtere Beratung und Service als dies Online der Fall ist.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Steve Meier  (smeier)
    Toll, noch mehr bargeldlose Zahlungen leisten der Abschaffung des Bargeldes noch Vorschub. Und wieder ist eine Freiheit weg!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Henriette Rub  (Sylou)
    Ein Hoch dem Online Handel. Bald ist das gewünschte Ziel erreicht. Die Reichen werden reicher, die Armen werden ärmer und die Läden vor Ort gehen vor die Hunde. Toll gemacht, mit dieser Pandemie. Billiboy freuts.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Daniel Gion  (dgion)
      Was hat der Onlinehandel mit Billiboy zu tun? Können Sie mir bitte das erklären? Konkret - ich kaufe im Onlinehandel bei Brack ein Android Handy für 1000. Welchen zusätzlichen Gewinn erzielt hier ihr Billiboy?Ich sage 0,0 Fr!!!!
      Jetzt sind sie dran ich warte gespannt auf ihre Ausführungen aber vermutlich wird da eh nichts kommen ...
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Mark Keller  (mkel)
      Falls sie mit "Billiboy" die Kondommarke "Billy Boy" meinen, die dürfte der Lockdown tatsächlich gefreut haben. Deren Umsatz dürfte schön angestiegen sein. Ansonsten stehe ich leider auf dem Schlauch...
      Ablehnen den Kommentar ablehnen